WFV-Pokal, Achtelfinale Schockmoment statt Sensation

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Eine schwere Verletzung überschattet das Aus des SC im WFV-Pokal gegen Drittligist SG Großaspach

Für Stammheims Stürmer Marco Schwalb (rechts) nahm das Spiel des Jahrzehnts gegen Drittligist SG Großaspach ein ebenso frühes wie bitteres Ende. Foto: Günter Bergmann
Für Stammheims Stürmer Marco Schwalb (rechts) nahm das Spiel des Jahrzehnts gegen Drittligist SG Großaspach ein ebenso frühes wie bitteres Ende. Foto: Günter Bergmann

Stammheim - Sie wurden gefeiert, sie wurden beklatscht, und sie wurden bejubelt – nicht oft wird einem Verlierer so viel Beifall zuteil wie dem Fußball-Landesligisten SC Stammheim am Samstag. Denn das Team hatte sich im Achtelfinale des Württembergischen Verbandspokal-Wettbewerbs gegen die SG Sonnenhof Großaspach, Drittligist und damit stärkstes Kaliber der noch im Wettbewerb vertreten Teams, in allen belangen wahrlich teuer verkauft und konnte sich hinterher als moralischer Sieger fühlen. „Ich zolle dem SC Stammheim Respekt. Die Spieler sind an ihre grenzen gegangen“, lobte SG-Coach Oliver Zapel. Er hatte leicht loben – denn die Partie gewonnen haben die Gäste, standesgemäß mit 6:1. Doch was die Stammheimer viel mehr schmerzt als die Niederlage, sind eine schwere Verletzung und Platzverweis.

Den Platzverweis handelte sich Ismet Alkan ein. Und es war einer der ganz bitteren Sorte. Der Außenverteidiger, erst zu Beginn der zweiten Hälfte in die Partie gekommen, verfolgte in der 62. Minute den Großaspacher Orrin McKinze Gaines II, kreuzte kurz vor dem SC-Strafraum dessen Laufweg und brachte ihn zu Fall – dies allerdings als letzter Mann. Schiedsrichter Dominik Schaal zögerte keine Sekunde und zückte den roten Karton – Feierabend nach 17 Minuten Einsatzzeit im Stammheimer Spiel des Jahrzehnts. Den weitaus größeren Schockmoment hatten die Nord-Stuttgarter schon in der 41. Minute zu verkraften gehabt. Marco Schwalb, nicht nur in der aktuellen Runde ein absoluter Leistungsträger des SC, war ohne Einwirkung des Gegners im Strafraum der SG mit den Stollen seines Fußballschuhs im Rasen hängengeblieben und hatte sich das Knie verdreht. „Es sieht ganz schlecht aus“, sagt Stammheims Trainer Thomas Oesterwinter. „Er sagt, er hat das Gefühl, dass das Kreuzband gerissen ist.“ Ein Urteil aus kundiger Quelle – Marco Schwalb hat bereits zwei Kreuzbandrisse hinter sich. „Wenn es tatsächlich noch ein Kreuzbandriss ist, dann trifft das bis ins Mark – ihn und uns“, sagt sein Trainer.

Dieses Ereignis überschattete die starke Darbietung der SC-Kicker gegen einen Kontrahenten, der technisch, taktisch und vor allem athletisch eben vier Klassen besser ist. zwar führten die Gäste, begünstigt durch zwei derbe Abwehrschnitzer der Platzherren, schon früh. Doch danach ließen die Nord-Stuttgarter erst wieder in Hälfte zwei klare Chancen der SG zu, als ihnen nach und nach die Kräfte erlahmten. Und immerhin gelang der verdiente Ehrentreffer, obendrein durch einen sehenswerten Spielzeug. Dennis de Sousa Lourenco trieb den Ball weit nach vorne auf den linken Angriffsflügel des SC. Dort entwischte Alexander Herzog seinem Bewacher und legte auf Bernhard Kreis quer. Der Angreifer, der fünf Minuten zuvor eine Chance der Kategorie „hundertprozentig“ vergeben hatte, vollendete zum 1:4-Zwischenstand.