Zeugwart des TV Oeffingen Ein Mann für fast alle Aufgaben

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Offiziell ist Jürgen Beier Zeugwart bei den Landesliga-Fußballern des TV Oeffingen, aber der 49-Jährige aus Waiblingen ist für viel mehr zuständig als für frisch gewaschene Trikots.

Jürgen Beier ist auch als Ordner bei den Heimspielen der Oeffinger Landesliga-Fußballer im Einsatz Foto: Eva Herschmann
Jürgen Beier ist auch als Ordner bei den Heimspielen der Oeffinger Landesliga-Fußballer im Einsatz Foto: Eva Herschmann

Oeffingen - Der eine, stets gleichlautende Spruch darf einfach nicht fehlen. „Muss ich alles machen“, sagt Jürgen Beier mindestens einmal an jedem Heimspieltag auf dem Tennwengert. Und so unrecht hat der 49-Jährige damit nicht. Auf dem Spielberichtsbogen wird der Waiblinger bei den Landesliga-Fußballern des TV Oeffingen als Zeugwart geführt. Doch Jürgen Beier ist für viel mehr zuständig als nur für frisch gewaschene Trikots: „Ich bin bei Heimspielen der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht.“

Jürgen Beier ist fußballerisch gesehen ein später Quereinsteiger

Als das Erstrundenspiel im Verbandspokal zwischen dem TVOe und dem SV Kaisersbach (3:2) bei hochsommerlichen Temperaturen am Samstag in die Verlängerung ging, war Jürgen Beier zur Stelle. Er spurtete zum Mittelkreis und versorgte den Unparteiischen Daniel Eßwein aus Aalen und dessen Assistenten Andreas Winter und Adrian Uhl in der kurzen Pause vor Beginn der Extrazeit mit kühlen Getränken. Schiedsrichterbetreuer ist Jürgen Beier auch, außerdem Mannschaftsbetreuer. „Ich bin für das allgemeine Wohlfühlklima zuständig, nicht nur bei den Spielern“, sagt Jürgen Beier.

Jürgen Beier ist fußballerisch gesehen ein später Quereinsteiger. Bei den Oeffinger Senioren stand er vor 16 Jahren zum ersten Mal überhaupt in einer Vereinsmannschaft, zumeist im Tor. Allzu lang dauerte sein Gastspiel bei den älteren Herren zudem auch nicht. Nach knapp zwei Jahren zog sich Jürgen Beier einen Kreuzbandriss zu und beendete seine kurze sportliche Laufbahn. Dem TV Oeffingen – zu dem er, der bei einem großen Media-Fachhandel im Lager arbeitet, über Helmut Hartl, den stellvertretenden Abteilungsleiter, fand – blieb er aber erhalten. Zum Glück, sagt Michael Bren, Oeffingens Fußball-Chef: „Ich wüsste nicht, was wir ohne Jürgen machen würden.“

Bei den Spielen der Oeffinger Frauen versorgt er die Fußballerinnen mit Schokoriegeln

Ein Mann allein könnte Jürgen Beier, der nicht nur kein Spiel, sondern auch kein Training der Landesliga-Fußballer versäumt, in der Tat kaum ersetzen. Wirkliche Herausforderungen für den Vielseitigen sind aber die Heimspiele. Dann muss er Bälle aufpumpen, sich darum kümmern, dass genügend Eis zum Kühlen für die kleinen Wehwehchen der Spieler bereit steht und der Medizinkoffer mit allen wichtigen Utensilien bestückt ist. Beim Warmmachen unterstützt Jürgen Beier dann Trainer Haris Krak und dessen Assistenten Giuseppe Stanzu. Während des Spiels streift er die orangefarbene Weste über, die ihn als Ordner ausweist. Nach dem Abpfiff bedient Jürgen Beier noch rasch den Online-Ergebnisdienst und räumt anschließend die Umkleidekabine der Oeffinger auf. „Unsere Trikots bringe ich so schnell wie möglich in die Wäscherei, und natürlich hol’ ich die gewaschenen Sachen dort auch wieder ab.“

Jürgen Beier ist bald wieder gefordert

Neben den offiziellen Aufgaben hat Jürgen Beier, der vor rund 14 Jahren seine ehrenamtliche Laufbahn in der Fußballabteilung als Stadionkassierer begann, noch jede Menge inoffizielle. Bei den Spielen der Oeffinger Frauen versorgt er die Bezirksliga-Fußballerinnen mit Schokoriegeln und Bananen zur mentalen und körperlichen Stärkung. „Und er macht bei den Männern gute Stimmung und gibt ihnen auch mal was aus“, sagt Michael Bren.

Beim Testspiel der Oeffinger an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr daheim gegen den Verbandsligisten SV Fellbach ist Jürgen Beier wieder gefordert. Als Mannschaftsbetreuer, Zeugwart und Mann für allerlei weitere Aufgaben. Am Samstag, wenn das Zweitrundenspiel des württembergischen Pokalwettbewerbs gegen den Oberligisten SGV Freiberg im Sami-Khedira-Stadion ausgetragen wird, hat er bereits lange vor dem Anpfiff um 15.30 Uhr zu tun. „Dann ist volles Programm, dann muss ich wieder alles machen“, sagt Jürgen Beier und klingt dabei durchaus zufrieden. Der Späteinsteiger weiß, dass ihm ohne den Fußball und das Drumherum viel fehlen würde.

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