Die Tierschutzorganisation Peta erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Weinstädter Zoohandlung. Die reagiert entspannt – und die betreffenden Shetlandponys grasen längst anderswo.

Über einen „Whistleblower“ habe man die Information erhalten, dass in einer Zoohandlung in Weinstadt zwei Shetlandponys sowie verschiedene Kleintiere auf einer Dachterrasse gehalten würden, heißt es in einer Mitteilung der Tierrechtsorganisation People for the Ethical Treatment of Animals, kurz Peta. Bildmaterial sowie ein Blick auf die Homepage der Zoohandlung, die für eine Dachgartenanlage mit Kleintieren werbe, hätten dies bestätigt.

Peta: keine artgerechte Haltung

Laut Überzeugung von Peta können Ponys auf einer Dachterrasse nicht artgerecht gehalten werden. „Als Lauftiere brauchen sie regelmäßig ausreichend Bewegung, was auf einer Dachterrasse nicht möglich ist.“ Bereits im Februar habe man sich in einem Brief an die Inhaber der Zoohandlung gewandt. Das Schreiben sei bislang unbeantwortet. Deshalb habe die Tierrechtsorganisation den Sachverhalt der „mutmaßlich nicht artgerechten Haltung“ Anfang diesen Monats an das Veterinäramt des Rems-Murr-Kreises gemeldet.

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Die Existenz der Dachgartenanlage der Zoohandlung Finkbeiner samt Kleintierbestand ist in Weinstadt und Umgebung kein Geheimnis. Das Winterquartier für die beiden betagten Shetlandponys dort sei allerdings eine Notlösung gewesen, sagt Thomas Finkbeiner. „Unsere Mini-Shetlandponys sind die meiste Zeit im Jahr auf einer großen Weide mit viel Auslauf.“ Dort grasen sie auch längst wieder, wie die Zoohandlung in ihrer Erwiderung auf die Vorwürfe auf Facebook mit Bildern belegt.

Zoohandlung: Winterquartier war eine Notlösung

„Wir sind schon längere Zeit auf der Suche nach einem neuen Zuhause für unsere Ponys“, heißt es dort. Die Suche gestalte sich aber sehr schwierig, „da wir die Ponys selbst aus einer schlechten Haltung übernommen haben und diese aufgrund ihres Alters immer wieder eine tierärztliche Betreuung benötigen“. Das erschwere auch die Vermittlung der Tiere. Die Bedenken bezüglich der Unterbringung verstehe man durchaus und nehmen die Kritik an, „denn auch für uns steht das Wohl der Tiere an erster Stelle“. Abgesehen davon stehe der gesamte Betrieb unter regelmäßiger Veterinärkontrolle, betont Finkbeiner „und wir setzen jede der geforderten Auflagen sofort um“.

Den Tierrechtlern von Peta wiederum geht es laut Mitteilung nicht nur um eine artgerechte Haltung für die beiden Shetlandponys: Man setze sich grundsätzlich für ein Ende des Handels mit Heimtieren ein.

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