Coronapandemie Impfung für Kinder? – das wollen Spahn und Co.

Jens Spahn (CDU) sieht vor, allen zwölf- bis 17-Jährigen ein Impfangebot zu unterbreiten (Symbolbild). Foto: dpa/Fabian Sommer
Jens Spahn (CDU) sieht vor, allen zwölf- bis 17-Jährigen ein Impfangebot zu unterbreiten (Symbolbild). Foto: dpa/Fabian Sommer

Auf der Gesundheitsministerkonferenz werben Vertreter von Bund und Ländern für die Impfung von Jugendlichen. Und was steht in der Vorlage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn?

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Berlin - Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben am Montag über eine Ausweitung der Impfungen gegen das Coronavirus beraten.  Eine Vorlage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht vor, allen zwölf- bis 17-Jährigen ein Impfangebot zu unterbreiten, zudem soll es Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Menschen geben. Vertreter von Bund und Ländern warben für die Impfung von Jugendlichen. 

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte im ARD-“Morgenmagazin“, die Impfungen für Jugendliche seien „überhaupt nicht so risikoreich, wie viele befürchten“. Dass die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern die Impfungen für diese Altersgruppe nun vorantreiben wollen, halte er für „sehr sachgerecht“, sagte Müller. 

Lauterbach wirbt für Impfung

Der GMK-Vorsitzende, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), sagte im „Morgenmagazin“, es solle jetzt keine Zeit verloren gehen in der Impfkampagne. Eltern, die unsicher seien, empfahl er eine Rücksprache mit dem eigenen Arzt. „Wer verunsichert ist, soll sich mit seinem Arzt beraten. Es soll ja niemand gezwungen werden.

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warb für die Impfungen. „Falls wir die Kinder nicht impfen, droht ihnen ein Jahr von vielen Quarantänen und zum Schluss die Infektion mit der Delta Variante. Selbst schlimmere Varianten seien möglich. „Auch für Kinder ist Covid ein Risiko.“

Impfangebote fehlten

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte der „Rheinischen Post“ und dem  Bonner „General-Anzeiger“ (Dienstagsausgabe), theoretisch könnten Kinder und Jugendliche schon jetzt nach eingehender Beratung gegen Corona geimpft werden. Praktisch fehle es aber vielerorts an tatsächlichen Impfangeboten für diese Altersgruppe. Es sei Aufgabe der Bundesregierung, „diese Anstrengungen zu koordinieren und die Umsetzung sicherzustellen“.

FDP-Chef Christian Lindner sprach sich für ein „niedrigschwelliges Angebot für Kinder und Jugendliche“ aus. „Die Familien müssen aber ohne jeden Druck frei entscheiden, ob sie das Angebot annehmen“, sagte er dem „Spiegel“.

Eine Beschlussvorlage für die Beratungen der Restortschefinnen und - chefs sieht sofortige Impfangebote mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna vor - und zwar in Impfzentren und Arztpraxen. „Es stehen ausreichend Impfdosen beider Hersteller zur Verfügung, um allen der circa 4,5 Millionen zwölf- bis 17-Jährigen in Deutschland diese Impfung unmittelbar anbieten zu können“, heißt es in der Vorlage.

Die Gesundheitsminister wollen die Impfungen in dieser Altersgruppe forcieren, obwohl die Ständige Impfkommission (Stiko) dafür noch keine grundsätzliche Empfehlung gibt. Sie empfiehlt die Impfung derzeit nur für junge Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. 

Stiko hält Impfquote bei 18- bis 59-Jährigen für wichtiger

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagte bei MDR Aktuell, er halte es für „nicht besonders klug“, dass viele Politiker „jetzt so vorpreschen“. Das Problem seien ohnehin „im Moment nicht so sehr die Kinderimpfungen“. Wichtiger sei es, eine hohe Impfquote bei den 18- bis 59-Jährigen zu erreichen. 

Geplant sind zudem baldige Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen. „Erste Studienergebnisse weisen darauf hin, dass es bei bestimmten Personengruppen vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen kann“, heißt es in der Beschlussvorlage des Bundes. Das gelte besonders „für die Gruppe relevant immungeschwächter Patientinnen und Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige.“




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