Zweckverband Wieslauftalbahn Wasserstoff für Wiesel im Visier

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Ein Umstieg auf den alternativen Antrieb wird immer wahrscheinlicher. Zur nächsten Verbandsversammlung soll eine Analyse der Hochschule Esslingen vorliegen.

Kohle und Dampf früher, jetzt Diesel – wie die Wieslauftalbahn künftig angetrieben werden soll, wird derzeit geprüft. Foto: Martin Stollberg
Kohle und Dampf früher, jetzt Diesel – wie die Wieslauftalbahn künftig angetrieben werden soll, wird derzeit geprüft. Foto: Martin Stollberg

Waiblingen - Eigentlich hatte man in diesem Jahr groß Jubiläum feiern wollen, denn die Wieslauftalbahn ist mittlerweile seit 25 Jahren im Betrieb. Doch die meisten der Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Besonders ärgerlich für den Zweckverband, der das Wiesel betreibt: Auch die am 3. Oktober geplante Präsentation zur Zukunftsmobilität an der Fahrzeughalle in Rudersberg im Rahmen des örtlichen Apfelmarktes kann nicht stattfinden. Dazu hätte eigens ein mit Wasserstoff angetriebener Zug in Augenschein genommen werden können. Doch das wird wegen der Corona-Umstände nun nicht möglich sein.

Bedingungen für Wasserstoffwiesel werden geprüft

An dem Vorhaben, künftig mit dem Wiesel selbst auf den emissionsarmen Kraftstoff umzusteigen, hat das freilich nichts geändert. Derzeit werde zusammen mit der Hochschule Esslingen geprüft, unter welchen Bedingungen eine Umstellung auf alternative Antriebe, insbesondere auf wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, möglich wäre, berichteten der Landrat Richard Sigel und der Geschäftsführer Eberhard Frank in der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes, an dem neben dem Landkreis die Kommunen Schorndorf und Rudersberg beteiligt sind. Eine Marktanalyse und eine Bewertung der erforderlichen Infrastruktur sowie eine Kosten-/Nutzenanalyse sollen voraussichtlich in der nächsten Sitzung vorgelegt werden. Eines jedoch ist jetzt schon klar: Weil die Züge mit mindestens 40 Metern deutlich länger sind als die aktuellen Dieselfahrzeuge (25 Meter), wird die Fahrzeughalle in Rudersberg nicht mehr passen. Laut Eberhard Frank wäre ein Umbau nach ersten Einschätzungen aber möglich.

Kreis ist jetzt „HyPerformer“

Wie berichtet, hat sich der Kreis mit der Beteiligung an dem Bundesmodellprojekt HyPerformer unlängst bereits der Erprobung des Wasserstoffantriebs im Öffentlichen Nahverkehr verschrieben. So will man zusammen mit der Stadt Waiblingen auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Hess aus regenerativen Energien Wasserstoff selbst herstellen und in einer Tankstelle für den Einsatz auf einigen Buslinien bereit halten. Eine mit Wasserstoff betriebene Wieslauftalbahn könnte dem Thema dann aber noch eine ganz andere Dimension geben.

Denn dass man das Wiesel aus der Hand geben und zusammen mit anderen sogenannte Nebenbahnen vom Verkehrsverbund Stuttgart managen lassen könnte, kommt zumindest für den Landrat Richard Sigel nicht infrage. Seiner Einschätzung nach käme den Kreis und damit auch die Kommunen eine Umlage deutlich teurer als den Betrieb in Eigenregie zu organisieren. Zudem könnte man die Zukunftsentwicklung dann nicht mehr selbst steuern.

Zwar hat der Zweckverband Wieslauftalbahn nach dem jetzt vorliegenden Wirtschaftsergebnis das Jahr 2019 um knapp 440 000 Euro schlechter als geplant abgeschlossen, allerdings verzeichnete man mit rund 1,2 Millionen Fahrgästen erneut einen Rekord. Das freilich wird in diesem Jahr coronabedingt nicht möglich sein. Eberhard Frank rechnet frühestens wieder 2023 mit ähnlich guten Zahlen wie im vergangenen Jahr.

Gleisbauarbeiten in den Ferien

Baustelle
Von Montag, 3. August, bis Freitag, 4. September, ist auf der Wieslauftalbahn mit einigen Einschränkungen zu rechnen. Wie der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) mitteilt, werden auf der Strecke zwischen Schorndorf und Oberndorf Gleise, Weichen, Schwellen sowie die Leit- und Sicherungstechnik erneuert und andere kleinere Baumaßnahmen in Angriff genommen.

Einschränkungen
Zwischen der Schorndorfer Grabenstraße (Bahnhof) und Rudersberg Nord wird ein sogenannter Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Zwischen Rudersberg Nord und Rudersberg Oberndorf Brunnenplatz fährt ein Kleinbus.

Besonderheiten
Außerdem sollten die Fahrgäste laut dem VVS beachten, dass die Ersatzbusse in Rudersberg auf einem geänderten Linienweg und in einer Art Schleife im Einsatz sein werden. Von Schorndorf kommend machen die Busse an den Haltestellen „Marktplatz“ (Richtung Welzheim), „Nord“ (Richtung Welzheim) und „Feuerwehr“ (Richtung Ortsmitte) Halt. Im Anschluss geht es wieder zurück nach Schorndorf. Der Bahnhof Rudersberg wird allerdings nicht angefahren. Fahrgäste, die von Schorndorf nach Rudersberg fahren möchten, können in Rudersberg Nord sowie Rudersberg Marktplatz in den Kleinbus umsteigen. Auf der Rückfahrt ist ein Umstieg an der Haltestelle „Rudersberg Feuerwehr“ vorgesehen.

Infos
Der VVS bittet seine Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt in der VVS-Fahrplanauskunft über die App „VVS Mobil“ oder vvs.de über ihre Verbindung zu informieren.




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