Zentralafrika Neue Missbrauchsvorwürfe gegen UN-Blauhelme

Von red/dpa 

Die UN gehen erneut Missbrauchsvorwürfen durch Blauhelme in der Zentralafrikanischen Republik nach. Betroffen seien drei minderjährige Frauen, so ein UN-Vertreter. Auch von Schwangerschaften ist die Rede.

In der Zentralafrikanischen Republik sind derzeit mehr als 9300 Blauhelmsoldaten stationiert. Foto: dpa
In der Zentralafrikanischen Republik sind derzeit mehr als 9300 Blauhelmsoldaten stationiert. Foto: dpa

New York - Die Vereinten Nationen gehen neuen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs durch Blauhelme in der Zentralafrikanischen Republik nach. Betroffen seien drei minderjährige Frauen, teilte ein UN-Vertreter mit. Zudem sprach er im Zusammenhang mit den Übergriffen von zwei Schwangerschaften. Zum genauen Alter der Opfer und dem Ort der mutmaßlichen Vergehen machte er allerdings keine Angaben.

Die örtliche UN-Friedensmission erklärte, von den neuen Vorwürfen erst am Mittwoch erfahren zu haben. Am Donnerstag würde ein Team zum Tatort entsandt, um „Fakten zu sammeln, die betroffenen Truppen zu sensibilisieren sowie Vorbeuge- und Strafmaßnahmen zu ergreifen.“

Weitere Fälle von Missbrauch durch Blauhelme

Die UN untersuchen bereits mindestens 16 andere Fälle mutmaßlicher sexueller Ausbeutung durch Blauhelmsoldaten und Polizisten in dem Land. Nach Bekanntwerden des Skandals hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im August den Leiter der Blauhelm-Mission gefeuert.

Dessen Nachfolger, Parfait Onanga-Anyanga, verurteilte jeglichen Missbrauchsfall als „absolut verabscheuungswürdig.“ Er versprach, dass „der Gerechtigkeit in jedem Fall Genüge getan“ werde.

Die aus mehr als 9300 Soldaten und über 1800 Polizisten bestehende UN-Friedenstruppe ist seit September 2014 in der Zentralafrikanischen Republik stationiert, um tödliche Gewaltausbrüche zwischen Christen und Muslimen zu unterbinden. Vor den Wahlen im Dezember werden Hunderte weitere UN-Blauhelme im Land erwartet.




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