Corona-Risikogebiet Kann die CDU Merkels Nachfolger in Stuttgart wählen?

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Die Christdemokraten wollen ihren neuen Chef und Merkels Nachfolger unbedingt in Stuttgart küren – Corona zwingt sie, Alternativen zu prüfen. Eine Alternative scheidet für Merz, Laschet und Röttgen aber aus.

Der Landesparteitag der rheinland-pfälzischen CDU konnte am Wochenende noch stattfinden – über dem Bundesparteitag in Stuttgart steht mittlerweile allerdings ein Fragezeichen. Foto: dpa/Uwe Anspach
Der Landesparteitag der rheinland-pfälzischen CDU konnte am Wochenende noch stattfinden – über dem Bundesparteitag in Stuttgart steht mittlerweile allerdings ein Fragezeichen. Foto: dpa/Uwe Anspach

Berlin - So lange wie möglich will die CDU an Stuttgart festhalten. Obwohl die Landeshauptstadt und der Nachbarkreis Esslingen mit der Messe am Flughafen zu Corona-Risikogebieten erklärt wurden, gehen die Planer weiter davon aus, dass am 4. Dezember dort der Nachfolger von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gewählt wird. Die Einschätzung könnte sich frühestens am 26. Oktober ändern, wenn der Vorstand erneut berät.

Ein ausgetüfteltes Hygienekonzept soll die Großveranstaltung mit 1001 Delegierten ermöglichen. Im Adenauerhaus wird darauf verwiesen, dass der Parteitag spät am Vormittag beginnen und früh am Nachmittag enden soll – so sollen selbst bei Anreise per Zug Übernachtungen unnötig sein, die wegen der Beherbergungsverbote für ungetestete Gäste aus Risikogebieten ein Problem sein könnten.

Leipzig oder Dresden als Alternative?

Ein Plan B ist dennoch in Arbeit. Wie es in der Parteizentrale heißt, schaut man sich im bisher weniger pandemiebetroffenen Osten der Republik um. Einen Medienbericht, wonach Leipzig oder Dresden die erste Wahl wären, will man aber nicht bestätigen, „um die Preise nicht kaputt zu machen“. Die genannten Orte sind aber plausibel, da es in den neuen Ländern sonst kaum Hallen dieser Größe gibt.

Für den Fall, dass das Infektionsgeschehen auch das unmöglich macht, kursieren ebenfalls schon Überlegungen, die aber juristisch noch geprüft werden. So könnten die Kandidaten im kleinen Kreis auftreten, während die Delegierten in Wahllokalen in ihrer Nähe abstimmen.

Ein digitaler Wahlparteitag ist durch eine vergangene Woche im Bundestag beschlossene Gesetzesänderung möglich geworden. Abgesehen davon, dass dem noch die CDU-Satzung entgegen stünde, wollen das auch die drei Bewerber Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen nicht, wie es im Adenauerhaus heißt: „Sie brauchen die Bilder.“




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