Zickenkrieg im Elysée-Palast Politik, Liebe und Leidenschaft

Hat ihren eigenen Kopf:  Valérie Trierweiler, Ehefrau von Fançois Hollande Foto: dpa
Hat ihren eigenen Kopf: Valérie Trierweiler, Ehefrau von Fançois Hollande Foto: dpa

Valérie Trierweiler, die Ehefrau des französischen Präsidenten Hollande, bricht aus der Parteilinie der Sozialisten aus. Sie unterstützt den inneparteilichen Gegenspieler von Ségolène Royal. Und die ist pikanterweise Hollandes Exfrau.

Korrespondenten: Axel Veiel (axv)
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Paris - Nach Zickenkrieg im Élysée-Palast sieht das aus. Oder will die selbstbewusste Journalistin Valérie Trierweiler nur daran erinnern, dass sie als Frankreichs Première Dame „mehr sein will als eine Vase im Foyer“, wie sie einmal gesagt hat?

Trierweilers Lebensgefährte, der neue französische Präsident François Hollande, versucht, seine Ex-Ehefrau Ségolène Royal politisch zu retten, die bei den Parlamentswahlen durch einen Dissidenten der Sozialisten herausgefordert wird. Trierweiler dagegen schlägt sich auf die Seite eben jenes Dissidenten.

Der Staatschef hat der Verflossenen am Dienstag ermuti­gende Worte zukommen lassen. Die Sozialistenchefin Martine Aubry und ihre Kollegin von den Grünen, Cécile Duflot, sind in den TGV nach La Rochelle gestiegen, um den aufmüpfigen Lokalfürsten vor der Stichwahl am Sonntag in die Schranken zu weisen. Er möge der prominenten Genossin doch bitte Platz machen. Andernfalls entstehe die peinliche Situation, dass die für den Posten der Parlamentspräsidentin auserkorene frühere Präsidentschaftskandidatin in das Parlament, das sie führen soll, gar nicht gewählt werde. Trierweiler hat ebenfalls ermutigende Worte nach La Rochelle gesandt, nur eben an Royals Gegner, einen gewissen Olivier Falorni. „Courage!“, hat sie getwittert und ihm bescheinigt, dass er sich „seit Jahren selbstlos für die Bürger der Stadt einsetzt“.

Leidenschaft muss da im Spiel gewesen sein. Trierweiler besitzt sie im Übermaß. Sie hegt eine Passion für die Politik und eine für die Liebe. Und wenn dann noch beide Feuer zugleich auflodern, Politik wie Liebe ins Spiel kommen, kann sich das schnell zu einem Flächenbrand ausweiten. Und so ist es passiert. Die Journalistin Trierweiler hat verfolgen müssen, wie die Sozialisten dem in La Rochelle verwurzelten Kandidaten die prominente Royal vor die Nase setzten. Trierweiler hat sensibel registriert, dass das Manöver dazu diente, Hollandes Ex einen hohen Posten zuzuschanzen. Das war zu viel des Schlechten, zumal das Verhältnis zwischen den beiden Frauen ebenfalls schlecht ist. Lachender Dritter im von zahlreichen Sekundanten begleiteten Duell Royal/Falorni ist die rechtsbürgerliche UMP, die Royal in La Rochelle nur gar zu gern scheitern sähe.




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