Bruttoverdienste 2020 Das verdienen Kranken- und Altenpfleger

Auch immer mehr ausländische Fachkräfte sind in der Pflege beschäftigt. (Symbolbild) Foto: dpa/Tom Weller
Auch immer mehr ausländische Fachkräfte sind in der Pflege beschäftigt. (Symbolbild) Foto: dpa/Tom Weller

Fachkräfte in der Pflege bekommen 2020 erstmals einen höheren Bruttoverdienst als in der Gesamtwirtschaft. Auch das Interesse an Ausbildungen in dem Bereich nimmt zu.

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Berlin - Die Bruttoverdienste in der Pflege sind im vergangenen Jahr erstmals höher als in der Gesamtwirtschaft gewesen. Fachkräfte in Pflegeheimen kamen auf durchschnittlich 3363 Euro im Monat, jene in Altenheimen, darunter Altenpflegerinnen und -pfleger, auf 3291 Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. In den Vorjahren hatten die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste stets unter denen im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich gelegen.

Allein die Fachkräfte in Krankenhäusern hatten jeden Monat durchschnittlich mehr auf dem Gehaltszettel. Die Unterschiede sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass in der Krankenpflege vielfach Tariflöhne gezahlt werden. Über einen flächendeckenden Tarifvertrag in der Altenpflege wird derzeit debattiert.

Lesen Sie hier: Bezahlung von Pflegekräften – Hubertus Heil und Jens Spahn wollen Tariflöhne in der Pflege

Insgesamt verdienten alle drei Gruppen im vergangenen Jahr erstmals mehr als Beschäftigte mit vergleichbarer Qualifikation in der Gesamtwirtschaft, die auf durchschnittlich 3286 Euro kamen. Allerdings war die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung im Corona-Jahr 2020 stark durch vermehrte Kurzarbeit beeinflusst.

Interesse an Pflegeausbildungen nimmt zu

Binnen zehn Jahren stiegen die Löhne in der Pflege gleichwohl um rund ein Drittel. Von 2010 bis 2020 stiegen sie für vollzeitbeschäftigte Fachkräfte wie Gesundheits- und Krankenpfleger um 32,9 Prozent, für Fachkräfte in Altenheimen um 32,8 Prozent und Fachkräfte in Pflegeheimen um 38,6 Prozent.

Das Interesse an einer Pflegeausbildung nahm zudem zu. Im Jahr 2019, also noch vor der Corona-Krise, begannen 71.300 Menschen eine Ausbildung in einem Pflegeberuf. Das waren acht Prozent mehr als im Vorjahr und 39 Prozent mehr als noch zehn Jahre zuvor.

Mehr ausländische Fachkräfte

Auch die Zahl der ausländischen Fachkräfte steigt. Allein 2019 wurden 15.500 ausländische Abschlüsse in der Gesundheits- und Krankenpflege anerkannt. Das waren 49 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten dieser Pflegekräfte kamen von den Philippinen, aus Bosnien und Herzegowina sowie Serbien. In der Altenpflege, in der vielfach auch Ungelernte arbeiten, spielt die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse kaum eine Rolle.

Insgesamt arbeiteten 2019 in Deutschland 1,41 Millionen Menschen im Pflegebereich. Gut zwei Fünftel von ihnen arbeiteten in Pflegeheimen (593.000), etwa ein Viertel in ambulanten Pflegediensten (361.000) sowie gut ein Drittel im Pflegedienst in Krankenhäusern (458.000).

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