Darko Churlinov und Clinton Mola Wie zwei VfB-Talente entschlossen ihre Chance ergreifen

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Sie sind 19 Jahre alt und haben beim VfB Stuttgart zuletzt auf sich aufmerksam gemacht: Darko Churlinov und Clinton Mola. Ihr Weg in das Team des Fußball-Zweitligisten verlief aber sehr unterschiedlich.

Voller Elan: Der VfB-Spieler Darko Churlinov (links) zieht an dem Dresdner Ondrej Petrak vorbei. Später erzielt der Außenstürmer sein erstes Zweitligator für die Stuttgarter.  Foto: Baumann Foto:   17 Bilder
Voller Elan: Der VfB-Spieler Darko Churlinov (links) zieht an dem Dresdner Ondrej Petrak vorbei. Später erzielt der Außenstürmer sein erstes Zweitligator für die Stuttgarter. Foto: Baumann

Stuttgart - Darko Churlinov ist kampfbereit. Das ist der 19-Jährige immer, wenn es um Fußball geht. So versteht er sein Spiel: aggressiv und bisweilen auch wild. Der Nordmazedonier in Diensten des VfB Stuttgart ist keiner, der einen Zweikampf scheut. Er sucht vielmehr die Duelle mit den Gegnern. Wie ein kleiner Krieger kommt Churlinov dann daher, was er mit einer Tätowierung am linken Unterarm unterstreicht. Sie zeigt einen Kämpfer aus seinem Heimatland.

Mit dieser Haltung hat sich Churlinov nun zur offensiven Option für den VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo hochgearbeitet. Er wurde sowohl gegen den Hamburger SV als auch bei Dynamo Dresden eingewechselt, als das Spiel mehr Tempo und Durchsetzungskraft benötigte. „Wenn er reinkommt, will er seine Chance nutzen. Er hat eine brutale Einstellung und auch eine gesunde Aggressivität. Das tut uns gut“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat über die Nachwuchskraft, die er im Winter vom 1. FC Köln geholt hat.

Churlinov geht den harten Weg

Nicht nur in seinen zwölf Minuten gegen den HSV fügte sich Churlinov ins Spiel ein; er wollte auch etwas bewegen – und griff an. In Dresden erhielt er mehr als eine halbe Stunde Einsatzzeit und erzielte seinen ersten Zweitligatreffer – das Tor zum 2:0. Es war auch der Lohn für reichlich Fleiß und große Lernbereitschaft in den vergangenen Wochen. Denn Churlinov entspringt keiner edlen Nachwuchsakademie. Er ist den harten Weg gegangen – von Skopje nach Stuttgart.

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Schon als 14-Jähriger zog es Churlinov von zu Hause weg. Ein Bekannter vermittelte ihn zu Hansa Rostock, wo er, ohne ein Wort Deutsch zu können, bei einer Gastfamilie unterkam. Über den 1. FC Magdeburg ging es zu den Kölnern, wo der schnelle Mann für die beiden Außenbahnen in Ungnade fiel. Sportliche Gründe hatte das nicht. Doch das Talent wollte seinen Vertrag nicht vorzeitig verlängern und fühlte sich bei den Rheinländern ausgebremst. Zweifel an Churlinovs Charakter kamen gar auf, weil er sich weigerte, in der zweiten Mannschaft aufzulaufen.

Mola spielt sich fest

Mislintat griff für 200 000 Euro dennoch zu und stattete Churlinov mit einem Vertrag bis 2024 aus, weil der Sportdirektor in Churlinov vor allem dessen Potenzial sieht. Als künftigen Außenverteidiger kann sich Mislintat den aktuellen Außenstürmer vorstellen; eine Position, die im Kader des VfB nicht gerade üppig besetzt ist. Rechts gibt es Pascal Stenzel und zeitweise den umgeschulten Roberto Massimo. Der 19-Jährige agierte zuletzt aber unglücklich und wird nun behutsam wieder an die nächsten Einsätze herangeführt.

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Links spielt Clinton Mola, 19 Jahre jung, englischer Juniorennationalspieler und eigentlich eine Zukunftsinvestition für das Zentrum. „Er hat es zu Beginn ordentlich gemacht, sich in den weiteren Spielen aber gesteigert“, sagt Mislintat über das Talent, das beim FC Chelsea ausgebildet wurde und nun dreimal als Linksverteidiger von Beginn an auflief.

An Sicherheit hat Mola dadurch gewonnen und sich vorerst auf dem ungewohnten Außenposten festgespielt. Dort wird Mola in den nächsten Wochen bleiben, da Emiliano Insua seit dem Winter weg ist und Borna Sosa ständig ausfällt.




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