Zoo in Bremerhaven Knuffiges Eisbärenbaby zeigt sich

Von SIR/dpa 

Nach der Geburt eines kleinen Eisbären bereitet sich der Zoo in Bremerhaven auf einen Besucheransturm vor. Im April darf das Jungtier ins Außengehege. Das Bärchen soll aber nicht generalstabsmäßig vermarktet werden. An der Aufzucht gibt es auch Kritik.

Das am 16. Dezember 2013 geborene Eisbar-Mädchen spielt mit den Pfoten von Mutter Valeska in der Back Stage-Anlage des Zoos in Bremerhaven. Foto: dpa 14 Bilder
Das am 16. Dezember 2013 geborene Eisbar-Mädchen spielt mit den Pfoten von Mutter Valeska in der "Back Stage-Anlage" des Zoos in Bremerhaven. Foto: dpa

Nach der Geburt eines kleinen Eisbären bereitet sich der Zoo in Bremerhaven auf einen Besucheransturm vor. Im April darf das Jungtier ins Außengehege. Das Bärchen soll aber nicht generalstabsmäßig vermarktet werden. An der Aufzucht gibt es auch Kritik.

Bremerhaven - Einen Namen hat das knapp drei Monate alte Eisbärenmädchen noch nicht. Berühmt ist es trotzdem schon. Denn die erfolgreiche Zucht von Eisbären in Zoos ist selten: 2011 sind weltweit in Zoos laut Internationalem Zuchtbuch nur neun Jungtiere groß geworden. In Bremerhaven im Zoo am Meer liegt die letzte Geburt eines gesunden Eisbären trotz aller Bemühungen mehr als 40 Jahre zurück.

Noch lebt das 8,5 Kilo schwere Eisbärenbaby hinter den Kulissen. Aber langsam wird es aktiv: Es traut sich inzwischen selbstbewusst aus seiner Wurfhöhle heraus und zeigt sich den Pflegern, am Mittwoch auch den Fotografen. Die ersten Fleischbröckchen hat es bereits probiert. „Es spielt mit sich selbst, liegt auf Mamas Füßen oder beißt der Mama in die Krallen“, sagt Zoo-Direktorin Heike Kück. Auch Mutter Valeska ist ganz entspannt. Sie legt sich direkt ans Gitter der rund 50 Quadratmeter großen Stallanlage und säugt vor den Augen der Pfleger ihr Jungtier.

Die Eisbärin wurde für die Paarung mit Eisbär Lloyd in Bremerhaven einquartiert. Sie kommt eigentlich aus dem Rostocker Zoo, und ihr Junges gehört nun dem Zoo Rostock, bis Mitte 2015 soll das Jungtier aber im Zoo am Meer bleiben. Ein passender Name mit Bremerhaven-Bezug für das Baby fehlt noch. Jeder Zoo-Fan kann einen Vorschlag abgeben. Auch Kück hat einen Favoriten. „Der ist aber top secret“, sagt die Direktorin. Welcher Name es wird, will eine Jury am 19. März bekanntgeben.

Von April an im Außengehege zu sehen

Wenn das Mädchen im April im Außengehege zu sehen sein wird, rechnet Kück mit einem großem Besucherinteresse. An einen Andrang wie einst bei Eisbär Knut glaubt die Zoo-Direktorin aber nicht. „Im Zoo am Meer haben wir es nicht mit einer Handaufzucht wie beim Eisbären Knut in Berlin zu tun“, meint Stadtrat Michael Frost. Deshalb werde es auch keine täglich festen Zeiten geben, zu denen der junge Eisbär gefüttert und dem Publikum gezeigt werde. Auch eine Vermarktungsstrategie für den Eisbären sei nicht geplant.

In der nächsten Woche will sie dem Aufsichtsrat darlegen, wie der Zoo dem möglichen Ansturm gerecht wird. Einfach wird das nicht: „Wir können aus einem kleinen Zoo keinen großen machen.“ Der Bremerhavener Zoo gehört zu den kleinsten in Deutschland.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, kann der Eisbärenzucht nichts abgewinnen. Von mindestens 19 Jungtieren, die in Deutschland seit 2005 geboren wurden, hätten nur sechs überlebt. Auch der Zwilling vom Bremerhavener Eisbärenbaby war tot gefunden worden. „Eisbärbabys gleich Eintrittsgelder. Das scheint für die deutschen Zoodirektoren die Maxime zu sein, Tierwohl steht da hinten an“, sagte Schröder.

 




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