Corona stört die Nachtruhe Schlafprobleme nehmen mit dem Alter zu

Von dpa 

Lärm und Stress sind häufige Ursachen dafür, wenn jemand nachts wach liegt. Experten zufolge klagt rund ein Viertel der Bevölkerung über Schlafstörungen. Diese nehmen im Alter zu.

Wer schlecht schläft, kann im Schlaflabor Hinweise bekommen, woran das liegt. Foto: dpa//Rolf Haid
Wer schlecht schläft, kann im Schlaflabor Hinweise bekommen, woran das liegt. Foto: dpa//Rolf Haid

Jena - Mit dem Alter wird es nach Experteneinschätzung für viele Menschen schwieriger, nachts ein- und durchzuschlafen. Frauen litten biologisch bedingt besonders häufig an solchen Insomnien, sagte der Neurologe Matthias Schwab, aber auch bei Männern seien Schlafstörungen Teil eines normalen Alterungsprozesses. Schwab leitet das interdisziplinäre Schlaflabor am Universitätsklinikum Jena. „So wie man außen Falten bekommt, altert auch das Gehirn, und man schläft schlechter durch und nicht mehr so lang.“ Das sei zwar für viele Betroffene belastend, aber grundsätzlich nicht gesundheitsgefährlich.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) klagt ein Viertel der Bevölkerung über Schlafstörungen. Schwab teilt diese Einschätzung. Zu den häufigsten Ursachen zählen Lärm und Stress. Für manche Menschen könnte deswegen die Corona-Krise verstärkt dazu führen, dass sie schlechter schlafen. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse zufolge schläft jeder Zehnte in der Corona-Pandemie schlechter, unter den coronabedingt Gestressten sogar jeder Vierte. Berichte über Schlafen in Corona-Zeiten finden sich auch in sozialen Netzwerken unter Stichwörtern wie #coronaträume.

Auf Fernsehen und Handy verzichten

Solche Einflüsse seien theoretisch nachvollziehbar, in seiner täglichen Arbeit habe er das aber noch nicht beobachtet, erklärte Schwab. Das könne aber auch daran liegen, dass zuletzt viele Menschen wegen der Pandemie den Gang in eine Praxis oder Klinik prinzipiell eher gemieden hätten.

Wer Probleme beim Ein- und Durchschlafen habe, solle vor allem auf die sogenannte Schlafhygiene achten, rät Schwab. Dazu zählten ein kühles, dunkles, ruhiges Schlafzimmer und eine bequeme Matratze. Helfen könnten auch Entspannungsübungen, etwa Yoga oder autogenes Training. „Auch das landläufige Schäfchenzählen ist eine Form der Entspannungsübung.“ Empfindliche Menschen sollten auf Fernsehen oder Handynutzung im Schlafzimmer wegen des blauen Lichts verzichten. „Licht ist ein Trigger dafür, dass wir geweckt werden.“ Generell gelte: Man solle so lange schlafen, dass man sich ausgeschlafen fühle, sagte Schwab. „Das müssen nicht immer acht Stunden Schlaf sein, bei manchem reichen auch fünf Stunden.“

Die Ursachen für Schlafstörungen können in einem Schlaflabor untersucht werden. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung- und Schlafmedizin hat bundesweit fast 290 solcher Labore akkreditiert, mehrere davon auch in der Region Stuttgart. Am 21. Juni wird der Tag des Schlafes begangen.




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