Erfolgreiche Bohrung in Fellbach Erfolgreiche Bohrung: F3-Bad findet Wasser in 140 Metern Tiefe

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Ein Jahr lang wurde vor dem Kombibad nach Wasser gebohrt, nun sind die Experten in 140 Metern Tiefe auf eine Schicht gestoßen, die in der Sekunde ein bis zwei Liter Wasser schüttet.

Die Bohrung vor dem F3-Kombibad war erfolgreich. Foto: Brigitte Hess
Die Bohrung vor dem F3-Kombibad war erfolgreich. Foto: Brigitte Hess

Fellbach - Ein Jahr lang wurde vor dem Kombibad nach Wasser gebohrt, nun sind die Experten in 140 Metern Tiefe auf eine Schicht gestoßen, die in der Sekunde ein bis zwei Liter Wasser schüttet.

Das sind erfreuliche Nachrichten für die F3-Betreiber wie auch für die Stadt insgesamt: Stimmt die Wasserqualität und wird der Antrag beim hierfür zuständigen Rems-Murr-Landratsamt in Waiblingen auf Grundwasserentnahme positiv beschieden, könnten die Fellbacher bald im eigenen Wasser schwimmen. Rund 3757 Kubikmeter Wasser, knapp 3,8 Millionen Liter, fassen alle Becken im F3. Bislang ist das teures Leitungswasser.

In Albstadt schüttet die Quelle 60 000 Liter aus

Täglich werden im gesamten Fellbacher Sport- und Freizeitbad – je nach Besucherzahlen – 40 000 bis 50 000 Liter Trinkwasser aus dem Leitungsnetz entnommen. Etwa die Hälfte davon kommt als regelmäßige Frischwasserzufuhr in die Becken, der Rest wird von den Badegästen in den Duschen und Toiletten verbraucht. „Im Leitungsnetz muss generell Trinkwasser verwendet werden“, sagt F3-Betriebsleiter Marcus Eichstädt. Aber das Beckenwasser, das sowieso durch entsprechende Filter läuft, mit Chlor versetzt und vom PH-Wert her aufbereitet wird, darf ganz oder zum Teil aus einem Brunnen stammen. Zwei der insgesamt acht Bäder der G1-Gruppe, zu der auch das F3-Bad gehört, verfügen laut Eichstädt über einen eigenen Brunnen. So beispielsweise das Badcap in Albstadt. 60 000 Liter schüttet dort die Quelle aus, in Fellbach könnten es – bei vorsichtiger Rechnung mit einer Schüttung von lediglich einem Liter pro Sekunde – täglich 86 400 Liter sein.

Die überschlägige Rechnung bringt es somit vom Bohrloch ans Tageslicht: Im Idealfall würde – da ja täglich für die Becken etwa 25 000 Liter gebraucht werden – das Wasser aus den Fellbacher Tiefen locker für die Befüllung reichen.

Bei Hitzeperioden muss Leitungswasser zugeführt werden

Wobei die Umsetzung nicht ganz so einfach wäre. Denn die Schüttung wird je nach Witterung schwanken: In Trockenperioden ist es weniger, bei Regenwetter mehr, sagt Marcus Eichstädt. Das sei aber nicht relevant, weil für die Beckenfüllungen Brunnenwasser mit normalem Leitungswasser gemischt werden darf. Bei Hitzeperioden müsste also mehr aus dem Leitungswasser zugeführt werden, wenn die Wassermassen pladdern und den Bürgern länger vom Himmel auf den Kopf fallen, könnte mehr aus der Schüttung genommen werden und die Fellbacher könnten in diesen Schlechtwetter-Phasen wenigstens ausgiebig im eigenen Wasser baden.

Als vor einem Jahr mit den Probebohrungen begonnen wurde, war nicht abzusehen, dass die Arbeiten ein ganzes Jahr lang dauern würden. „Das Verfahren ist langwierig“, sagt Eichstädt. Zunächst lag eine Genehmigung des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg für eine Bohrung bis in 80 Meter Tiefe vor, weitere Anträge auf zunächst 100 und jetzt 140 Meter Tiefe wurden gestellt.

Antrag auf Grundwasserentnahme muss beim Landratsamt gestellt werden

Nach Rücksprache mit der betreuenden Geologin des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg kann der Brunnen nun gefasst werden. Dann muss ein Antrag auf Grundwasserentnahme beim Landratsamt gestellt werden. „Diese Genehmigung ist noch nicht beantragt“, hieß es auf Nachfrage unserer Zeitung beim für diese Fragen zuständigen Rems-Murr-Landratsamt in Waiblingen. Man könne also zur Nutzung des Wassers noch keine abschließenden Angaben machen, dies sei erst nach Eingang des Antrags in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt möglich.

Generell sei „die Benutzung des Grundwassers für Brauchwasserzwecke im Bäderbetrieb“ aber möglich, sagt Martina Nicklaus, Pressesprecherin der Kreisbehörde. Bis zu sechs Wochen dauere die Erteilung einer entsprechenden Genehmigung nach vollständigem Antragseingang, so Nicklaus. Bis das Brunnenwasser genutzt werden kann, wird also nochmals einige Zeit in Leitungswasser geplätschert werden.