Abwasserreinigung in Leinfelden-Echterdingen In den Kläranlagen stehen teure Sanierungen an

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Die Modernisierung der Abwasserreinigung kostet die Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen in den kommenden Jahren circa 4,6 Millionen Euro.

Millionenbeträge sind erforderlich, um die Kläranlagen zu modernisieren. Dem Stadtwerke-Ausschuss (Bild) wurden am Dienstag neuralgische Punkte gezeigt. Foto: Norbert J. Leven
Millionenbeträge sind erforderlich, um die Kläranlagen zu modernisieren. Dem Stadtwerke-Ausschuss (Bild) wurden am Dienstag neuralgische Punkte gezeigt. Foto: Norbert J. Leven

Leinfelden-Echterdingen - Die Stadtentwässerung ist eine kostspielige, aber notwendige Angelegenheit. Das ist die zentrale Botschaft, die Mitglieder des gemeinderätlichen Stadtwerke-Ausschusses von einer ausführlichen Vor-Ort-Besichtigung des Klärwerks Fleinsbach in Stetten mitgenommen haben.

„Wir müssen hohe Beträge einsetzen, um die Stadtentwässerung technisch auf dem Stand zu halten“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke L.-E., Peter Friedrich. Die Große Kreisstadt wird dafür in den nächsten Jahren insgesamt etwa 4,6 Millionen Euro locker machen müssen. Diese Summe ist allerdings zurzeit nur ein grober Anhaltspunkt. Zum Teil seien die Planungen für Modernisierungen noch nicht angelaufen, hieß es.

Investitionsanteil fließt nach Stuttgart

Kompliziert wird die Berechnung noch dadurch, dass Schmutzwasser aus den Stadtteilen von Leinfelden-Echterdingen zu einem erheblichen Teil außerhalb der Stadtgrenzen gereinigt wird: in den Kläranlagen von Möhringen und Plieningen. Dazu gibt es Verträge zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und L.-E., in denen auch eine Beteiligung an den Investitionen geregelt ist. Demnach fließen bis zum Jahr 2017 insgesamt 2,12 Millionen Euro in die Modernisierung der beiden Anlagen in der Nachbarschaft.

Eigene Reinigungsanlagen betreiben die Stadtwerke am Reichenbach im Siebenmühlental unterhalb der Mäulesmühle und außerdem am Fleinsbach am Rande des Gewerbegebiets Sielminger Straße in Stetten. Dort wurden am Dienstagabend von den Fachleuten und der Geschäftsführung der Stadtwerke die bereits erkannten Problemstellen benannt und gezeigt.

Schlammentwässerung wird ausgetauscht

Nach mehr als 15 Jahren in nahezu unveränderter Form kündigen sich für die nächsten Jahre einige Erneuerungen an. Dazu gehört in Stetten unter anderem ein Austausch der seit 27 Jahren betriebenen Schlammentwässerungsanlage. Auch die Belüftungsanlagen der Klärbecken sind in die Jahre gekommen und müssen modernisiert werden. Für den Faulturm wünscht man sich eine Wärmedämmung, damit dort die für den Einsatz der Bakterien notwendige Temperatur weniger Energieeinsatz erfordert. Alles in allem dürfte sich die Modernisierung in Stetten bei 1,5 Millionen Euro einpendeln.

Im Klärwerk Reichenbachtal haben die Sanierungsarbeiten nach Auskunft von Friedrich Acker, Leiter der Technischen Abteilung, bereits begonnen. „Der finanzielle Aufwand wird voraussichtlich an die Millionengrenze heranreichen“, schätzt er.

Sorge über Gedankenlosigkeit von Bürgern

Trotz moderner Verfahren bereitet den Stadtwerken die Gedankenlosigkeit von Bürgern Sorge: Stadtwerke-Chef Friedrich appelliert eindringlich: „Speisereste gehören nicht in die Toilette.“ Nur Ratten hätte daran ihre Freude. Auch Medikamente hätten im Abfluss nichts zu suchen. Arzneimittel könne man nicht rückstandslos aus dem Abwasser herausfiltern.