Wilhelma und BUND Stuttgart ausgezeichnet Schmetterlingsprojekt gewinnt Landesnaturschutzpreis

Ein Himmelblauer Bläuling saugt Nektar. Auch in Stuttgart wurde die gefährdete Falterart schon gesichtet. Foto: imago stock&people/imago stock&people
Ein Himmelblauer Bläuling saugt Nektar. Auch in Stuttgart wurde die gefährdete Falterart schon gesichtet. Foto: imago stock&people/imago stock&people

Stuttgart bietet Schmetterlingen und anderen Kleinstlebewesen ein Zuhause. Das ist unter anderem dem Einsatz von BUND Stuttgart und der Wilhelma zu verdanken – die nun für ein Herzensprojekt ausgezeichnet wurden.

Digital Unit : Beate Grünewald (bpu)

Stuttgart - Auch wenn die Tore der Wilhelma seit drei Monaten geschlossen sind, macht der beliebte Zoologisch-Botanische Garten von sich Reden. Grund dafür ist die Auszeichnung für das Schmetterlingsprojekt mit dem Landesnaturschutzpreis 2020 der Stiftung Naturschutzfonds. Seit zehn Jahren setzen sich der BUND Stuttgart und die Wilhelma dafür ein, dass Schmetterlinge und Insekten in Stuttgarts Parkanlagen und Wiesen mehr als nur glattrasierte Rasenflächen vorfinden.

Konkret geht es darum, heimische Blütenpflanzen zu fördern und im großen Stil auch Wildwuchs zuzulassen, in dem sich die Kleinstlebewesen wohl fühlen und vermehren können. Was auf kleiner Fläche begann, wurde mittlerweile „auf dreizehn Stuttgarter Wiesen ausgeweitet“, weiß Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. Durch das Gewinnen neuer Wiesen im gesamten Stadtgebiet Stuttgart bilde sich so ein zusammenhängendes Netz aus insektenfreundlichen Wiesen; ein enorm wichtiger Beitrag gegen das Insektensterben. Die Auszeichnung sei angesichts dieses Naturschatzes „hoch verdient", so Dahlbender.

Mehr Wildwuchs und die Hoffnung auf Nachahmer

Als Landesbetrieb betreut die Wilhelma nicht nur die zum Zoo gehörenden Flächen, sondern auch sämtliche städtischen Grünanlagen wie den Schlossgarten, den Rosensteinpark, die Grabkapelle, das Schloss Solitude und das Universitätsgelände in Vaihingen. Um die Anzahl und Vielfalt von Schmetterlingen zu erhöhen, werden ausgewählte Wiesen beispielsweise nur noch zwei Mal im Jahr gemäht und selten oder gar nicht mehr gedüngt. Mit der Aussaat von Wildblumen sollen außerdem Insekten angelockt werden. Bewusst werden Altgrasinseln stehen gelassen, damit sich die Schmetterlinge fortpflanzen können.

„Das Projekt liegt uns als Wilhelma sehr am Herzen“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. Und doch muss es aus seiner Sicht „immer auch das Ziel sein, den Menschen zu zeigen, wie sie sich selbst beteiligen und privat zum erfolgreichen Naturschutz beitragen können“. Ein Wunsch, den alle Projektteilnehmer teilen: Dass das Schmetterlingsprojekt einen Vorbildcharakter hat – für andere Städte, Kommunen und Privatleute.

Gefährdete Falter fühlen sich in Stuttgart wohl

Beobachtungen aus den Sommermonaten zeigen jedenfalls, dass sich die Wiesenpflege in Stuttgart und dem Umland für die Artenvielfalt auszahlt. Mit dem Himmelblauer-Bläuling und Malven-Dickkopffalter leben hier beispielsweise zwei Falter-Arten, die in Baden-Württemberg gefährdet sind.

Der Landesnaturschutzpreis wird seit beinahe 40 Jahren alle zwei Jahre vergeben. Das Motto der Ausschreibung 2020 lautete „Neu geschaffen! Naturschätze von Menschenhand“. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wird dieses Mal auf zehn Gewinner verteilt. Damit erhält das Schmetterlingswiesenprojekt von Wilhelma und BUND Stuttgart 2250 Euro – die direkt wieder in das Projekt investiert werden sollen.




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