Tschechien, Polen und Co Wie viel Benzin darf man aus Nachbarländern mitbringen?

Achtung, es gibt Obergrenzen bei der Einfuhr von Benzin! Foto: Ustynchenko Iryna / shutterstock.com
Achtung, es gibt Obergrenzen bei der Einfuhr von Benzin! Foto: Ustynchenko Iryna / shutterstock.com

Die Spritpreise in Deutschland sind auf einem anhaltenden Hoch. Ein kurzer Tankausflug ins Nachbarland könnte den Geldbeutel schonen. Doch wie viel Liter Kraftstoff darf man überhaupt einführen?

Digital Unit: Lukas Böhl (lbö)
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Wer nahe an der Grenze zu Polen, Tschechien oder Österreich wohnt, fährt angesichts der aktuellen Spritpreise in Deutschland wohl lieber ins Nachbarland, um zu tanken. Bei dieser Gelegenheit könnte man nicht nur den Tank füllen, sondern auch mehrere Reservekanister, um für einige Wochen versorgt zu sein. Allerdings gibt es bei der Einfuhr von Kraftstoffen Höchstmengen, die man nicht überschreiten darf.

Wie viel Benzin darf man aus Nachbarländern einführen?

Grundsätzlich dürfen Privatpersonen zum Tanken in andere Mitgliedstaaten der EU fahren und den Sprit steuerfrei nach Deutschland einführen. Allerdings muss der Kraftstoff in dem entsprechenden Land bereits versteuert und auf üblichem Wege (Tankstelle) gekauft worden sein. Außerdem muss man den Kraftstoff selbst befördern und kann nicht Dritte damit beauftragen. Zu guter Letzt sind die Höchstmengen zu beachten, die energiesteuerfrei mitgeführt werden dürfen.

 

Erlaubte Höchstmengen an Kraftstoff

Sie dürfen aus einem EU-Mitgliedstaat wie Polen, Tschechien oder Österreich jeweils nur eine Tankfüllung sowie 20 Liter in einem extra Reservebehälter steuerfrei nach Deutschland einführen. Überschreiten Sie die Höchstmenge und werden bei der Einreise vom Zoll erwischt, müssen Sie für den überschüssigen Kraftstoff die in Deutschland fälligen Steuern nachzahlen. Daher sollten Sie die Tankbelege als Nachweis für den Zoll aufbewahren.

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Höchstmengen bei Besitz und Beförderung

Neben der steuerfreien Höchstmenge bei der Einfuhr nach Deutschland, sollten Sie auch auf die jeweiligen Bestimmungen zur Beförderung und dem Besitz von Kraftstoffen in den Nachbarländern achten. In Deutschland darf man als Privatperson maximal 240 Liter Kraftstoffe im PKW transportieren. Pro Kanister dürfen jedoch maximal 60 Liter enthalten sein. Demnach dürfte man also vier volle Kanister mit je 60 Liter Fassungsvermögen im Auto mitführen.* Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen aber nicht mehr als 10 Liter zu transportieren. Außerdem darf man nur 20 Liter Benzin zu Hause lagern. Bei Dieselkraftstoffen sind es immerhin bis zu 200 Liter. Mehr zur Lagerung und Haltbarkeit von Kraftstoffen erfahren Sie in unserem Ratgeber. Wie viel Liter Kraftstoff man in den Nachbarländern transportieren darf, haben wir nachstehend für Sie zusammengefasst:

  • Polen: 20 Liter
  • Tschechien: 10 Liter
  • Österreich: 10 Liter
  • Frankreich: 10 Liter
  • Luxemburg: Transport verboten
  • Belgien: 10 Liter
  • Niederlande: 10 Liter
  • Dänemark: 10 Liter
  • Schweiz: 25 Liter

Weitere Transporthöchstmengen finden Sie beim ADAC.

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Einfuhr aus Nicht-EU-Staaten

Aus Drittländern, die nicht Mitglied der EU sind, dürfen eine Tankfüllung sowie weitere 10 Liter in einem tragbaren Reservekanister steuerfrei eingeführt werden. Auch hier sollte man auf die landesspezifischen Höchstmengen beim Besitz und Transport von Kraftstoffen achten.

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*In einer früheren Version des Artikels haben wir die maximale Transportmenge mit 60 statt 240 Liter pro Auto angegeben. Wir bitten dies zu entschuldigen! Weitere Informationen zum Transport von Kraftstoff finden Sie hier und hier.

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