5 leckere Rezepte Backen ohne Hefe: Brot, Brötchen und Pizza

Von Katrin Klingschat  

Sie möchten oder müssen auf Hefe verzichten? Keine Sorge: Brot backen ohne Hefe ist ganz einfach. Auch Brötchen und Pizza gelingen ohne das herkömmliche Triebmittel. Wir stellen leckere Rezepte vor.

Brot backen ohne Hefe geht - zum Beispiel mit Sauerteig. Foto: CatchaSnap/Shutterstock
Brot backen ohne Hefe geht - zum Beispiel mit Sauerteig. Foto: CatchaSnap/Shutterstock

Überblick über die Rezepte zum Backen ohne Hefe:


Sie haben keine Hefe zuhause, möchten aber trotzdem nicht drauf verzichten, Brot, Brötchen oder Pizza zu backen? Das ist kein Problem, denn Backen ohne Hefe ist gar nicht so schwer. Als Alternative kann beispielsweise Backpulver zum Einsatz kommen. Es ist aber auch möglich, Brot ohne Hefe und Backpulver zu backen. Auch Pizza und Brötchen schmecken dann trotzdem noch. Wir haben Ihnen einige Rezepte zusammengestellt, mit denen es bestimmt gelingt.

Der Vorteil, wenn Sie ohne Hefe backen liegt oft in der Zeitersparnis. Denn ein Teig ohne Hefe muss in der Regel nicht ruhen oder gehen. Das bedeutet: Brot backen ohne Hefe ist auch spontan möglich und schnell erledigt.

Etwas mehr Zeit brauchen Sie, wenn Sie ein Brot mit Sauerteig backen möchten. Aber es lohnt sich!

Extra-Tipps zum Brotbacken

  • Um festzustellen, ob Brot durchgebacken ist, holen Sie es aus der Form und klopfen Sie auf die Unterseite. Klingt es hohl, es ist das Brot gut. Alternativ können Sie auch mit einem Holzstäbchen in das Brot piksen: Wenn Teigreste daran kleben bleiben, muss es noch weiter backen.
  • Wenn die Backwaren im Ofen oben schon dunkel werden, innen aber noch nicht durch sind, decken Sie sie mit Backpapier ab und schieben Sie sie eventuell eine Schiene weiter nach unten.
  • Teigreste von Löffeln und Gefäßen am besten mit Küchenkrepp entfernen und im Müll entsorgen, nicht abspülen. Der Teig wird im Abfluss hart und führt zu Verstopfungen (vor allem Sauerteig).

Rezept 1: Brot ohne Hefe – mit Joghurt

Zutaten:

  • 500g Mehl nach Wahl (Sie können auch verschiedene Sorten mischen)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 TL Salz
  • 130g Joghurt
  • 200ml Wasser mit Kohlensäure
  • 2 EL Pflanzenöl

Optional:

  • 0,5 TL Essig
  • 50g Kerne oder Nüsse

So bereiten Sie das Brot ohne Hefe zu:

  • Ofen auf 200°C (Ober-/ Unterhitze) vorheizen.
  • Vermengen Sie die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Salz) miteinander.
  • Geben Sie dann Joghurt, Wasser und Öl hinzu.
  • Essig kann die fehlende Säure der Hefe ersetzen. Geben Sie 0,5 TL hinzu, wenn Sie möchten. Ein Muss ist diese Zutat nicht.
  • Vermengen Sie alles zu einem glatten Teig und kneten Sie diesen kurz durch.
  • Fetten Sie eine Kastenform ein und geben Sie den Teig hinein.
  • Optional: Bestreichen Sie die Oberfläche mit Wasser und geben Sie Nüsse oder Kerne auf das Brot (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, Haselnüsse oder anderes).
  • Ritzen Sie den Teig an der Oberfläche mit einem Messer längs ein.
  • Schieben Sie die Kastenform in das untere Drittel des Ofens
  • Backen Sie das Brot für etwa 35 Minuten.

Brot ohne Hefe gelingt zum Beispiel mit Joghurt im Teig. Bildquelle: Julietphotography/Shutterstock

Rezept 2: Malzbier-Brot backen – Ganz schnell und einfach

Zutaten:

  • 500g Weizenmehl, Typ 405
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 500ml Malzbier

Optional:

  • 50g Röstzwiebeln
  • 50g Kerne oder Nüsse

Zubereitung:

  • Heizen Sie den Backofen auf 200°C vor.
  • Mischen Sie in einer Schüssel Mehl und Backpulver miteinander.
  • Geben Sie das Malzbier hinzu.
  • Wenn Sie mögen, geben Sie nun die Röstzwiebeln hinzu. Das verleiht dem Brot eine salzige, herzhafte Note.
  • Vermengen Sie alles zu einem glatten Teig.
  • Fetten Sie eine Kastenform ein.
  • Geben Sie den Teig in die Form.
  • Bestreuen Sie den Teig nach Wunsch mit Kernen oder Nüssen.
  • Geben Sie das Brot auf die mittlere Schiene im Backofen und backen Sie es für rund 40 Minuten.

Machen Sie sich andere Hefen zunutze - zum Beispiel die im Bier. Bildquelle: Jesse Kunerth/Shutterstock

Rezept 3: Sauerteig-Brot backen ohne Hefe

Sauerteig wird als Triebmittel beim Backen von Brötchen und Brot verwendet. Durch den Sauerteig wird das Brot fluffig, länger haltbar und leicht bekömmlich. Dabei ist zu beachten: Das fertige Brot besteht nicht nur aus Sauerteig. Der Sauerteig ist eine Zutat beim Brotbacken.

Roggenmehl eignet sich ideal für Sauerteig, da es eine hohe Enzymaktivität hat, Sie können den Sauerteig aber auch mit Weizenmehl herstellen.

Im gesäuerten Teig befinden sich Milch- und Essigsäurebakterien sowie Hefen, die für den Backtrieb im Brot sorgen. Deswegen wird keine zusätzliche Hefe benötigt. Die Bakterien und Hefen sind bereits von Natur aus im Mehl enthalten und müssen durch das Ansetzen des Sauerteigs lediglich „aktiviert“ werden.

Wenn Sie einen Sauerteig ansetzen möchten, ist es enorm wichtig, sauber zu arbeiten. Reinigen Sie alle Gefäße, Löffel & Co immer gründlich, damit keine Bakterien in den Teig gelangen, die zu Schimmel führen könnten. Schieben Sie auch immer wieder kleinere Teigreste vom Rand des Gefäßes hinab, sodass Sie in Kontakt mit dem Sauerteig bleiben, oder wischen Sie diese mit einem Papiertuch weg.

Zutaten für den Sauerteig:

  • 100g Roggenmehl (zum Beispiel Bio-Roggenmehl Type 1150)
  • 100g warmes Wasser (ca. 25°C)

Zubereitung:

  • Mischen Sie das Mehl mit dem Wasser (handwarm!) zu einem glatten, kompakten Teig, der nicht kleben sollte. Geben Sie den Teig in ein hohes Gefäß und lassen Sie ihn 24 Stunden zugedeckt gehen. Ideal ist dabei eine konstante Raumtemperatur zwischen 24°C und 28°C.
  • Nach dieser Zeit wird der Teig gefüttert: Geben Sie weitere 100g Mehl und 100g Wasser hinzu und verrühren Sie alles gut. Decken Sie das Gefäß ab und stellen Sie es wieder an einen warmen Ort.
  • Diese Prozedur wiederholen Sie vier bis fünf Tage lang. Der Teig wirft dabei Blasen und riecht mitunter markant. Achtung: Sobald sich Schimmel bildet oder der Teig eine dunkelbraune bis schwarze Färbung annimmt, ist er verdorben und muss entsorgt werden. Setzen Sie dann einen neuen Sauerteig an und verwenden Sie wenn möglich eine andere Mehlsorte.
  • Nach 5 Tagen ist etwa 1kg Sauerteigansatz entstanden. Dieser sollte eine hellbraune Farbe haben und angenehm säuerlich riechen (manchmal auch nach Apfel oder anderen Früchte).

Der Sauerteigansatz geht auf und wirft Blasen. Bildquelle: Nataliia Pyzhova/Shutterstock

Sauerteig-Brot backen

Zutaten:

  • 500g Sauerteigansatz
  • 500g Mehl (Roggen- oder Weizenmehl)
  • 180g Wasser
  • 1-2 TL Salz

Zubereitung:

  • Den Sauerteigansatz, das Mehl und das Wasser ca. 2 Minuten lang verkneten.
  • Das Salz hinzufügen.
  • Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzugeben.
  • Weitere 2 bis 5 Minuten verkneten.
  • Aus dem Teig eine Kugel formen und 1,5 Stunden abgedeckt gehen lassen.
  • Nach der Ruhezeit noch einmal eine schöne Kugel formen, zum Beispiel durch Rundwirken.
  • Teigkugel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, abdecken und noch einmal für 1 Stunde gehen lassen.
  • In dieser Zeit Backofen auf 240°C (Ober-/ Unterhitze) vorheizen.
  • Die Teigkugel oben kreuzweise einschneiden und auf der unteren Schiene in den Ofen schieben.
  • Die Temperatur nach 10 Minuten auf 190°C reduzieren und die Ofentür einmal für 10 Sekunden öffnen.
  • Weitere 50 Minuten backen.
  • Brot aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.

Extra-Tipp: Wenn Sie das Brot in den Ofen geben, können Sie zusätzlich ein Schnapsglas Wasser auf den Boden des Ofens kippen. Das nennt sich „Beschwaden“, was die Kruste des Brots glänzend und knackig macht.

Was tun mit dem restlichen Sauerteig?

Der verbleibende Sauerteig hält sich weitere 2-3 Tage im Kühlschrank, sodass daraus ein weiteres Brot gebacken werden kann. Vor der Verwendung sollte er 2-3 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, damit er wieder „aktiviert“ wird. Wer zunächst kein weiteres Brot aus dem Sauerteig backen möchte, findet online viele Tipps, wie das sogenannte Anstellgut (Sauerteig) gefüttert und aufbewahrt werden kann.

 

Rezept 4: Brötchen backen ohne Hefe und ohne Mehl

Zutaten für 6 Brötchen:

  • 50g Sonnenblumenkerne
  • 25g Chiasamen
  • 150g körniger Frischkäse
  • 150g Quark
  • 4 Eier
  • 30g Flohsamenschalen
  • 1 TL Backpulver
  • 0,5 TL Salz

Optional:

  • Körner zum Bestreuen (Sonnenblumen-/ Kürbiskerne, Sesam etc.)

Zubereitung:

  • Den Backofen auf 170°C Ober-/ Unterhitze vorheizen.
  • Sonnenblumenkerne und Chiasamen in der Küchenmaschine oder in einem leistungsstarken Mixer zu Mehl mahlen.
  • Die Eier mit dem Quark und dem körnigen Frischkäse glatt vermengen.
  • Prise und Backpulver hinzugeben.
  • Das selbstgemahlene Mehl und die Flohsamenschalen hinzugeben.
  • Den Teig etwa 30 Minuten ruhen lassen, bis er etwas fester geworden ist. (Die Flohsamenschalen und das Mehl nehmen die Feuchtigkeit auf, sodass der Teig kompakter wird.)
  • Mit den Händen Brötchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.
  • Brötchen nach Wunsch mit Kernen oder Sesam bestreuen.
  • Im Ofen ca. 30 bis 40 Minuten backen.

Beachten Sie, dass die Brötchen dunkler werden als Brötchen mit Weizenmehl. Die Farbe gleicht eher Laugengebäck.

Auch Brötchen gelingen ohne Hefe. Bildquelle: Whiteaster/Shutterstock

Rezept 5: Pizza backen ohne Hefe

Bei Pizzateig scheiden sich die Geister. Die einen mögen es dick und fluffig, für die anderen muss der Pizzaboden dünn und knusprig sein. Klar ist: Ohne Hefe wird Pizza eher knusprig. Lecker ist der italienische Klassiker trotzdem.

Zutaten:

  • 300g Mehl
  • 150ml Wasser
  • 1-2 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl

So backen Sie die Pizza ohne Hefe:

  • Heizen Sie den Backofen auf 250°C (Ober-/ Unterhitze) vor.
  • Vermengen Sie alle Zutaten gründlich und kneten Sie den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gut durch.
  • Rollen Sie den Teig anschließend dünn aus.
  • Nach Wunsch belegen. Wie wäre es mal mit einer Pizza ohne Tomatensoße?
  • Im Ofen ca. 15 Minuten backen, bis der Boden goldbraun ist.

Pizza ohne Hefe wird knusprig-lecker! Bildquelle: Joshua Resnick/Shutterstock

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und guten Appetit!

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