Behind the Scenes Was wäre wenn?

Was wäre, wenn ich nie beim Film gelandet wäre? Das habe ich mich auf einer Filmerparty gefragt.  Foto: Ren
Was wäre, wenn ich nie beim Film gelandet wäre? Das habe ich mich auf einer Filmerparty gefragt. Foto: Ren

6. WOHNZIMMER                 INNEN/ NACHT 

Bin ich hier überhaupt richtig beim Film, mit diesem Studium, mit diesem Leben? Was wäre, wenn ich mich für ein anderes Studium entschieden hätte? Ein Szenario:

Ich habe das Abitur in der Tasche und will studieren. Ich entscheide mich für Englisch und Biologie, meine stärksten Fächer in der Schule, und wähle die sichere Variante: Lehramt.

Ich bewerbe mich an Hochschulen im Ländle, da mein damaliger Freund (nennen wir ihn der Einfachheit halber Mr. Small) in Stuttgart wohnt und wir eine Fernbeziehung vermeiden wollten. Ich habe die Wahl zwischen Freiburg und Ludwigsburg. Ludwigsburg ist näher, also entscheide ich mich dafür. 

Ich ziehe ins Studentendorf, genieße das WG-Leben, die Partys, den Uni-Alltag. Viele neue Leute, neue Eindrücke. Ich bin glücklich.

Aber dann heißt es: Texte durchackern. Ich verstehe nur Endoplasmatisches Retikulum - also gar nichts. Ich fühle mich zurück in die Schulzeit versetzt und gehe lieber Party machen. Ich falle durch Prüfungen. Meine Motivation sinkt. Ich zweifle an der Wahl des Studiums, an meinem zukünftigen Leben, an allem. (Moment mal... ?) Die Beziehung scheitert, weil ich unerträglich geworden bin.

Auf einer PH-Party lerne ich einen Typen von der Filmakademie kennen. Der redet die ganze Zeit intellektuelles Zeug über Film, was ich total spannend finde. Ich erzähle, dass ich Kurzgeschichten schreibe, nur so für mich. Er ermutigt mich dazu, etwas in diese Richtung zu machen. 

                              ICH

               Ich beim Film? Niemals. Da bin ich viel zu weinerlich

               und neurotisch für. 

                               ER (charmant lächelnd)

             Beim Film kannst du gar nicht neurotisch genug sein!

Zum Abschied steckt er mir einen Zettel mit seiner Nummer und seinem Namen zu.

Nein es war nicht Mr. Big. War nur einer, der dachte, er kriegt mich mit der Masche rum. Was er dann auch schafft, mich verarscht und ich noch unglücklicher werde...

STOPP!

Ich hab genug von dem Szenario. Neurotisch und weinerlich bin ich hier ja noch viel mehr. Und nicht mal Mr. Big habe ich kennen gelernt. Also kannst du mich mal "Was-wäre-wenn". Ich bin froh mit "Das-ist-jetzt".

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