American Football Alligators stellen sich breiter auf

Von Henning Maak 

Beim Familientag haben sich etwa zehn neue Spieler für das U 19-Team angeboten. Damit könnte die gewünschte Kadergröße von 35 Akteuren erreicht werden. Im U 17-Bereich gibt es eine Spielgemeinschaft mit Fellbach.

Noch ist der potenzielle Gegner für die Neueinsteiger „nur“ eine gepolsterte Foto: Andreas Gorr
Noch ist der potenzielle Gegner für die Neueinsteiger „nur“ eine gepolsterte Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Zwei überaus erfolgreiche Spielzeiten mit zwei Aufstiegen hat das American Football-Team der Leonberg Alligators hinter sich, das 2018 den Spielbetrieb aufgenommen hat. Schon ein Jahr länger gibt es das sogenannte Juniors-Team, das in der Altersklasse U 19 seine Begegnungen austrägt und zuletzt einen beachtlichen dritten Platz in der Regionalliga erreicht hat.

Aus dieser Mannschaft sind sieben Spieler zu den Seniors aufgerückt, die in der kommenden Runde in der Landesliga an den Start gehen werden. Während die Herrenmannschaft mit derzeit 65 Spielern mehr als üppig bestückt ist, umfasst der Kader bei der U 19 nur noch 27 Akteure. Um zumindest 35 Spieler melden zu können, haben die Verantwortlichen der Alligators im Lewa-Sportpark einen Familientag ausgerichtet, bei dem Jugendliche testen konnten, ob sie Talent für American Football haben.

„Besonderen Bedarf haben wir auf der Linebacker-Position, auf der etwas beleibtere Jungs zwischen 80 bis 100 Kilogramm gut wären“, erklärt Jan Bartosch, Sportlicher Leiter der Alligators. Auf dieser Position brauche man eine gewisse Tiefe, da hier öfter rotiert werde und Verletzungen nicht ausblieben. „Aber wir finden für alle Körpermodelle einen Platz im Team und formen die Spieler durch unsere Athletik“, führt Bartosch aus.

Die interessierten Jugendlichen konnten sich beim Familientag an verschiedenen Stationen ausprobieren, an denen jeweils positionsbezogene Übungen angeboten wurden. So mussten die potenziellen Receiver (Passempfänger) spezielle Routen laufen, mögliche Linebacker diverse Blocks stellen, und bei den sogenannten Defensive Backs (Verteidiger gegen das gegnerische Passspiel) wurde ein besonderes Auge auf Beinarbeit und Koordination geworfen. „Wer seine Beine gut unter Kontrolle hat, ist meist gut geeignet für American Football“, erläutert Alligators-Abteilungsleiter Luis Turian.

Am Ende schälten sich etwa zehn Jugendliche heraus, die in der nächsten Saison im Juniors-Team mitwirken wollen. „Ein oder zwei könnten sogar Linebacker werden“, freut sich Turian. Einige seien Geschwister von Mitspielern gewesen, einige hätten aber noch gar keinen Bezug zu den Alligators gehabt. „Ein Jugendlicher hat sogar schon bei den Ludwigsburg Bulldogs gespielt“, sagt Luis Turian.

Die Alligators sind dabei, sich breiter aufzustellen. So gibt es als dritte Mannschaft nunmehr ein U 17-Team, das eine Spielgemeinschaft mit den Fellbach Warriors bilden soll. „Wir waren mit den Warriors-Verantwortlichen auf Lehrgängen und haben schnell festgestellt, dass wir ähnliche Vorstellungen haben“, erzählt Jan Bartosch. Man wolle den Jugendlichen nicht nur Football nahebringen, sondern allgemeine Dinge wie Disziplin, die sie im ganzen Leben gebrauchen könnten. Bartosch: „Als Leonberger und Fellbacher ein Trainingscamp absolviert haben, hätte man denken können, die spielen schon seit Jahren zusammen.“

Seit November vergangenen Jahres gibt es zudem eine Flagfootball-Mannschaft bei den Alligators für Neun- bis 13-Jährige. Und auch die Eltern der Akteure spielen im Verein eine wichtige Rolle. „Sie engagieren sich zum Beispiel beim Catering und zeigen damit, dass sie ihre Kinder nicht nur ein paar Stunden irgendwo abgeben wollen“, sagt Bartosch.




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