Alte Wiernsheimer Straße in Mönsheim Rote Karte für den Durchgangsverkehr

Von Brunhilde Arnold 

Ein Schild „Anlieger frei“ und eine Straßenverengung sollen die Alte Wiernsheimer Straße entlasten.

Die Situation in der Wiernsheimer Straße bewegt die Anwohner. Foto: Andreas Gorr
Die Situation in der Wiernsheimer Straße bewegt die Anwohner. Foto: Andreas Gorr

Mönsheim - An der Alten Wiernsheimer Straße soll es künftig weniger kritische Verkehrssituationen geben und ruhiger zugehen. Der Gemeinderat hat jetzt eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, mit denen die Gemeinde versuchen will, auf der engen und steilen Gemeindestraße zwischen der Gartenstraße und dem Kreisverkehr in Richtung Wiernsheim für Entlastung zu sorgen. Der Hintergrund: Einige Anlieger, die an dem besonders ­engen Teilbereich wohnen, klagten öffentlich darüber, dass der Verkehr stark zu­genommen habe, dass viele Auswärtige die Straße als Abkürzung benützen würden und dass häufig in der 30er-Zone zu schnell gefahren werde. Daraufhin er­folgte Messungen haben die Tempoüberschreitungen bestätigt, ein Fahrzeug wurde sogar mit 97 Sachen ertappt. Weiter kritisierten die Anwohner, dass die Gehwege, die auch von Kindern und Senioren benutzt werden, im unteren Teilbereich sehr schmal sind und Abgrenzungen einfach überfahren würden.

Benutzung unattraktiv machen

Jetzt legte ein Planungsbüro Vorschläge auf den Tisch, wie man den Verkehr an der neuralgischen Stelle nach Möglichkeit verringern kann. „Wir sollten das Be­nutzen dieser Straße so unattraktiv wie ­möglich machen“, sagte der Gemeinderat Walter Knapp von der Freien Wähler­gemeinschaft (FWG) und fragte, ob es nicht möglich sei, sich mit den Busunternehmen zusammenzusetzen. Denn auch große Linienbusse benutzen diese Straße, ohne dass dort eine Haltestelle ist. Der Bürgermeister Thomas Fritsch verwies auf die Aussage von Oliver Müller, dem Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamtes, dass Leer- und Sonder­fahrten dort nicht durchfahren dürften, ebenso wenig wie Reisebusse. Lediglich Linienfahrten seien möglich.

Die Gemeinderäte diskutierten ausführlich über Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung an der Straße. „Das Thema ­Anliegerstraße fährt uns immer noch im Kopf rum“, sagte Hans Kuhnle von der Unabhängigen Bürgerliste Mönsheim (UBLM). Seine Fraktionskollegen Ralf Stuible und Joachim Baumgärtner unterstützten ihn. Baumgärtner: „Die Regelung ‚Anlieger frei‘ ist der plausibelste Vorschlag, auch für den Linienverkehr. Wir haben dann eine Handhabe und können reagieren.“ Die Gemeinde setze damit ein Signal, dass sie den Durchgangsverkehr nicht weiter hinnehmen wolle.

Hoffen auf einen Lerneffekt

Stephan Damm (FWG) meinte, dass ein Anliegerschild Autofahrer oft nicht abhalten würde. Straßenverengungen solle man eventuell für ein halbes Jahr probieren, aber nicht auf Dauer, weil das ständige Anhalten und Anfahren die Anwohner auch belaste, sondern nur, bis „ein Lern­effekt eingetreten“ sei.

Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, als Provisorium eine Einengung vor das Gebäude Nummer 13 zu platzieren. Dort ist der Gehweg besonders schmal. Ebenfalls sprach sich der Gemeinderat ­dafür aus, die Alte Wiernsheimer Straße von der Gartenstraße bis zum Kreisel als Anliegerstraße auszuweisen – zunächst für ein Jahr. Einstimmigkeit herrschte beim Beschluss, das Tempo zwischen dem Kreisverkehr und dem Ortsschild auf 50 zu begrenzen. Ebenso einstimmig wurde ein Vorschlag von Kuhnle angenommen, an den Kreuzungen unterbrochene Haltelinien aufzuzeichnen, um die Rechts-vor Links-Regelung deutlicher zu machen.

Die Gemeinde muss die Anordnungen bei der Verkehrsbehörde beantragen. Für bauliche Maßnahmen sorgt sie selbst.