Bundestagswahl-Trends im Netz Großes Interesse an der AfD

Von red/dpa 

Unter dem Hashtag #btw17 geht es vor der Bundestagswahl am Sonntag nochmal rund in den sozialen Netzwerken. Die Wähler informieren sich über Kandidaten, Parteien und praktische Fragen. Die sechs aktuellen Trends haben wir für Sie zusammengestellt.

Twitter, Instagram und Co. werden vor der Bundestagswahl auch konsultiert für die Wahlentscheidung. Foto: dpa
Twitter, Instagram und Co. werden vor der Bundestagswahl auch konsultiert für die Wahlentscheidung. Foto: dpa

Berlin - Kurz vor der Bundestagswahl informieren sich viele Wähler noch einmal im Internet: Welche Kandidaten, Parteien und praktischen Fragen stehen dabei im Fokus? Sechs aktuelle Trends.

1. Angela Merkel steht im Mittelpunkt: Die CDU-Chefin vereint im Google-Ranking zum Suchinteresse der vergangenen sieben Tage den höchsten Anteil aller Kandidaten auf sich: 35 Prozent der Anfragen galten der Kanzlerin. SPD-Herausforderer Martin Schulz steht zwar mit 17 Prozent auf Platz zwei, allerdings nur knapp vor Alice Weidel von der AfD mit 16 Prozent. Es folgen Christian Lindner (FDP/10 Prozent), Sahra Wagenknecht (Linke/8 Prozent) und Alexander Gauland (AfD/6 Prozent). Das Grünen-Duo Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt ist dagegen mit zusammen nur 6 Prozent abgeschlagen.

2. Schulz punktet im Endspurt: Der viralste Social-Media-Beitrag der Spitzenkandidaten in den vergangenen sieben Tagen kam vom SPD-Vorsitzenden: Mit einem Facebook-Post zur Pflegepolitik erreichte Schulz mehr als 30 000 Interaktionen - dazu zählen etwa Likes, Kommentare und das Teilen von Beiträgen. Die meisten Reaktionen in Relation zur Followerzahl verzeichnete in dieser Zeit aber Weidel.

3. Die AfD weckt Interesse: Kurz vor der Wahl wird in Verbindung mit dem Begriff „Wahlprogramm“ auf Google am häufigsten nach der AfD gesucht. Den Rechtspopulisten galten in den vergangenen sieben Tagen 34 Prozent dieser Anfragen, auf Platz zwei lag die FDP mit 22 Prozent, wie das Google-Projekt 2q17.de zeigt. Das spricht für hohe Reichweiten - aber auch für Unsicherheit, wofür die Parteien stehen.

Bei den kleineren Parteien steht das Privatleben im Vordergrund

4. Neugier auf Privates: Die meisten Kontextsuchen in der Wahlwoche beziehen sich bei Merkel und Schulz auf ihre TV-Auftritte, bei der Kanzlerin häufiger auch aufs Alter. Bei den kleineren Parteien steht dagegen das Privatleben im Vordergrund: So wurde oft nach den Partnerinnen von Alice Weidel und Christian Lindner gesucht - und im Zusammenhang mit Sahra Wagenknecht nach Oskar Lafontaine.

5. Aufreger der kleinen Parteien: Auffällig an den Google-Daten ist, dass das Suchinteresse an Merkel und Schulz nach dem TV-Duell Anfang September schon nachließ. Die Konkurrenten rückten dadurch mit Eklats und Kuriositäten zeitweise in den Vordergrund: Weidel mit ihrem PR-wirksamen Abgang aus einer ZDF-Sendung, ihr Parteifreund Gauland mit der Verharmlosung der Wehrmacht und Lindner mit einem viralen Video, das ihn als Abiturient vor 20 Jahren zeigt.

6. Unsicherheit beim Prozedere: In den Tagen vor der Wahl stellen sich einige Nutzer auch noch ganz praktische Fragen: „Wo wählen gehen?“, lautet die Frage, die den größten Zuwachs erhielt. Aber auch, bis wann die Briefwahl abgeschickt werden muss, oder was man zum Wählen mitnehmen muss, wollten viele mit Google herausfinden.