Baugebiet in Gerlingen Wohnen, Arbeiten, Naherholung in einem

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Der Sieger im Wettbewerb um die Gestaltung von „Bruhweg II“ ist gekürt. Bis die Bagger angeworfen werden könne, wird es aber wohl noch ein Weilchen dauern.

Das  Areal wird im Westen von der Ditzinger Straße  begrenzt, im Norden von der Dieselstraße  und dem angrenzenden zentralen Grünraum. Foto: factum/Granville
Das Areal wird im Westen von der Ditzinger Straße begrenzt, im Norden von der Dieselstraße und dem angrenzenden zentralen Grünraum. Foto: factum/Granville

Ditzingen - Am Grünzug ist gut wohnen“, sagt der Vorsitzende des Preisgerichts, der Architekt Wolfgang Riehle. Auch das war ein Aspekt, der den Entwurf des Leipziger Büros DNR Daab Nordheim Reutler Part Gesellschaft den Sieg eingebracht hat. Der Gerlinger Gemeinderat beschloss an Mittwochabend einstimmig, das Wohn- und Gewerbegebiet „Bruhweg II“ auf Basis des Siegerentwurfs zu gestalten.

Wolfgang Riehle, der Vorsitzende des Preisgerichts, sagte über den Siegerentwurf, er enthalte eine angenehme Spannung. Er arbeite mit „Verengungen und Weiten“ und sehe ein Wohnen beidseits des Grünzugs vor. Die rechte Bebauung hingegen, also östlich des Grünzugs, sei „verzagt“. Aus Sicht der Jury hätte sie durchaus noch dichter sein können. Das Gebiet teilt sich westlich des Grünzugs in „vier ähnliche Strukturen der Quartiere“. In jedem der Quartiere finden sich „alle Arten von Wohnformen“ wieder: Mehrfamilienhäuser ebenso wie Reihenhäuser. Zur Ditzinger Straße hin ist jeweils ein Mehrfamilienhaus gesetzt, was das Quartier zu einem halboffenen Wohnhof mache. Die Planung enthalte einen eine „Flexibilität, ohne dass die große Ordnung verloren geht“.

Kritik an der Erschließung

Kritik äußerte Riehle an den drei Abzweigungen, die die Planer als Erschließung des Gebietes von der Ditzinger Straße her sehen. Schließlich sei der Versuch, links und rechts in die Ditzinger Straße abzubiegen, an bestimmten Tageszeiten chancenlos. „Drei Abzweigungen sind nicht zielführend, aber heilbar“, begründete er, warum dieser Aspekt nicht zum K.o.-Kriterium wurde. Der Entwurf habe den ersten Preis, „weil ganz vieles richtig gemacht wurde“. Die anderen Entwürfe hätten entweder „zu kleine Baustrukturen“ ausgewiesen, einen Lärmschutzwall vorgesehen oder zu viele Bäume gesetzt, sodass man die Beziehungen im Gebiet nicht mehr wahrnehmen würde, fasste Riehle zusammen.

Der CDU-Rat Christian Haag würdigte im Namen des Preisgerichts die „kluge und souveräne“ Führung des Vorsitzenden Wolfgang Riehle, sowie den „guten Austausch der Sach- und Fachpreisrichter“. Die SPD-Fraktionschefin Brigitte Fink mahnte allerdings an, die Verdichtung im Bestand nicht aus den Augen zu verlieren. Das Prämisse der Innen- vor der Außenentwicklung „muss man im Auge behalten, weil die Freiflächen doch endlich sind“.

Siegerentwurf soll überarbeitet werden

Als nächstes wird nun der Siegerentwurf überarbeitet. Dazu wird das Büro DNR kontaktiert, das dann auf die laut der Jury ungeeignete Erschließung des Gebiets im Westen und die zu kleinteilige Bebauung im Osten eingehen kann. Grundsätzlich wäre der Gemeinderat nicht verpflichtet gewesen, den Siegerentwurf weiter zu verfolgen. Schließlich hatte die Jury aus Fachleuten – bestehend unter andere aus Architekten und Stadtplanern – gleich drei Preise vergeben. Diese Entwürfe könnten daher ebenfalls realisiert werden.

So einmütig der Gemeinderat die Pläne beschloss, so sehr dämpfte der Bürgermeister Georg Brenner die Erwartung, in absehbarer Zeit könnten schon die Bagger rollen. Er betonte, dass es dem Gemeinderat nicht leicht gefallen sei, die Flächen, die bisher für die Landwirtschaft und die Naherholung genutzt würden, dem Wohnbau und dem Gewerbe zur Verfügung zu stellen. Der Gemeinderat hatte zunächst ein Eckpunktepapier verabschiedet, das zur Basis der Wettbewerbsausschreibung diente. Das machte unter anderem eine Bebauung des Gebiets in Etappen zur Voraussetzung.




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