Auf dem Ostfilderfriedhof in Stuttgart-Sillenbuch sind mehrere Ruhestätten massiv beschädigt worden. Der Grund dafür ist überraschend.

Sillenbuch - Was für ein Chaos! Wer dieser Tage den Ostfilderfriedhof in Sillenbuch über den nördlichen Eingang an der Kirchheimer Straße betritt, stößt nahe des neu gebauten Wirtschaftshofs rasch auf eine stark verwüstete Stelle. Mindestens drei Gräber sind massiv beschädigt. Ein Grabstein ist, so scheint es, zerbrochen und umgekippt, sodass die Inschrift nicht mehr zu lesen ist, ein zweiter wurde aus der Verankerung gerissen und auf das Grab dahinter geschleudert.

Durch die Wucht wurde dort eine schwere Steinplatte verschoben. Engelchen und andere Dekorationen, die das Grab geschmückt hatten, sind zerschlagen. Das durch den Dauerregen der vergangenen Tage aufgeweichte Erdreich ist aufgewühlt. Es schaut aus, als sei ein Auto mit brachialer Kraft in die Sektion 93 auf dem Friedhof gebrettert.

Die meisten Besucher vermuten Randalierer

Ein 93-Jähriger aus dem Augustinum in Riedenberg, der in diesem Bereich des Ostfilderfriedhofs regelmäßig das Grab seiner verstorbenen Frau besucht, ärgert sich über den Anblick. „Wie kann an einem ebenen Gräberfeld so ein großer Schaden angerichtet werden?“, fragt er angesichts der Zerstörung. Der Senior spricht von einer „erheblichen Beeinträchtigung“, wenn man einfach nur in Ruhe eines Verstorbenen gedenken wolle. Der Mann habe viele Menschen beobachtet, die beim Vorbeigehen den Kopf geschüttelt hätten. Die meisten hätten hinter dem Durcheinander jugendliche Randalierer vermutet.

Was ist der Grund für die Schäden?

Es waren indes keine Randalierer, die die Grabsteine zerstört haben. An der Stelle ist ein Unfall passiert, teilt Martin Thronberens, ein Sprecher der Stadtverwaltung, für das Garten-, Friedhofs- und Forstamt mit. Der Unfall hat sich demnach bereits am 28. Dezember 2021 ereignet. Verunglückt ist nach seinen Schilderungen ein Auto von städtischen Mitarbeitern. „Das Kommunalfahrzeug ist aus noch nicht geklärten Gründen umgefallen“, erklärt Martin Thronberens. Dabei sei ein Mitarbeiter verletzt worden, ein Krankenwagen sei vor Ort gewesen, um den Mann zu verarzten.

Mehr als eine Woche später sind die Gräber immer noch verwüstet. Der Verwaltungssprecher betont, dass mit den betroffenen Familien bereits Kontakt aufgenommen worden sei. „Für den Schaden kommt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt auf“, stellt Martin Thronberens klar. Die Gräber werde man schnellstmöglich wiederherstellen.

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