Zuffenhausen Ein Blockheizkraftwerk spart Energie und Geld

Im Freibad des SSV Zuffenhausen muss die Wärmepumpe für das Sport- und Nichtschwimmer-Becken Foto: Archiv Daniel Stahl
Im Freibad des SSV Zuffenhausen muss die Wärmepumpe für das Sport- und Nichtschwimmer-Becken Foto: Archiv Daniel Stahl

Die Vereine auf der Schlotwiese könnten wesentlich günstiger heizen. Das belegt jetzt eine Studie.

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Zuffenhausen - Ein Blockheizkraftwerk (BHWK) auf der Schlotwiese lohnt sich – auch ohne eine Ballspielhalle. Das ist das Ergebnis einer Studie des Energieberatungszentrums Stuttgart, die der SSV Zuffenhausen und der Tennisclub Blau-Weiß in Auftrag gegeben haben.

Auf ihre Energieeffizienz wurden das Gebäude der Bezirkssportanlage, die Halle des TC Blau-Weiß, die Schwimmbecken des SSV sowie sechs weitere Bauten des Großvereins auf der Schlotwiese untersucht. Das Ergebnis: Die Wärmepumpe des SSV-Bades, die sowohl das Sport- und Nichtschwimmer-Becken als auch die Gaststätte mit Nebengebäude heizt, muss dringend saniert werden. Das gilt auch für die Gas-Kesselanlagen des TC.

Der Energieverbrauch dieser beiden Wärmeerzeuger ist laut der Studie sehr hoch. Allein deshalb lohne sich eine gemeinsame Heizungszentrale auf der Schlotwiese, mit der man den Energieverbrauch erheblich senken könnte. Platz für das neue, zentrale Technikgebäude gebe es im Bädlebereich, am süd-östlichen Rand des SSV-Geländes, sagt Gerhard Wiederholl vom Energieberatungszentrum. Von dort aus müssten in etwa einem Meter Tiefe isolierte Kunststoffrohre zu den Heizungsräumen der umliegenden Gebäude verlegt werden, die mit Energie aus dem neuen BHKW versorgt werden sollen.

90 000 Euro könnten jährlich eingespart werden

„Aktuell können wir noch nicht sagen, wer alles Interesse hat und welche Gebäude vom Blockheizkraftwerk beliefert werden“, sagt Hans Heppner, SSV-Vorstandsmitglied. „Auch der FV Zuffenhausen ist nach der Fusion mit dem SSV noch nicht berücksichtigt.“ Zudem wäre denkbar, auch die Jugendfarm oder die Park-Realschule zu versorgen. Gerechnet habe man erst einmal mit den Anlagen des SSV und des TC. Zwischen 250 000 und 300 000 Euro müssten die beiden Vereine in das Projekt investieren. Die Ausgaben würden sich schnell bezahlt machen, sagt Heppner. 55 000 Euro müssten SSV und TC eh in die Hand nehmen, um ihre sanierungsbedürftigen Anlagen zu erneuern – auch ohne BHKW. „Mit einem Blockheizkraftwerk könnten wir aber im Jahr rund 90 000 Euro an Strom- und Heizkosten sparen. Damit amortisiert sich die Anlage in zwei bis drei Jahren.“

Zudem könne man einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Momentan stoßen die Anlagen des SSV, TC und das Gebäude auf der Bezirkssportanlage rund 536 000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid (CO2) aus, heißt es in der Studie des Energieberatungszentrums. Wenn nun künftig nicht mehr mit Gas, sondern mit Holzhackschnitzeln geheizt würde und zudem noch ein neues gasbetriebenes BHKW für Energie sorge, könnte der Verbrauch um rund 60 Prozent reduziert werden. Das Energieberatungszentrum rechnet dann mit einer jährlichen Emission von nur noch circa 215 000 Kilogramm CO2.

Die Studie läge mittlerweile auch den Stadträten vor, sagt Heppner. Nun müsse man abwarten, wie der Gemeinderat zur gewünschten Ballspielhalle auf der Schlotwiese stehe, die auch vom BHKW versorgt werden soll. Der Bedarf für so eine Sportstätte sei enorm, heißt es beim SSV Zuffenhausen. Eine Baugenehmigung wurde schon vor rund zehn Jahren erteilt. Das Projekt scheiterte bislang an der Finanzierung. Der Gemeinderat wollte die etwa 4,25 Millionen Euro noch nicht bereit stellen. Nichts desto trotz: Egal, ob die Ballspielhalle gebaut werde oder nicht, mache ein BHKW auf der Schlotwiese Sinn, sagt Heppner. Nun müsse man klären, wer alles Interesse habe, an die Anlage mit angeschlossen zu werden und wer sie überhaupt baue. „Macht das die Stadt, machen wir das oder eine neu gegründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts?“ Das werde sich noch zeigen.




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