Endspurt beim Messe-Herbst Tausende Besucher auf den Fildern

Teilweise wurde es am Wochenende auf der Landesmesse richtig eng. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski 13 Bilder
Teilweise wurde es am Wochenende auf der Landesmesse richtig eng. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das nasskalte Wetter lockt die Massen zum Stuttgarter Messeherbst: Bei der Spiele- und Kreativmesse, „Modell+Technik“, „Eat & Style“ & Co. ist für alle Altersgruppen etwas dabei. Wir haben die Bilder.

Stuttgart und Region: Julia Bosch (jub)
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Stuttgart - Nao ist nicht wählerisch, was Musik angeht. Der kleine Roboter tanzt zu „Gangnam Style“, aber auch zu „Ai Si Eu Te Pego“, dem Sommerhit von vor fünf Jahren. Und obwohl sein großer Bruder Nox, der ganze 2,40 Meter misst, freilich eindrucksvoller aussieht, erobert der 60 Zentimeter große Kamerad durch seine menschlich anmutenden Bewegungen schon nach wenigen Sekunden die Herzen der Besucher. Kaum jemand, der nicht sein Smartphone zückt und ein Video von „Nao The Robot“ macht.

Doch der kleine Roboter ist bei Weitem nicht die einzige Attraktion auf der „Modell+Technik“; eine von elf Messen des Stuttgarter Messeherbsts. Neben den Robotern gibt es Drohnen zu bewundern sowie Modelleisenbahnen, ferngesteuerte Autos, ein Fahrsimulator oder Playstation-Spiele mit Virtual-Reality-Brillen.

Uralte Rechner treffen modernste Technik

Einzig die Mitglieder des Vereins zum Erhalt klassischer Computer fallen mit ihrem Stand etwas aus der Reihe: An Bildschirmen, die hinter dem eigentlichen Display noch einen riesigen Kasten hinter sich haben, können Besucher alte Spiele spielen oder auch ihre Korrespondenz in einem so längst nicht mehr verfügbaren Word-Format erledigen. „Wir sammeln alte Rechner, weil wir den Menschen, die nicht die komplette Entwicklung des PC miterlebt haben, zeigen wollen, wie es früher war. Dazu kommt, dass alte Software einfach am besten auf alten Computern läuft“, erläutert der Informatiker David Lutz. „Der älteste Computer, den wir heute da haben, ist etwa aus dem Jahr 1980: ein Alphatronic Triumph Adler.“

Ebenfalls technisch geht es eine Halle weiter, bei der „Familie + Heim“, zu. Hier werden Staubsauger, Thermomix und Bügeleisen vorgestellt – aber auch riesige Sofagarnituren, Küchen, Wasserbetten oder Whirlpools für zu Hause. Maria Rieser, eine 41-jährige Besucherin aus dem Kreis Ludwigsburg, gerät ins Schwärmen: „So einer für unseren Keller, das wäre doch was.“ Der Ehemann nickt: „Lass uns noch zwei, drei Jahre sparen, dann kommen wir wieder.“

Paradies für Spielefans und Kreative

Unterdessen treffen sich in Halle 1 alle Spiele- und Do-It-Yourself-Liebhaber. Von Bügelmotiven, Strickutensilien und Holzschmuck bis hin zu wasserabweisenden Handtaschen gibt es hier alles, was das Bastler- und Sammlerherz begehrt. Einige Meter weiter sitzen zahlreiche Menschen an langen Tischen und Bierbänken und probieren die neuesten Brett- und Rollenspiele aus. Jüngere Besucher messen sich beim Pedalo-Fahren oder an den überdimensional großen Tipp-Kick-Tischen. Und wenn die Kinder quengelig werden und wirklich nichts mehr hilft, kann sie bestimmt der Luftballonkünstler aufheitern.

Die allerjüngsten Besucher des Messeherbsts sind jedoch bei der „Babywelt“ zu finden. Hier erhalten Eltern und solche, die es werden wollen, einen Einblick in die Welt der Kinderwagen, Fläschchen, Babykleidung und Autositze. Um auch die ganz Kleinen bei Laune zu halten, gibt es zwischendrin Zaubervorführungen und Kinderkonzerte. Einen kleinen Höhepunkt, auch für Erwachsene, bildet der Krabbelwettbewerb.

Naschen bei der „Eat & Style“

Wer nach all den Eindrücken des Messeherbsts hungrig wird, kann sich irgendwo ein Stück Pizza, eine Bratwurst oder Süßigkeiten holen – oder man geht in Halle 2 zur „Eat & Style“ und nascht sich schamlos durch. Darf es etwas Gemüse und Huhn mit Sojasoße sein? Ein Stück Wildschweinsalami? Oder vielleicht ein paar Stücke Biltong; luftgetrocknetes Fleisch vom Strauß, Kudu oder Springbock aus Südafrika?

Und auch wenn einem die Sinne eher nach Flüssigem stehen, wird man fündig. Marco Tunger, dessen Firma Abonaut Gin-Abos verkauft, erklärt, woher der Hype rund um die viel gelobte Alkoholsorte kommt: „Whiskey erfordert ein bestimmtes Ambiente: Man braucht einen großen Sessel, ein edles Parkett und ein teures Glas. Gin aber kann man überall und jederzeit trinken.“ Außerdem sei die Vielfalt enorm: So gebe es weltweit mehr als 2000 verschiedene Ginsorten.

Dass sich nicht nur junge Menschen, sondern auch viele Familien und Senioren für fleischlose Ernährung und Unverträglichkeiten interessieren, wird in Halle 9, bei der „Veggie frei von“ deutlich. Hier gibt es Döner mit Seitan statt Fleisch sowie Eis mit Datteln statt Zucker und Cashew-Creme anstelle von Milch. „Wir waren bereits letztes Jahr hier, weil unser elfjähriger Sohn an einer Glutenunverträglichkeit leidet“, berichtet die Stuttgarterin Simone Weiß. „Hier kann er mal unbesorgt zuschlagen und wir erhalten neue Kochinspirationen.“




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