Zulieferer steigt bei Hofer ein Elring-Klinger baut Elektromobilität aus

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Hofer sieht sich als weltweit unabhängiger Entwickler für die Autoindustrie. 700 Mitarbeiter werden beschäftigt, drei Viertel davon sind Ingenieure und Techniker. Nicht zuletzt an dieser Kompetenz dürfte der Dichtungshersteller aus Dettingen interessiert sein.

Elring-Klinger-Chef Stefan Wolf setzt auf Elektroantriebe. Foto: dpa
Elring-Klinger-Chef Stefan Wolf setzt auf Elektroantriebe. Foto: dpa

Stuttgart - Durch die Beteiligung an einem Technologieunternehmen stärkt der Autozulieferer Elring-Klinger seine Aktivitäten im Bereich alternative Antriebssysteme für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Der Dichtungshersteller aus Dettingen/Erms hat sich mit 27 Prozent an der Nürtinger Hofer AG beteiligt, einem Entwickler rund um Batterie- und Brennstoffzellentechnologie sowie Software. Darüber hinaus übernimmt Elring-Klinger 53 Prozent der Hofer-Produktionstochter Powertrain Products GmbH; die Gesellschaft soll vom kommenden Jahr an voll bei Elring-Klinger konsolidiert werden.

Die Kunden von Hofer sind vor allem Hersteller von Kleinserien im Sport- und Luxuswagensegment. Hofer sei weltweit als unabhängiger Entwickler für die Fahrzeugindustrie tätig, ist auf der Internetseite nachzulesen. Unter dem Dach der Hofer AG sind dabei zehn eigenständige Gesellschaften tätig. Insgesamt stehen 800 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste.

Vor allem die Beschäftigten dürften für die Dettinger interessant sein; denn mehr als 75 Prozent sind Ingenieure und Techniker, „durchweg Fachleute und Spezialisten aus der Autoindustrie“, ist in der Mitteilung von Elring-Klinger nachzulesen. Die Führung rund um Gesellschafter und Vorstandschef Johann Hofer werde im Amt bleiben, sagte ein Sprecher des Zulieferers. Ob der Dichtungshersteller zusätzlich eine Option auf weitere Anteile habe, wollte der Sprecher nicht sagen. Die Transaktion unterstreiche die strategische Ausrichtung von Elring-Klinger, frühzeitig für die Autoindustrie Entwicklungs- und Umsetzungsaufgaben zu übernehmen.

„Mit diesem logischen Schritt dehnt Elring-Klinger seine Aktivitäten im Bereich der neuen innovativen Antriebstechnologien weiter aus“, sagte Elring-Klinger-Chef Stefan Wolf. „Neben den Leichtbaukomponenten, die unabhängig vom Antriebsstrang sind, wird die Elektromobilität eine weitere wichtige Säule für die zukünftige Entwicklung des Konzerns darstellen“, fügte er hinzu. Bislang trägt die Elektromobilität gerade einmal ein Prozent zum Umsatz des Zulieferers bei; gefertigt werden etwa Batteriegehäuse. Nicht berücksichtigt dabei sind Produkte wie Hitzeschilder und Cockpitträger, die sowohl bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor als auch mit Elektromotor eingesetzt werden.

Elektromobilität trägt ein Prozent zum Umsatz bei

Elring-Klinger hat im vergangenen Jahr mit 7900 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro erzielt. Der Jahresüberschuss lag bei knapp 92 Millionen Euro (minus 13 Prozent). Grund für den Rückgang waren nicht zuletzt Sonderbelastungen aufgrund von Kapazitätsengpässen im Bereich Erstausrüstung. Im ersten Halbjahr 2016 stieg der Umsatz um gut drei Prozent. Der Überschuss sank um 19 Prozent auf knapp 40 Millionen Euro.

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