Wettbewerb in Hohenheim Schmankerl beim Radrennen

Von hal 

Das Hohenheimer Schlossradrennen ist über die Stuttgarter Stadtgrenzen hinaus bekannt und genießt einen guten Ruf in der Radsportszene. Auch die Profis vermerken sich den Termin in ihrem Kalender. Am 7. Juni ist es zum 19. Mal so weit.

Andreas Schillinger war bereits im vergangenen Jahr beim Schlossradrennen dabei. Foto: Archiv Pressefoto Baumann
Andreas Schillinger war bereits im vergangenen Jahr beim Schlossradrennen dabei. Foto: Archiv Pressefoto Baumann

Hohenheim - Das schicke weiße Hemd ist gewaschen und gebügelt und gemeinsam mit der dazugehörigen Fliege bereitgelegt. Für Folker Baur bedeutet das, dass der sportliche Jahreshöhepunkt naht, denn für den Organisationschef des Hohenheimer Schlossradrennens gehören genau diese beiden Utensilien zur Arbeitskleidung, wenn er am Sonntag, 7. Juni, zum bereits 19. Mal für den reibungslosen Ablauf der mittlerweile längst über die Stuttgarter Stadtgrenzen hinaus bekannten Traditionsveranstaltung zuständig ist.

Ein klangvoller Name in der Radsportszene

Ein Jahr lang hat Baur, der normalerweise hauptberuflich ein Sportgeschäft leitet und nebenbei seit vielen Jahrzehnten den TV Plieningen führt, mit seinem Organisationsteam geackert und geschuftet. Herausgekommen ist dabei wieder eine Veranstaltung, von der der ehemalige Handball-Bundesligaspieler, als er sie Mitte der 1990er-Jahre mit seinem Mitstreiter Reinhard Grauer ins Leben rief, nicht sicher war, ob sie überhaupt mehr als eine Premiere haben würde. „Mittlerweile ist das nicht nur ein Großereignis im sportlichen Kalender der Stadt Stuttgart und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unseren Verein, mittlerweile haben wir einen so klangvollen Namen in der Radsportszene, dass selbst die besten deutschen Profis jedes Jahr prüfen, ob wir denn in ihre Planung passen“, sagt Baur nicht ohne Stolz.

Bei John Degenkolb aus Gera, dem Gewinner von Paris-Roubaix und Mailand-San Remo in diesem Jahr, hat das Hohenheimer Schlossradrennen trotz guten Kontakts zu dessen Team, in diesem Jahr leider nicht zwischen den gerade zu Ende gegangenen Giro d’Italia und die Vorbereitung auf die Tour de France gepasst. Auch Jens Voigt (Sieger 2009) und der dreimalige Gewinner Danilo Hondo aus Cottbus werden am Sonntag um 14.30 Uhr nicht auf die 53 Runden zu jeweils 1,6 Kilometer gehen, haben sie doch im vergangenen Jahr ihre erfolgreiche Karriere beendet und sich damit auch von der Strecke rund um Universität, Schloss und Schlossgärten verabschiedet.

Bekannte Namen gibt es aber dennoch auch in diesem Jahr unter den gut 70 Teilnehmern des Hauptrennens, das für Profis und für Amateure der A- und B-Kategorie ausgeschrieben ist, zu sehen: So werden gleich drei ehemalige Hohenheim-Sieger, der Schmidener Leif Lampater (2005), der Oberpfälzer Andreas Schillinger (2009) und der trotz seiner Dopingvergangenheit beim Publikum sehr beliebte Lokalmatador Stefan Schumacher aus Nürtingen (2007, 2008 und 2012) versuchen, an altbekannter Stätte erneut zu triumphieren.

Das Preisgeld liegt bei 1250 Euro

Noch offen ist derweil ob in Lucas Liß (Unna) auch ein amtierender Weltmeister mit dabei sein wird, wenn es um insgesamt 1250 Preisgeld und um weitere Prämien für erfolgreiche Zwischensprints geht. „Eigentlich ist unser Etat schon erschöpft, aber ich könnte mir vorstellen, dass wir da noch ein paar Euro freischaufeln“, sagt Folker Baur, nachdem der mögliche Start des amtierenden Champions im Scratch, einer Bahnsport-Disziplin, an ihn herangetragen wurde.

Ein weiteres Schmankerl für die erneut erwartete fünfstellige Anzahl an Fans könnte es beim Rennen der B- und C-Amateure geben, das um 11.30 Uhr gestartet wird, denn dafür gibt es erstmals die Anfrage einer weiblichen Starterin. Janine Bubner, Bundesligafahrerin und Europameisterschafts-Vierte aus Cottbus, würde gerne den männlichen Kollegen das Fürchten lehren. Auch bei ihr gibt es für Baur, genau wie bei zwei interessierten australischen Fahrern für das Profifeld, auf den letzten Drücker noch einige Details zu klären. Bis das weiße Hemd übergestreift, die Fliege gebunden und die Startpistole an den baden-württembergischen Landesminister Winfried Hermann übergeben ist, gibt es für den Organisationschef keine ruhige Minute mehr.

Das Programm am Sonntag:

Sportliches Programm – 10 Uhr: Start zum Einlagerennen der Betriebssportgruppen über 20 Runden (32 Kilometer), 11.30 Uhr: Start zum Rundstreckenrennen der Amateure (C-Klasse) über 38 Runden (60,8 Kilometer), 14.20 Uhr: Start zum Rundstreckenrennen der der Elite (Profis und A-/B-Klasse) über 53 Runden (84,8 Kilometer).

Rahmenprogramm – 11 Uhr: Eröffnung des Spiel- und Spaß-Parcours für Kinder, Fahrrad-Sicherheitstraining für Kinder, 11 Uhr: Weißwurst-Frühstück mit Live-Musik, 13.30 Uhr: Schaufahren der Automobil-Oldtimer, 14 Uhr: Absprung des Fallschirm-Weltmeisters Klaus Renz mit Überbringen der Startpistole an den Minister Winfried Hermann.




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