Ausbau der A8 Politiker fordern rasche Sanierung der Landesstraße

Viel befahren: Die Landesstraße 1175 zwischen Wimsheim und Wurmberg. Foto: Andreas Gorr
Viel befahren: Die Landesstraße 1175 zwischen Wimsheim und Wurmberg. Foto: Andreas Gorr

Die Strecke zwischen Wimsheim und Wurmberg soll noch vor dem Ausbau der A 8 ausgebessert werden.

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Mönsheim - Rollt der Ausweichverkehr durch die Orte entlang der Autobahn, wenn an der A 8 gebaut wird oder nicht? Die Meinungen hierüber gehen weit aus­einander, wie der Bürgermeister Mario Weisbrich jüngst im Gemeinderat deutlich machte. Anlass ist ein Schreiben des FDP-Landtagsabgeordneten Erik Schweickert, der den Enzkreis vertritt, an die Adresse des Landesverkehrsministers Winfried Hermann (Grüne). Darin setzt sich ­Schweickert für die rasche Sanierung der Landesstraße L 1175 zwischen Wimsheim und Wurmberg ein und zwar zeitlich noch vor dem geplanten Ausbau der A 8 im Zuge der Enztalquerung bei Pforzheim. Die L 1175 ist nicht im Erhaltungsprogramm des Landes bis zum Jahr 2020 enthalten.

Nun befürchten die Lokalpolitiker – sowohl Schweickert als auch Weisbrich sind Mitglied des Kreistags – dass im Zuge der Arbeiten auf der Autobahn der Ausweichverkehr zwischen Wurmberg und Wimsheim auf der L 1175 rollt. Doch das Verkehrsministerium sieht dies anders.

Ausbau nicht zwingend notwendig?

„Bis zu einer Sanierung“, so heißt es in der Antwort an den Landtagsabgeordneten, sei es Aufgabe der Straßenmeisterei des Enzkreises, auftretende Schäden im Rahmen der Straßenunterhaltung zu beheben oder „im Bedarfsfall verkehrsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen, um die verkehrs­sichere Nutzung der Straße zu gewährleisten.“ Auch sei die Ertüchtigung der L 1175 vor dem Ausbau der A 8 „nicht zwingend notwendig“, so der Ministerialdirektor Uwe Lahl.

Denn das Regierungspräsidium Karlsruhe plane „leistungsfähige und verkehrssichere Verkehrsführungen während der Bauzeit.“ Weiter heißt es, dass in „keinem Fall“ während der Bauphase planmäßig Verkehr auf das nachgeordnete Straßennetz verdrängt werde. Und überhaupt liege die Umleitungsstrecke Wurmberg-Wimsheim hinter dem geplanten Bauabschnitt, sodass keine planmäßige Belastung dieser Strecke im Falle einer Ausleitung erfolge.

„Der Verkehr kommt, da brauchen wir nicht rumdiskutieren“, betonte Mario Weisbrich. „Dass keine Ausleitungen erfolgen, widerspricht jeder Erfahrung“, fügte er hinzu. Man tue in den Gemeinden alles Mögliche, um den Verkehr einzudämmen, aber man könne nichts gegen den Ausweichverkehr machen.

Ausweichstrecke bei Staus

Auch Erik Schweickert sieht das in seiner Stellungnahme so. „Wenn bereits bei kurzen Streckensanierungen von Kreis- und Landstraßen auswärtige Fahrzeuge versuchen, über landwirtschaftliche Nutzwege auszuweichen, dann werden sie das auch bei Staus in der Autobahnbaustelle probieren“, heißt es in seiner Stellungnahme zum Schreiben des Verkehrsministeriums. Dass der Streckenabschnitt möglicherweise ins Erhaltungsprogramm ab 2020 aufgenommen werde, sei kein Trost für die Region, da   es somit zu der ungewollten Überschneidung der beiden Straßenbaupro­jekte komme, so Schweickert.

Als größten Kritikpunkt sieht Erik Schweickert aber den Hinweis, dass die Straßenmeisterei des Enzkreises auftretende Schäden beheben soll. „Schlaglöcher flicken, Warnschilder aufstellen und notfalls Tempolimits verhängen, ist also die Strategie des grünen Ministers statt ordentlicher Ertüchtigung des Straßennetzes“, lautet sein Kommentar dazu. Auch der Wimsheimer Bürgermeister Weisbrich sah dies kritisch. Schließlich dankte er seinem Kreistagskollegen Schweickert für dessen Einsatz für die rasche Sanierung der Landesstraße zwischen Wimsheim und Wurmberg.




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