Bezirksliga Stuttgart Der Joker Abalo stürzt die Übermacht

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Mit einem 2:1 gegen den Tabellenführer gelingt der Spvgg Möhringen ihr bislang größter Coup.

 Ali Abalo erzielte nach seiner Einwechslung das entscheidende Tor. Foto: Günter Bergmann
 Ali Abalo erzielte nach seiner Einwechslung das entscheidende Tor. Foto: Günter Bergmann

Filder - Es waren Jubelszenen wie nach einem Titelgewinn. Und ähnlich dürften sich die Bezirksliga-Fußballer der Spvgg Möhringen auch gefühlt haben, als der Coup des Spieltags besiegelt war. Ein Sieg gegen die Übermacht dieser Saison? Das hatte in der laufenden Runde zuvor nur eine einzige Mannschaft geschafft. Seit Sonntag gibt es eine zweite: Das Team des Trainers Karl-Heinz Fuhrmann zwang den Spitzenreiter SC Stammheim mit 2:1 in die Knie – der vorläufige Höhepunkt der eigenen überraschenden Erfolgsgeschichte.

Tabellenvierter Möhringen, eine graue Maus muckt auf. Manch einem mag das bereits bisher nicht geheuer gewesen sein. Und nicht wenige Stimmen waren zu hören: na ja, in der Rückrunde werde sich das schon noch relativieren. Nun mehren sich die Anzeichen, dass es sich dabei um einen Irrtum gehandelt haben könnte. Entsprechend groß ist die Freude der Beteiligten, Fuhrmann inklusive. „Wir sind dem Tabellenführer 90 Minuten lang auf Augenhöhe begegnet, dazu dieses Ergebnis – eine tolle Sache“, bilanziert der Coach, dessen Elf im Hinspiel noch mit 0:5 abgewatscht worden wer. Diesmal aber zeigte sich, dass die Möhringer viel dazu gelernt haben. Ein Aufgebot im Reifeprozess. Diesmal ließen sie sich auch durch zwei Dämpfer nicht irritieren.

Ausgleichstor als Möhringer Signal

Dass erneut der Gegner in Führung ging? Dass das vermeintliche Ausgleichstor von Samir Ramic wegen einer angeblichen Abseitsstellung umstritten keine Anerkennung fand? Ärgerlich, aber kein Problem. Der Außenseiter schüttelte sich kurz und beherzigte in Durchgang zwei Fuhrmanns Vorgabe: „Genau so weiter machen, dran bleiben.“ Der Lohn folgte in der letzten halben Stunde der Partie. Nils Große Scharmanns 1:1 nach Vorarbeit von Manuel Klopfer war das Signal: Hoppla, hier kann heute tatsächlich etwas gehen. Bestätigung wenig später. Da machte der eingewechselte Ali Abalo den Favoritensturz perfekt. Ein weiter Abschlag, ein gewonnener Zweikampf, und der 23-Jährige drosch den Ball mit Links in die Dreiangel.

Für die Stammheimer Gäste endete damit eine Serie von zuletzt acht Siegen. Ihre bislang einzige Saisonniederlage hatten die Nord-Stuttgarter im Oktober mit einem 0:3 beim MTV Stuttgart kassiert. Nun müssen sie prompt wieder den Rechenschieber auspacken. Von wegen im Titelrennen schon alles klar. Der Vorsprung auf den Verfolger Ermis Metanastis beträgt lediglich noch drei Punkte – während die Möhringer die Chancen auf eine Einstellung ihres Ligabestwerts gestärkt haben. Jener datiert aus der Saison 2007/2008. Seinerzeit, unter dem Trainer Klaus Kulow, hatten sie es sogar auf den dritten Abschlussplatz ­geschafft.

Gäste-Torjäger nur auf der Bank

Unterdessen gibt es daran, wer als Letzter über die Ziellinie gibt, keine ernsthaften Zweifel mehr: Der TSV Rohr befindet sich auf Abschiedstour in Richtung Kreisliga A. Das aktuelle 1:3 gegen Croatia Stuttgart ist für das Schlusslicht im 19. Saisonspiel die 15. Niederlage. Mehr als der zwischenzeitliche Ausgleich durch Marc Scherle, der nach einem Doppelpass mit Tobias Müller traf, war nicht drin. Glück noch für die Rohrer, dass beim Gegner der Torjäger zunächst fehlte. Holly Bokilo, der Zweite der Ligaschützenliste, trudelte mit Verspätung ein und schmorte danach 63 Minuten lang auf der Bank.

Dass sich für die Seinen nun ein spielfreies Wochenende anschließt, sieht der Trainer Heinz Rebentisch mit Humor: „Da werden wir dann mal keine Punkte abgeben.“ Sprach’s und lacht. Einstweilen galt das Gleiche für den Nachbarn SV Vaihingen. Der hatte an diesem Sonntag Pause, ist dafür aber an diesem Dienstagabend gefordert. Um 19.30 erfolgt Anlauf Nummer zwei für die Partie beim TSV Plattenhardt. Jene ist am eigentlichen Termin vor gut zwei Wochen wegen des damaligen Sturms abgebrochen worden.