Wetter in Stuttgart Ziemlich mittelmäßig – so war das Wetter im Oktober

Kalter Sprühregen und goldene Herbsttage – der Oktober hatte alles im Angebot. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 4 Bilder
Kalter Sprühregen und goldene Herbsttage – der Oktober hatte alles im Angebot. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Wetter in Stuttgart war im Oktober ziemlich normal. Dafür toppt der November zum Auftakt den Wärmerekord aus dem Jahr 1968. Doch bleibt es auch so rekordmäßig gut?

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Stuttgart - Der Oktober ist ja so was wie der April des Herbstes - launisch, sprunghaft und für meteorologische Überraschungen gut. Von kaltem Sprühregen oder böigem, kühlen Nordwestwind bis hin zu milden, goldenen Oktobertagen mit Freibadpotenzial, an denen „Kehrwöchner“ PS-strotzende Laubbläser anwerfen um Blätter, Mikroorganismen und Kleinnager wegzustürmen – der Oktober hat eigentlich alles im Programm. So war es auch in diesem Jahr in der Stadt, also eher normal. Doch springen wir vor der Rückschau kurz zur Aktualität.

Der November begann nämlich nicht normal, sondern mit Rekordlaune. Die Nacht zum Montag war mit minimal 14,8 Grad die wärmste, die man im November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1951 in Stuttgart gemessen hat. Und da wollte auch der folgende Tag nicht nachstehen. Nie war es in Stuttgart im November wärmer als am Montag. Mit 22,0 Grad wurde die bisherige Rekordmarke vom 1. November 1968 (21,4 Grad) um stolze 0,6 Grad übertroffen. Und das mit nur wenig Sonnenschein. „Das sind schon höchst ungewöhnliche Temperaturen für einen November“, sagt dazu der DWD-Meteorologe Andreas Pfaffenzeller. Auf jeden Fall gab es allerbestes Ausflugswetter zu Beginn des Teil-Lockdowns. Irgendwie schräg, aber so ist das eben zu Zeiten von Klimawandel und Corona.


Auch der Oktober war zu warm

Zurück zum Oktober, der in einem Punkt nicht mit der Tradition des Jahres 2020 brechen wollte. Mit 11,1 Grad im Schnitt war der zehnte Monat des Jahres auch der zehnte nacheinander, der im Vergleich zum langjährigen Mittel zu warm war. Um 1,1 Grad. Gefühlt war der Monat dagegen eher kühl. Daran sieht man, dass der Klimawandel langsam auch die Wahrnehmung beeinflusst. Der Oktober bringt in Stuttgart schon lange nicht mehr die ersten Schneeschauer, der die Menschen hektisch Winterreifen montieren lässt. Hätte es aktuell auch nicht gebraucht, es gab keinen einzigen Frosttag im Oktober, zumindest nicht am Schnarrenberg. Am höher gelegen Flughafen wurde dagegen an sechs Tagen leichter Bodenfrost gemessen.

Kühl, dunkel, bäh – der November

Trotzdem war der Oktober zu warm, obwohl es meistens grau blieb. Nur 78,1 Stunden Sonnenschein sind gerade mal 64,3 Prozent eines durchschnittlichen Oktobers, der es auf 121,5 Stunden bringt. Wenig Sonne, trotzdem warm – dafür sind vor allem südwestliche Strömungen verantwortlich, die warme Luft aus Spanien zu uns führen. „Insgesamt war der Oktober 2020 in Stuttgart etwas zu warm, durchschnittlich nass und sehr wolkenreich“, bilanziert Andreas Pfaffenzeller den Herbstmonat. Wobei es beim Regen eine Punktlandung gab. Die gemessenen 40,6 Liter Regen auf den Quadratmeter entsprechen bis auf die Stelle hinter dem Komma dem langjährigen Mittel. Zu trocken war es also nicht, wobei der Regen nach dem staubtrockenen September dringend nötig war. Das bisherige Regendefizit 2020 kann aber der Oktober nicht ausgleichen.

Jetzt geht es erst einmal lichtarm, aber meist trocken weiter. Der November könnte das Depri-Wetter bringen, das man von ihm erwartet. Kühl, dunkel, bäh. Auf jeden Fall aber ungemütlicher als am Montag. In nächster Zeit wird es tagsüber nicht mal so warm, wie in der Rekordnacht von Sonntag auf Montag. Das ist doppelt bitter, weil die letzten legalen Teil-Lockdown-Freuden wie Spaziergänge oder Radfahren da auch keinen Spaß machen. Hoffen wir also für die Stimmung wenigstens auf weiße Weihnachten. Aber auch da gibt es eher verhaltene erste Prognosen. Das bayerische Wetterorakel Sepp Haslinger aus Benediktbeuern, der seine Vorhersagen mit dem Wachstumszustand der Königskerze Mitte August begründet, ist eher skeptisch. Haslinger spricht von einem „gschlamperten Winter“ in diesem Jahr. Also eher Matsch als Schnee.




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