Aktuelle Daten zur Corona-Pandemie Inzidenz in drei Kreisen der Region über 100

Der Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt leicht an, auf aktuell 94. (Archivbild). Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Der Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt leicht an, auf aktuell 94. (Archivbild). Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Während die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland weiter sinkt, bleibt sie im Großraum Stuttgart auf einem hohen Niveau. Am Samstag liegen drei Kreise der Region über einem Wert von 100. Hier geht es zu den aktuellen Daten.

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Stuttgart - In Deutschland sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter – in Baden-Württemberg verharrt der Wert noch immer knapp unter 100. Die Kreise rund um Stuttgart melden in Teilen sogar noch höhere Werte. Am Samstag verzeichneten neben der Landeshauptstadt auch der Rems-Murr-Kreis sowie der Landkreis Göppingen mehr als 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner im Wochenmittel.

Bundesweit wurden knapp 60 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Nur noch das Bundesland Bremen (105) liegt aktuell im dreistelligen Inzidenz-Bereich. Doch auch Baden-Württemberg (94) kratzt als Land mit der zweithöchsten Inzidenz Deutschlands an der 100er-Marke.

Obwohl die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus bundesweit nicht mehr an die Inzidenz der Neuinfektionen gebunden sind, bleibt der Wert als Gradmesser für das Infektionsrisiko und die Zahl der zu Behandelnden relevant.

In diesem Beitrag veröffentlichen wir die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens. Wir greifen dafür auf Daten des Robert-Koch Instituts sowie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg zurück. Stand der Daten: 19. September, 9:30 Uhr.

Die aktuellen Coronaregeln

In Baden-Württemberg gibt es drei Stufen für die Maßnahmen gegen das Coronavirus. Welche Stufe gilt, bemisst sich an der Lage in den Krankenhäusern. Während die tagesaktuell ausgewiesene Rate der zuletzt ins Krankenhaus eingewiesenen Covid-19-Patienten systematisch zu niedrig angegeben wird, ist die Zahl der von Coronapatienten belegten Intensivbetten ein zuverlässiger Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems.

Sind mehr als 250 Intensivbetten im Land belegt, greift die Warnstufe – dann gilt weiter die 3-G-Regel für die meisten Bereiche des öffentlichen Lebens, allerdings müssen Ungeimpfte einen PCR-Test vorweisen. Bei mehr als 390 belegten Intensivbetten gilt die Alarmstufe mit 2-G, Nichtgeimpfte sind dann von etlichen Aktivitäten ausgeschlossen.

Das folgende Schaubild zeigt die Belegung der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Covid-19-Patienten:

Corona-Infektionen in Deutschland und Baden-Württemberg

Die per Labortest bestätigten Neuinfektionen bleiben eine wichtige Kennziffer der Pandemie. Je höher der Anteil der Infektionen, desto höher das Risiko insbesondere für Ungeimpfte, sich zu infizieren und ins Krankenhaus zu kommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz wird für die zurückliegenden sieben Tage und je 100 000 Einwohner berechnet. Deutschlandweit sinkt sie aktuell weiter auf 71.

Die Wachstumsraten sind Mitte August stark gestiegen, ähnlich wie in der zweiten und dritten Welle. Damals ist der Inzidenzwert binnen weniger Wochen um mehr als 100 gestiegen. Derzeit bewegt sich die Kurve für Deutschland wieder nach unten, in Baden-Württemberg stagniert sie.

Das Diagramm zeigt die Sieben-Tage-Inzidenz für Deutschland und Baden-Württemberg seit Juli 2020:

Wie sich die Infektionszahlen in den kommenden zehn bis vierzehn Tagen entwickeln, lässt sich an der Reproduktionszahl (auch R-Wert genannt) ablesen. Liegt sie über 1, dann steckt ein Infizierter mehr als eine weitere Person an – die Infektionszahlen steigen. Ein Rechenbeispiel: Bei einem R-Wert von 1,2 werden aus 100 Infizierten binnen vier bis fünf Tagen 120 – und daraus wiederum in weiteren vier bis fünf Tagen 144. Nach weiteren vier bis fünf Tagen gibt es mehr als 170 Infizierte.

Das folgende Schaubild zeigt die Entwicklung des R-Werts seit Beginn der Pandemie:

Bundesweit wurden in den vergangenen sieben Tagen knapp 60 000 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Werte verteilen sich derzeit sehr ungleich über die Bundesländer. Kein Bundesland liegt im einstelligen Bereich. Am niedrigsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen (32). Besonders hoch sind die Infektionszahlen derzeit in Bremen (105). Es ist das einzige Bundesland mit dreistelliger Inzidenz.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zahlen für die einzelnen Bundesländer. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Länder angezeigt zu bekommen.

In Baden-Württemberg steigt die Inzidenz derzeit leicht an. Im gesamten Land wurden 94 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Nur das Bundesland Bremen hat eine höhere Sieben-Tage-Inzidenz.

Derzeit liegen 16 Kreise im Land über der 100er-Marke. Den höchsten Inzidenzwert hat der Kreis Pforzheim mit 163, am niedrigsten ist der Wert im Breisgau-Hochschwarzwald (57).

In der folgenden Tabelle geben wir die jeweils aktuellsten Werte für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg an und zeigen, wie sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen entwickelt hat. Sie können mit den Pfeiltasten die Tabelle durchblättern, um alle Kreise in Baden-Württemberg angezeigt zu bekommen.

In der Region Stuttgart liegen derzeit drei Kreise über der 100er-Marke. Am höchsten ist der Inzidenzwert in der Landeshauptstadt mit 121 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner im Wochenmittel. Auch der Rems-Murr-Kreis (112) und der Landkreis Göppingen (106) liegen Stand Sonntag über der 100er-Marke. Am niedrigsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Esslingen (83).

Die Karte zeigt die Inzidenzwerte in der Region Stuttgart. Klicken Sie auf den gewünschten Kreis, um detaillierte Zahlen angezeigt zu bekommen.

Verstorbene

Die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert immer erst zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionen. Zurzeit sinkt die Zahl der gemeldeten Todesfälle. Wichtig zu wissen: Die Zahlen beziehen sich auf das Melde-, nicht auf das Sterbedatum.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden, ans RKI gemeldeten Todesfälle seit März 2020:

Impfungen

Mittlerweile gibt es für fast alle Über-12-Jährigen eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. Auch Impfstoff und Impftermine sind längst nicht mehr knapp. Seit August werden im Wochenmittel rund 70 000 Dosen pro Tag verimpft. Die Impfquote steigt somit weiter an, wenn auch nur noch langsam.

Das folgende Diagramm gibt den Anteil der einmalig und vollständig Geimpften gerechnet auf die Gesamtbevölkerung aus. Betrachtet man beispielsweise nur die Erwachsenen, dann sind knapp 80 Prozent mindestens einmal geimpft.

Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert – ebenso die Übersicht zu den Corona-Risikogebieten sowie Quarantäneregeln für Reisende.




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