Zentralafrikanische Republik Gefechte mit Kindersoldaten

Von Johannes Dieterich, Johannesburg 

Das merkwürdige Vorgehen südafrikanischer Elitesoldaten im Putschistenland Zentralafrikanische Republik wirft am Kap der Guten Hoffnung immer mehr Fragen auf.

Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, François Bozizé, der einst selbst durch einen Putsch an die Macht kam, wurde von  Rebellen in die Flucht geschlagen. Foto: dpa
Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, François Bozizé, der einst selbst durch einen Putsch an die Macht kam, wurde von Rebellen in die Flucht geschlagen. Foto: dpa

Johannesburg - Südafrikas Sonntagszeitungen zeigten selbst zu Ostern kein Erbarmen. „Wir haben Kinder getötet“, schrie die „Sunday Times“ geradezu auf ihrer Titelseite: Es waren die Worte eines Soldaten, der als Teil einer südafrikanischen Schutztruppe in der Zentralafrikanischen Republik in heftige Kämpfe mit den Rebellen verwickelt war. Je mehr Details von dem Putsch dort vor zehn Tagen bekannt wurden, desto mehr verfinsterte das Bild: „Erst als die Schusswechsel aufhörten, merkten wir, dass wir auf Kinder geschossen hatten“, berichtet ein anderer Soldat: „Die Verletzten schrien nach ihren Müttern.“

Mindestens 500, manche sagen sogar über 700 Rebellen sollen die Elitesoldaten vom Kap der Guten Hoffnung an jenem Samstag vor ihrem nur wenige Kilometer außerhalb der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui gelegenen Lager erschossen haben. Mehr als neun Stunden hielten die Kämpfe an, die auch 13 Südafrikanern das Leben kosteten – so viel Tote hatte die südafrikanische Armee seit den Apartheidstagen nicht mehr zu beklagen.

Bodenschätze wecken Begehrlichkeiten

Am Kap der Guten Hoffnung wird jetzt der Mut der eigenen Soldaten gefeiert, die – gerade mal 200 Mann zählend – gut 2000 Rebellen die Stirn geboten hätten: Doch immer lauter wird auch die Frage gestellt, was die Truppe in dem Unruhestaat zu suchen hatte. „Sind wir hierhergekommen, um Kinder zu töten?“, fragt ein weiterer der inzwischen heimgekehrten Elitesoldaten.

Zeitungen berichten von kaum erschlossenen Bodenschätzen der Republik – und von südafrikanischen Geschäftsleuten, die sich um Lizenzen für den Bodenschatzabbau entweder bemüht oder diese bereits erhalten hätten. Eine der Firmen soll enge Beziehungen zum regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) unterhalten, meldet die Wochenzeitung „Mail und Guardian“: Zum Schutz von deren Interessen sei die südafrikanische Eingreiftruppe Anfang des Jahres in die Zentralafrikanische Republik entsandt worden – eine Behauptung, die vom ANC schärfstens zurückgewiesen wird: „Sie pissen auf die Gräber unserer galanten Kämpfer“, meint ein Sprecher der Regierungspartei.