Zwiebelfestnachfolge Ein Esslinger G’schmäckle

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Wer darf als Nachfolger der Zwiebelfestwirte im August den Esslinger Marktplatz nutzen? Die Zweifel an der Objektivität des Verfahrens der Stadt wachsen.

Was bringt der Sommer auf dem Esslinger Marktplatz? Foto: Michael Steinert
Was bringt der Sommer auf dem Esslinger Marktplatz? Foto: Michael Steinert

Esslingen - Bisher hat keiner der Bewerber einen genehmigungsfähigen Antrag gestellt. Dennoch will die Verwaltung am Montag dem Gemeinderat mitteilen, dass sie Salvatore Marrazzo, Christian List und ihren Partnern den Zuschlag für das von ihnen geplante Sommerfest auf dem Marktplatz geben will. Das hat gleich in mehrfacher Hinsicht ein G’schmäckle.

Dass Salvatore Marrazzo in diesem Jahr die Gäste beim Benefizessen der Bürgerstiftung bekocht – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dass die Verwaltung ursprünglich den Gemeinderat fragen wollte, wer 2019 und 2020 den Marktplatz bekommen soll, nun aber selbst darüber entscheiden wird, ist schon problematischer. Formal ist gegen dieses Vorgehen zwar nichts einzuwenden. Aber es fällt schon auf, dass das Rathaus das Heft des Handeln offenbar deshalb in die Hand nimmt, weil es fürchtet, dass eine Mehrheit des Gemeinderats durchaus mit einem Street Food Festival statt eines Sommerfests liebäugelt.

Dieser Verdacht wird noch verstärkt durch die Ankündigung, notfalls das Windhundprinzip anwenden zu wollen. Christian List hat sein Insiderwissen genutzt und lange, bevor der Rückzug der Zwiebelfestwirte bekannt war, seine Bewerbung abgegeben. Dass er dafür am Ende belohnt werden könnte, lässt die Zweifel an der Objektivität des Auswahlverfahrens wachsen.