„Bunt statt Braun“-Award in Waiblingen Ton für Ton: Werbung für Vielfalt

Endspurt im Kulturhaus Schwanen: Die Plakate für den „Bunt statt Braun“-Award  werden eingetütet und verschickt. Foto: Gottfried Stoppel
Endspurt im Kulturhaus Schwanen: Die Plakate für den „Bunt statt Braun“-Award werden eingetütet und verschickt. Foto: Gottfried Stoppel

„Bunt statt Braun“ heißt eine Jugendkulturwoche für Toleranz und Vielfalt in Waiblingen. Dabei wetteifern am 18. November acht Bands und Einzelmusiker um den Musikpreis „Bunt statt Braun“-Award.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Waiblingen - Farbe bekennen ist wichtig, gerade zu Zeiten wie diesen, in denen rassistische Bewegungen wie Pegida und die sogenannte Alternative für Deutschland großen Zulauf haben. Keine Frage – was die Haltung gegenüber antidemokratischen Strömungen betrifft, liegen alle Teilnehmer des Musikwettbewerbs „Bunt statt Braun Award 2016“ auf einer Linie. Ganz unterschiedlich sind hingegen die von den acht Finalisten-Bands bevorzugten Musikgenres: von Heavy Metal über Hiphop bis zu Jazz-Funk-Pop reicht die Bandbreite bei den Songs, die am 18. November beim Abschlusskonzert im Kulturhaus Schwanen in Waiblingen zu hören sein werden.

Der Musiker oder die Band, die am Konzertabend bei der siebenköpfigen Jury am meisten punkten kann, wird mit einem Preisgeld von 500 Euro und einem Aufnahmetag in einem Tonstudio belohnt. „Bewertet werden zum Beispiel die Komposition, das Zusammenspiel, Textinhalte und die Authentizität“, erläutert das Jurymitglied Constanze Bolliger. Jeder Teilnehmer habe 15 Minuten Zeit für seinen Auftritt – so bleibt den Musikern etwas Zeit, um sich einzuspielen und ihr Lampenfieber ein wenig herunterzukühlen.

Mehr als 100 Zusendungen

Mehr als 100 Bands und Einzelinterpreten hätten sich dieses Mal mit einem selbst komponierten Song für den Preis beworben, sagt Jonatan Tropea, der für die Organisation zuständig ist und das Finale moderieren wird. Die Combo mit der längsten Anreise sei die Heavy-Metal-Gruppe Road to Exile, die in Konstanz zu Hause ist. Die anderen Teilnehmer stammen überwiegend aus der Region Stuttgart.

Ganz allein auf der Bühne stehen wird der Rapmusiker und „Afroschwabe“ Körpa Klauz, der beim Wettbewerb einen Song zum Thema Homosexualität und Nationalsozialismus eingeschickt hat. Eine Band, die sich erst vor kurzem zusammengefunden hat, ist die Stuttgarter Formation Fairy Nuff. Sie spielt einen Mix aus Jazz, Funk und Pop und hat einiges in Bewegung gesetzt, um noch schnell vor Ablauf der Frist eine musikalische Bewerbung für den Wettbewerb abliefern zu können.

Rap, Punk, Jazzmusik und mehr

„Wir sind keine Vollblutmusiker, aber wir müssen uns schon bedingt durch unser Studium mit dem Thema Vielfalt auseinandersetzen. Deshalb haben wir uns zusammengesetzt und ein Lied geschrieben“, sagt ein Mitglied der Gruppe Salz mit Jod. Sie besteht aus Studentinnen der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und hat ihr Debut bei einem Kleinkunstabend der Hochschule gegeben. Die Jugendkulturwoche „Bunt statt Braun“, unter deren Dach der Bandwettbewerb läuft, sei eine gute Sache, finden die Mitglieder von Salz mit Jod – gerade, weil damit Schüler angesprochen würden. „Wir sind alle politisch interessiert und finden das antieuropäische Denken im Moment ziemlich krass, da muss man einfach aufstehen“, sagen die Musiker der Winnender Band Xylospongium, die sich dem Punk verschrieben hat. Diese Haltung gelte für die Bandmitglieder nicht nur auf der Bühne, sondern generell.

Luigi Pantisano, der „Bunt statt Braun“ vor rund 15 Jahren mit ins Leben gerufen hat, ist da der gleichen Meinung. „Wir müssen uns aus unserer Wohlfühlecke raus bewegen und Farbe bekennen, jeder einzelne.“ Denn derzeit, klagt er, gebe es insgesamt viel zu wenig Widerstand gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

Veranstaltungsreihe für Toleranz und Vielfalt

Konzert
Die acht Bands, die sich für das Finale des „Bunt statt Braun“-Award 2016 qualifiziert haben, treten am Freitag, 18. November, auf der Bühne des Kulturhauses Schwanen in Waiblingen, Winnenderstraße 4, auf. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Schüler zahlen 2,50 Euro Eintritt, für Erwachsene kosten die Karten sechs Euro.

Auswahl
Beim Wettbewerb gibt es für die Teilnehmer zwei Preise zu ergattern: Zum einen erhält die Band, welche von der Jury zum Sieger gekürt wird, ein Preisgeld von 500 Euro und einen Aufnahmetag in einem Tonstudio. Des Weiteren darf das Publikum seinen Favoriten wählen. Dieser darf am Ende des Abends die Hälfte der Einnahmen aus dem Kartenverkauf für sich in Anspruch nehmen.

Jugendkulturwoche
Von 14. bis 25. November gibt es im Kulturhaus Schwanen ein abwechslungsreiches Programm zum Thema Vielfalt und Toleranz mit Workshops, Vorträgen und Filmabenden. Los geht es mit einer Vernissage am 14. November um 19 Uhr.




Unsere Empfehlung für Sie