17. August: So war es vor einem Jahr Fröhliche Goldgelb-Party und ein sterbender Beruf

Volles Haus im Sonnenblumenfeld: Was 2019 ebenso üblich wie möglich war, ist für 2021 noch längst nicht  gesetzt. Foto: /Archivfoto: Michael Steinert
Volles Haus im Sonnenblumenfeld: Was 2019 ebenso üblich wie möglich war, ist für 2021 noch längst nicht gesetzt. Foto: /Archivfoto: Michael Steinert

Auf dem Sonnenblumenfeld am Krummhardter Wasserturm wurde vor einem Jahr zum neunten Mal goldgelb gefeiert. Wenn Corona es zulässt, steht im nächsten Jahr ein Jubiläum an. Andere Schlagzeilen vom 17. August 2020 sind immer noch aktuell.

Region: Andreas Pflüger (eas)
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Kreis Esslingen - Die schlechte Nachricht ist, dass es in diesem Jahr kein Goldgelb-Festival gibt. Die gute: Das hat rein gar nix mit Corona zu tun, da sich die ehrenamtlichen Macherinnen und Macher des Krummhardter Kulturvereins in den geraden Jahren – rein turnusgemäß – eine schöpferische Pause gönnen. Ob und in welcher Form sie dann 2021 den weit über Aichwald hinaus ebenso beliebten wie gut besuchten Konzertreigen durchziehen können, steht dabei allerdings noch auf einem ganz anderen Blatt.

Vor Jahresfrist jedenfalls wurde im Sonnenblumenfeld am Wasserturm mit dem seit 2003 bewährten Konzept, aber mit einer neuen, großzügigeren Aufteilung des liebevoll gestalteten Platzes gefeiert. „Goldgelb rockt den Schurwald“ , so lautete am 17. August die Titel-Schlagzeile unserer Zeitung, nachdem die beiden Auftakt-Tage auch wettermäßig nichts hatten zu wünschen übrig gelassen. Anders als die 600 Helferinnen und Helfer hielt Petrus zwar nicht bis zum Ende der fünftägigen Veranstaltung durch. Dennoch erlebten die insgesamt rund 30 000 Gäste eine ebenso entspannte wie vergnügliche Zeit mit Livemusik aus den unterschiedlichsten Genres und Jahrzehnten.

Ende April nächsten Jahres wird endgültig entschieden

Was im nächsten Jahr sein wird, vermögen die Verantwortlichen bis jetzt noch nicht zu sagen. „Im Vorstand und unter den Mitgliedern wurde eifrig diskutiert und es gab verschiedene Ansichten“, sagt Rolf Doll, der Vorsitzende des Kulturvereins. Er sei eher für eine Verschiebung gewesen, aber die Mehrheit hat anders entschieden, was er selbstverständlich akzeptiere und natürlich auch mittrage. „Wir sind daher feste am planen und wollen vom 19. August 2021 an mit dem zehnten Goldgelb unser erstes Jubiläum feiern“, erklärt Dolls Stellvertreterin, Ute Kotschner. Vor allem die Bands und das Equipment müssten schon jetzt gebucht werden, zumal im nächsten Jahr ja viele Festivitäten die heuer ausgefallen seien, nachgeholt werden sollen.

Dass die Verträge unter Vorbehalt abgeschlossen würden, werde dennoch allgemein akzeptiert, ergänzt Kotschner und legt den weiteren Fahrplan offen. „Im September machen wir uns nochmals Gedanken, um dann im nächsten Frühjahr, spätestens Ende April zu entscheiden, ob wir’s durchziehen oder nicht.“ Für die Vorstandschaft sei indes klar, dass nach den jetzigen Vorschriften das Goldgelb seinen einzigartigen Charakter verlieren würde. „Das Gelände komplett einzuzäunen und Eintritt zu verlangen, um die Leute registrieren zu können, würde das Flair zerstören“, sagt sie. Eine Verschiebung sei dann die bessere Option, ergänzt Rolf Doll.

Pflegenotstand, Sargträger und eine Stadtbad-Diskussion

Was die anderen EZ-Schlagzeilen von vor einem Jahr betrifft, hat sich die Nachrichtenlage trotz Corona hingegen nicht wirklich verändert. Der Mangel an Pflegekräften, den die Pflegeberaterin Uta Kümmerle in einem Gespräch aufgezeigt hatte ist nicht geringer geworden – eher im Gegenteil. Und auch das spannende Porträt von Erich Wieland, einem der letzten Sargträger im Landkreis, hat nicht dazu geführt, dass seine Zunft außergewöhnlichen Zulauf erhalten hätte.

Und noch etwas ist gleich geblieben: Seine Stadt könne sich ein neues Stadtbad einfach nicht leisten, hatte der Plochinger Rathauschef Frank Buß im Sommerinterview mit unserer Zeitung erklärt – und damit versucht, die hochemotionale Debatte um die Einrichtung zu versachlichen. Das gelang ihm zwar nur bedingt, aber sagen wir es mal so: Besser gemacht hat die Corona-Krise die finanzielle Situation der Stadt an der Filsmündung in keinem Fall.




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