5 Mal Stadion, 26 Mal Schleyerhalle Das Konzertjahr 2020 sprengt in Stuttgart alle Rekorde

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Fünf Konzerte in der Mercedes-Benz-Arena sind für das kommende Jahr bereits angesetzt – das ist Rekord. Dazu kommen schon jetzt 26 Großkonzerte in der Schleyerhalle – erstaunlich zu einem so frühen Zeitpunkt. Hier die Höhepunkte des Popjahrs 2020.

Music for the Masses: In der Schleyerhalle wird es 2020 oft voll. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt 13 Bilder
Music for the Masses: In der Schleyerhalle wird es 2020 oft voll. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Stuttgart - Das Popkonzertjahr 2020 wirft seine Schatten längst voraus – und so viele Großkonzerte wie im kommenden Jahr hat Stuttgart selten gesehen.

Fünf Mal füllt sich das Stadion

Zunächst einmal wären da nämlich die schon jetzt feststehenden fünf Stadionkonzerte. Das gab es hier in Stuttgart noch nie. Angesagt haben sich für jeweils einen Auftritt sowie ein Zusatzkonzert in der Mercedes-Benz-Arena Rammstein und die Fantastischen Vier. Die beiden Rammstein-Gastspiele waren innerhalb von Minuten ausverkauft, bei den Fantastischen Vier läuft der Vorverkauf so blendend, dass das Zusatzkonzert schon bald nach dem ersten angesetzt wurde. Das fünfte Konzert ist schließlich das Gastspiel von Iron Maiden am Samstag, dem 18. Juli. Der Vorverkauf dazu beginnt erst an diesem Mittwoch. In der Summe ergeben sich allein bei diesen fünf Konzerten geschätzt rund 200.000 Zuschauer – ein Wert, der früher völlig undenkbar gewesen wäre. Er ist positiv formuliert Ausdruck der immensen Begeisterung, die Livekonzerte bei kulturbeflissenen Menschen entfachen können, oder aber bei griesgrämiger Sichtweise ein Kennzeichen einer neuen Eventkultur, bei der das Happening die Freude an Haptik und Zusammenhang eines physischen Tonträgers ersetzt hat.

Einige Schleyerhallen-Konzerte bereits ausverkauft

Für ebenfalls zwei Konzerte, allerdings in der Schleyerhalle, haben sich die Toten Hosen angesagt. Bei beiden Konzerten dieser Unplugged-Tournee am 12. Juni sowie beim Zusatztermin am 13. Juni werden die Tickets auch schon knapp. Auch bei den Ärzten ist ein Termin in Stuttgart dabei: Am 20. und 21. November wird die Band in der Schleyerhalle auftreten.

Bereits ausverkauft ist die Schleyerhalle für das Konzert der US-Metalband Slipknot am 8. Februar. Nur noch Sitzplätze beziehungsweise nur noch wenige Restkarten gibt es für die Auftritte von Deichkind, Kontra K und SDP, die allesamt für das Frühjahr angesetzt sind. Eric Clapton, der große alte Mann der Rockmusik, erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit; er ruft auch entsprechend große Preise auf. Die billigsten noch verfügbaren Tickets für sein Stuttgarter Konzert am 2. Juni kosten derzeit 175 Euro.

Den Auftakt der Großkonzerte macht schon am 18. Januar die schwedische Powermetalband Sabaton. Hier gibt es nur noch ein Restkontingent an Sitzplätzen. Es folgen im Februar noch die Schleyerhallenauftritte von Silbermond sowie – ebenfalls schon fast ausverkauft – Five Finger Death Punch.

Eine Auswahl der weiteren Konzerte: James Blunt kommt am 3. April, Capital Bra & Samra am 3. Mai, Judas Priest am 25. Juni, Udo Lindenberg am 1. Juli, Kiss am 11. Juli, Simply Red am 18. November, Zucchero am 24. November, Nightwish am 28. November sowie Pur am 20. Dezember.

Es kommt gewiss noch mehr dazu

Das Konzert der Bietigheimer ist das vorläufige Jahresfinale von insgesamt über zwanzig Auftritten, die bereits jetzt für 2020 terminiert sind. Hier werden mit Sicherheit noch einige Termine im Laufe der kommenden Wochen und Monate dazu kommen. Doch schon jetzt lässt sich sagen, dass auch dies ein überbordender Reigen von Konzerten ist, wie ihn Stuttgarts größte Konzertlocation auch noch nicht erlebt hat. Die Gründe dafür liegen – siehe oben – an der ungebrochenen Freude am Event aber eben auch am Umstand, dass Künstler angesichts der wegbrechenden Einnahmen aus dem Tonträgerverkaufsgeschäft weitaus häufiger als früher auf Tourneen gehen.

In der Summe kommt man allein bei den hier aufgeführten Konzerten in Stadion und Schleyerhalle auf rund 400 000 Besucher insgesamt. Ohne die unzähligen weiteren Konzerte, die es auf den mittleren und kleinen Bühnen von Stadt und Region obendrein noch zu erleben geben wird.

Wer über Investitionen am Musikstandort Stuttgart und dessen Spielstätten (beziehungsweise: fehlende Spielstätten) nachdenkt, sollte diese Summen getrost ins Kalkül miteinbeziehen.