Zahlungsmethoden, Käuferschutz und Blick ins Impressum So schützen Sie sich vor Betrug beim Online-Shopping

Von Jan Merklinger 

Für viele Nutzer bringt die Anonymität im Netz große Vorteile. Doch auch Betrüger machen sich das zunutze und verlagern ihre Aktivitäten zunehmend ins Internet. Wir haben die gängigsten Betrugsmaschen für Sie zusammengefasst – und wie Sie sich davor schützen können

Gesunde Skepsis ist vor allem bei besonders niedrigen Preisen geboten Foto: picture alliance/dpa/Christin Klose
Gesunde Skepsis ist vor allem bei besonders niedrigen Preisen geboten Foto: picture alliance/dpa/Christin Klose

Stuttgart - Es ist schnell passiert: Ein Klick, ein Kauf, Bezahlung per Vorkasse – zu verlockend war das Angebot des vermeintlichen Online-Shops. Bald darauf folgt das böse Erwachen: Der Händler meldet sich nicht mehr und auch das Geld ist weg.

295.129 Anzeigen wegen Waren- oder Warenkreditbetrug verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr – fast dreimal so viele wie bei Taschendiebstählen. Dabei ist es recht gut möglich, sich vor Betrügern beim Onlineshopping zu schützen – solange einige Grundregeln beachtet werden. Wir haben die Wichtigsten für Sie zusammengefasst.

Fake-Shops erkennen

Sogenannte Fake-Shops im Netz sehen immer professioneller aus. Diese Internetseiten geben vor, reguläre Händler zu sein – dahinter stecken allerdings Betrüger. Stutzig werden sollten Sie bei besonders niedrigen Preisen, rät die Verbraucherzentrale. Erscheinen Ihnen diese völlig unrealistisch, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Fake-Shop. Auch, wenn eine Gärtnerei plötzlich hochpreisige Technikprodukte vertreibt, ist Skepsis angebracht.

Ein weiteres Indiz stellt das Impressum dar. Unseriöse Händler verzichten laut Verbraucherzentrale entweder darauf, schreiben Adressen von Wohnhäusern hinein oder kopieren das Impressum seriöser Händler. Teilweise werden auch gefälschte Handelsregisternummern verwendet, die unter diesem Link überprüft werden können

Hilfreich ist auch, im Internet nach Erfahrungen mit dem Shop zu suchen. Oft stößt man hierbei bereits auf warnende Nutzer, die von einem Kauf abraten.

Besonders perfide ist es, wenn bekannte Internetseiten wie Amazon täuschend echt nachgebaut werden. Nutzer können dies an der Adresse erkennen, die nicht der originalen entspricht und dann beispielsweise www.amazon.tl.de oder www.anazon.de lautet.

Sichere Zahlungsmethoden verwenden

Elementar bei Internetkäufen: Treten Sie nur gegenüber Händlern in Vorleistung, denen Sie vertrauen, betont die Stiftung Warentest. Das gilt insbesondere auf Plattformen wie eBay. Bei Ihnen bislang unbekannten Händlern sollten Sie keine Überweisungen tätigen und nur Zahlungsmethoden wie Rechnung, Lastschrift oder PayPal verwenden. Diese bieten den Vorteil, wie auch eine Zahlung per Kreditkarte, Klarna oder Amazon, im Betrugsfall auf eine Zahlung verzichten oder sie über den „Käuferschutz“ unkompliziert zurückfordern zu können.

Ausschlaggebend sind jedoch immer die Bedingungen der Anbieter. So bietet etwa PayPal für Gutscheine, Autos und persönliche Übergaben der Ware keinen Käuferschutz an. Auch die Funktion „Geld an Freunde senden“ beinhaltet keinen Käuferschutz und sollte als Käufer und Verkäufer gemieden werden.

Bei Fehllieferungen greift der Schutz von PayPal zwar, Kunden müssen hierfür aber den Rückversand mit einem Beleg nachweisen. Dieser muss den Namen des Versand­unter­nehmens, das Versanddatum sowie den Name und die Adressen von Empfänger und Versender enthalten, ansonsten entfällt der Käuferschutz.

Bei Amazon versuchen Betrüger oft, den Käuferschutz per E-Mail zu umgehen. So sollen Kunden aufgrund eines vermeintlichen Fehlers das Geld auf ein externes Konto überweisen, statt über Amazon zu bezahlen. Darauf sollten Nutzer nicht eingehen, sondern den vermeintlichen Verkäufer an Amazon melden.

Fazit: Gesundes Maß an Skepsis geboten

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch bei der Schnäppchensuche im Internet ein gesundes Maß an Skepsis nötig ist. Gegenüber unbekannten Shops sollten Nutzer nicht in Vorleistung gehen – und bei bekannten Händlern genau überprüfen, ob es sich nicht tatsächlich um eine gut gemachte Kopie der Seite handelt.

Vergleichsportale wie idealo.de, billiger.de und guenstiger.de listen vorrangig bekannte Händler auf, die den günstigsten Preis für ein Produkt liefern. Als Privatverkäufer, beispielsweise auf eBay Kleinanzeigen, ist es empfehlenswert, die Ware persönlich und gegen Barzahlung zu übergeben, um mögliche Betrugsmaschen bei anderen Zahlungsmethoden zu vermeiden.