Coronavirus: Folgen für Stuttgart Messe verschoben, Flughafen stellt Schilder auf

Von und Siri Warrlich 

Der Stuttgarter Flughafen hat seine erste Aussage wieder korrigiert, alle Flugzeuge dürfen landen. Auswirkungen hat das Coronavirus aber auch für Studenten und Messeleute.

Aushang am Airport Foto: Flughafen Stuttgart
Aushang am Airport Foto: Flughafen Stuttgart

Stuttgart - Der Coronavirus hat am Flughafen Stuttgart am Dienstagvormittag etwas Verwirrung gestiftet. Zuerst hieß es, dass Flugzeuge mit Gästen, bei denen ein Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, am Stuttgarter Flughafen nicht landen dürfen. Am Dienstagnachmittag korrigierte eine Flughafensprecherin diese Aussage.

„Bei uns darf jeder landen – auch wer niest und schnupft“, erklärte sie. Man habe aber Plakate im Ankunftsbereich ausgehängt. Darauf werde auf Deutsch, Englisch und Chinesisch über die Symptome des Coronavirus informiert. „Wir haben keine direkte Verbindung nach China“, erklärte die Sprecherin Beate Schleicher zudem. Besondere Sicherheitsmaßnahmen für den Stuttgarter Flughafen gebe es in Bezug auf das Coronavirus bislang nicht, so Schleicher – „mir sind keine Vorgaben des Gesundheitsamts bekannt“.

Am Montagabend hatte das Gesundheitsministerium in München den ersten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland bestätigt. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich mit dem Erreger infiziert, so die Auskunft.

Einschränkungen wegen des Coronavirus meldet auch die Stuttgarter Messe. So habe China im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Großveranstaltungen im Land abgesagt: Die für Ende Februar in Shanghai geplante R+T Asia, die von der Stuttgarter Messe veranstaltet wird, werde verschoben. Dabei handle es sich um einen Ableger der Weltleitmesse R+T, die alle drei Jahre in Stuttgart stattfindet und als führende asiatische Fachmesse für Rollläden, Tore, Fenster und Sonnenschutz gilt. „Für unsere Aussteller, Partner und Besucher sowie das Messeteam ist diese Lage natürlich eine orga­nisatorische Herausforderung“, so der Stuttgarter Messegeschäftsführer Roland Bleinroth. Die Entscheidung sei aber „absolut nachvollziehbar – die Gesundheit von Ausstellern und Besuchern muss Vorrang haben“. Ein neuer Termin Ende Juni 2020 sei bereits in der Abstimmung.

Das Virus hat auch Konsequenzen an Stuttgarter Hochschulen. Drei Studierende der Hochschule der Medien (HdM) reisen laut einer Sprecherin wegen des Coronavirus früher als geplant aus China zurück nach Stuttgart. Die drei Studenten waren an einer Partnerhochschule in Xian, mit der die HdM einen deutsch-chinesischen Studiengang anbietet. Xian liegt rund 800 Kilometer von der Stadt Wuhan entfernt, wo das neue Virus wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang.

Die Studierenden haben noch ein Semester in China vor sich und wären eigentlich bis zum Sommer dort geblieben, sagte eine Betreuerin des Studiengangs. Das Semester in China ist vorbei, das nächste beginnt Anfang März.

Reisen kaum noch möglich

Die Zeit dazwischen hätten die drei nach Informationen der Betreuerin nutzen wollen, um in China zu reisen. Als Schutzmaßnahme sei es vor Ort aber derzeit so, dass Studenten eine Genehmigung benötigten, um den Campus zu verlassen, Weil Reisen nun kaum noch möglich und die Lage unklar sei, hätten die drei sich zur Heimkehr entschieden. Sie sollen am 30. Januar zurückkommen. Ein Student der Dualen Hochschule hätte nach Angaben einer Sprecherin Ende dieser Woche für einen Auslandsaufenthalt nach Peking ausreisen sollen. Wie es für ihn nun weitergeht, sei derzeit unklar.




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