Einelhandel in Waldenbuch Ein neuer Impuls soll gegen den Abwärtstrend helfen

Von Claudia Barner 

GMA-Gutachter haben die Einzelhandelssituation in Waldenbuch analysiert und empfehlen, am Auch-Areal einen „Frequenzbringer“ anzusiedeln.

Einkaufen in Waldenbuch soll wieder attraktiver werden: Die Marktforscher empfehlen als  Maßnahme gegen das Ladensterben, die   Strukturen zu modernis Foto: Claudia Barner
Einkaufen in Waldenbuch soll wieder attraktiver werden: Die Marktforscher empfehlen als Maßnahme gegen das Ladensterben, die Strukturen zu modernis Foto: Claudia Barner

Waldenbuch - Um für die Kunden attraktiv zu bleiben, benötigt die Waldenbucher Innenstadt dringend einen neuen Impuls. Zu diesem Schluss kommen die Experten der Ludwigsburger Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung GMA in einer Untersuchung über die Situation des Einzelhandels in der Schönbuchstadt. Bei der Präsentation der Ergebnisse im Gemeinderat zog GMA-Gutachter Gerhard Beck Bilanz: „Die Stadt braucht ein Signal, das für Aufbruchstimmung sorgt.“

90 Fragebögen mit jeweils 18 Fragen haben die Marktforscher in den vergangenen Wochen an die Gewerbetreibenden vor Ort verteilt. 38 Betriebe haben geantwortet und dabei geholfen, ein Bild von den Stärken und Schwächen der Innenstadt-Entwicklung zu zeichnen. Die gute Nachricht lautet: „Die Branchenstruktur ist weitgehend ausgeglichen. Es gibt von allem ein bisschen was.“ Gut aufgestellt ist die Schönbuchstadt im Lebensmittelbereich und in der Gastronomie.

Branchen auf der Wunschliste

An anderer Stelle aber zeigen sich Defizite. Im Non-Food-Bereich haben Städte vergleichbarer Größe deutlich mehr zu bieten. Zu den Branchen, die noch auf der Wunschliste der Waldenbucher Einzelhändler stehen, gehören ein Drogeriemarkt, Geschäfte für Schuhe und Bekleidung sowie Haushalts-, Schreib- und Spielwaren. Als kritische Punkte nannten die Gewerbetreibenden außerdem die topografische Zerrissenheit der Kommune sowie Parkprobleme. 69 Prozent der Befragten erklärten sich zudem bereit, kundenfreundlichere Öffnungszeiten anzubieten.

Der Strukturwandel ist sichtbar. Noch sind die Leerstände in der Innenstadt nach Einschätzung von Gerhard Beck nicht dramatisch – gleichwohl erkennt er einen stetigen Abwärtstrend. „Wenn die Kernstadt vom Einzelhandel leben müsste, wäre das ein Problem“, sagte der GMA-Gutachter. Glücklicherweise sei die Entwicklung durch die Ansiedlung von Dienstleistern wie Ärzten, Banken oder Anwälten abgefangen worden.

„Für Aufbruchstimmung sorgen“

Doch wie geht es weiter? Auch mit dieser Frage haben sich die Experten aus Ludwigsburg beschäftigt. Fest steht: Die Prognose für die Einwohnerzahl ist rückläufig. Mit einer Zunahme des Kaufkraftpotenzials von derzeit rund 53 Millionen Euro ist nicht zu rechnen. Ziel müsse es deshalb sein, die Attraktivität des Handelsplatzes Waldenbuch zu steigern und auf diesem Weg die Kundenfrequenz zu erhöhen. Der Rat des Fachmanns: „Sie müssen den Bestand modernisieren und mit einem neuen Impuls für Aufbruchstimmung sorgen.“

Drei Entwicklungsflächen in Innenstadtnähe hat Beck vor diesem Hintergrund genauer betrachtet – das Auch-Areal, das Volksbank-Areal und das Gelände am Parkhof Neuer Weg. Dabei kam er zu dem Schluss: „Oberste Priorität hat aufgrund der Lage und Größe für uns das Auch-Areal.“ Auf dem rund 2400 Quadratmeter großen Grundstück könnte sich Beck zum Beispiel die Ansiedlung eines Hauses der Gesundheit mit Ärzten, Apotheke und branchennahen Dienstleistern vorstellen: „Dieses Thema drängt sich auf.“ Möglich sei jedoch auch die Ansiedlung eines Drogerie- oder Textilfachmarktes.

Wenig Spielraum am Neuen Weg

Für die Entwicklung des Volksbank-Areals empfahl der GMA-Experte aufgrund der ruhigen Lage eine Wohnbebauung. Dabei könne auch an eine Einzelhandelsnutzung im Erdgeschoss gedacht werden. Durch die direkte Nachbarschaft zur Museumsachse sei das Gelände zudem als zentraler Parkplatz bestens geeignet. Wenig Spielraum sah der Marktforscher für das Areal am Neuen Weg. „Dieses Grundstück ist aufgrund der Lage und Topografie schwer zu erschließen. Ich plädiere dafür, den Parkplatz beizubehalten.“

Wie die Kommune mit den Erkenntnissen und Empfehlungen umgeht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. „Die Impulse waren wichtig und bilden die Grundlage für weitere Entscheidungen“, bilanzierte Bürgermeister Michael Lutz. Er schlug vor, das Thema bis zur Gemeinderatsklausur im Oktober durch planerische Überlegungen zu konkretisieren. Dabei ist auch die Meinung der Bürger gefragt. Sie können sich am Donnerstag, 24. Mai, von 19 Uhr an bei der Bürgerversammlung im Haus der Begegnung über die GMA-Analyse informieren und die Strategie durch eigene Vorschläge ergänzen.




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