Zeuge führt den Staatsschutz zum Täter 15-Jähriger hat KZ-Info zerstört

Die Gedenktafel vor der Zerstörung. Foto: factum/Jürgen Bach
Die Gedenktafel vor der Zerstörung. Foto: factum/Jürgen Bach

Die Sachbeschädigung an der Gedenktafel zum Konzentrationslager Vaihingen an der Enz konnte überraschend aufgeklärt werden. Das teilt die Polizeidirektion Ludwigsburg mit. Sie schließt ein politisches Motiv für die Tat aus.

Vaihingen/Enz - Die Sachbeschädigung an der Gedenk- und Informationstafel zum Konzentrationslager Vaihingen an der Enz sei überraschend aufgeklärt worden. Das teilt die Ludwigsburger Polizeidirektion mit. Demnach soll ein 15-Jähriger die Tafel an der WEG-Eisenbahntrasse beschädigt haben. „Der Jugendliche hat die Tat gestanden und bereut sie“, sagte eine Polizeisprecherin. Und stellt klar: „Es haben sich keine Hinweise auf ein politisches Motiv ergeben.“

Die erst Anfang des Monats aufgestellte Gedenktafel am Ort des einstigen Bahn-Halts, an dem während des Nazi-Regimes Häftlinge ankamen, um ins nahe KZ gebracht zu werden, war am 18. November beschädigt worden. Der Täter zerkratzte mehrere Worte, sodass nicht mehr zu lesen ist, wie viele jüdische Häftlinge und Zwangsarbeiter in das Konzentrationslager gebracht worden und ums Leben gekommen waren. Gerade deshalb hielten auch die Mitarbeiter des Vereins, der die Gedenkstätte betreibt, einen politischen Hintergrund für sehr wahrscheinlich. Die Inspektion Staatsschutz der Kriminalpolizei des Ludwigsburger Präsidiums hatte die Ermittlungen aufgenommen.

Nun konnten die Staatsschützer dank eines Zeugenhinweises den 15 Jahre alten Jugendlichen ermitteln. Nach eingehender Befragung des Jugendlichen seien die Staatsschützer zu der Überzeugung gelangt, dass es sich um einen Dumme-Jungen-Streich gehandelt habe, sagte die Polizeisprecherin.




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