WM in Spanien „60 Minuten Gas gegeben“: DHB-Frauen lösen Hauptrunden-Ticket

Meike Schmelzer jubelt über ihren Treffer. Foto: dpa/Marco Wolf
Meike Schmelzer jubelt über ihren Treffer. Foto: dpa/Marco Wolf

Nächstes Torfestival, nächste Runde schon erreicht: Die deutschen Handballerinnen stehen nach einem 36:22 gegen die Slowakei vorzeitig in der WM-Hauptrunde.

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Valencia - Henk Groener reckte den Daumen in die Höhe, auf dem Parkett tanzten seine Spielerinnen mit einem Lachen im Gesicht im Kreis: Nach dem vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde feierten die deutschen Handballerinnen ausgelassen ihren WM-Traumstart in Spanien. „Wir haben 60 Minuten Gas gegeben“, sagte Bundestrainer Groener nach dem 36:22 (17:12) gegen die Slowakei zufrieden, während im Hintergrund der Party-Hit „Sweet Caroline“ aus den Boxen dröhnte.

Mit dem nächsten Kantersieg sammelte das deutsche Team auch weiteres Selbstvertrauen für die Jagd nach der ersten WM-Medaille seit 2007. „36:22, zwei Spiele, zwei Siege - da kann man zufrieden sein“, sagte Groener. Der Niederländer monierte allerdings auch Phasen, „in denen wir nicht mit aller Konsequenz gespielt haben, vor allem in der ersten Halbzeit. In der zweiten war es dann teilweise wieder besser.“

Alina Grijseels erfolgreichste Werferin

Am Ende war der Sieg sowohl verdient als auch nie gefährdet. Kapitänin Alina Grijseels war am Samstagabend in Lliria vor 550 Zuschauern mit sechs Treffern die erfolgreichste Werferin für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die zwei Tage zuvor beim 31:21 gegen Tschechien einen Turnierauftakt nach Maß hingelegt hatte. Der letzte Gegner in der Gruppe E ist am Montag (20.30 Uhr/sportdeutschland.TV) Ungarn.

Das Vorrundenfinale gegen den wohl schwersten Gruppengegner ist trotz der sicheren Teilnahme an der Hauptrunde von großer Bedeutung, da alle Teams die Punkte gegen die ebenfalls qualifizierten Nationen mitnehmen. Die besten drei Nationen der acht Vorrundengruppen ziehen in die Hauptrunde des XXL-Turniers mit erstmals 32 Teams ein.

DHB-Coach formuliert Forderung

DHB-Coach Groener hatte vor der Partie gegen die Slowakinnen eine klare Forderung formuliert: „Ich erwarte einen Pflichtsieg.“ Entsprechend konzentriert gestalteten die Emily Bölk und Co. das Spiel über weite Strecken. Erneut überzeugte die äußerst flexible und bewegliche Deckung. Im Angriff verhinderten eine ausbaufähige Chancenverwertung und technische Fehler nur zunächst ein deutlicheres Ergebnis, nach der Pause wurde die Fehlerquote deutlich geringer.

Das Groener-Team setzte sich früh ab - ganz anders als noch beim Aufeinandertreffen mit demselben Gegner sieben Tage zuvor bei einem Vorbereitungsturnier in Madrid. Dort hatte die DHB-Auswahl letztlich zwar deutlich (32:25) gewonnen, Groener allerdings einige Unkonzentriertheiten zu Beginn bemängelt. Diesmal startete Deutschland stark.

Deutsches Angriffsspiel nach Pause effektiver

Viele Ballgewinne in der Abwehr münzten die DHB-Frauen in Gegenstöße um. Der Vorsprung wuchs schnell auf 5:1 (6.). Die Slowakinnen kamen beim 5:6 (11.) zwar kurzzeitig wieder heran, fanden aber nur mit größter Mühe Lücken in der kompakten deutschen Deckung.

Sobald die DHB-Auswahl über mehrere Minuten ihre Leistung konstant abrief, setzte sich die junge Mannschaft wieder ab. Das Kreisspiel mit der auffälligen Meike Schmelzer, die auch defensiv stark arbeitete, funktionierte gut. Bei den Gegenstößen trumpften die Außenspielerin Antje Lauenroth und Amelie Berger auf.

Wie schon gegen Tschechien konnte Groener sich leisten, personell viel zu rotieren. Beim 17:11 (30.) wuchs der Vorsprung erstmals auf sechs Treffer, nach der Pause wurde das deutsche Angriffsspiel effektiver. Zittern mussten die rund 50 deutschen Fans in der Halle daher nicht mehr. 




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