F3-Bad in Fellbach Sicherheits-Leine bremst Schwimmsportler

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Wegen einer offenbar massiven Häufung von Unfällen trennt im Fellbacher F3 nun ein quer durchs Becken verlaufendes Tau den Nichtschwimmerbereich ab. Die Neuerung stößt bei Badegästen, die ihre Bahnen ziehen wollen, auf großen Unmut.

Der Übergang von der Flachwasserzone zum Schwimmerbereich  ist in vielen Bädern ein Problempunkt. Foto: dpa
Der Übergang von der Flachwasserzone zum Schwimmerbereich ist in vielen Bädern ein Problempunkt. Foto: dpa

Fellbad - Auf die Betriebsführung im Fellbacher Badepark F3 ist mancher Stammgast nicht mehr sonderlich gut zu sprechen. Erst sollten die Besucher bekanntlich bei den Parkgebühren zur Kasse gebeten werden – und für die Benutzung der Stellplätze parallel zum Eintrittspreis eine Zwei-Euro-Pauschale zahlen. Der bereits im Dezember geplante Parktarif wurde zwar einen Tag vor der beabsichtigten Einführung gestoppt. Doch vom Tisch ist das von vielen Badegästen als großes Ärgernis empfundene Thema nicht. Erst war von einer Verschiebung bis März die Rede, nach der neuesten Version nun bleiben die Parktarife „zumindest noch bis zum Sommer ausgesetzt“.

Die Neuerung aus Sicherheitsgründen ärgert die Schwimmer

Mindestens ebenso großen Unmut wie die Finanzierungsbeihilfe durch mit dem Auto anreisende Besucher löst unter Schwimmfreunden eine offenbar aus Sicherheitsgründen eingeführte Neuerung aus: Quer übers Sportbecken dümpelt seit mehreren Wochen eine Trennleine im Wasser, die den Nichtschwimmerbereich von der tieferen Zone abgrenzen soll. Was für kleine Badegäste gut sein mag, treibt passionierten Bahnensportlern sozusagen Chlor in die Augen. „Schwimmen ist jetzt absolut unmöglich“, ärgert sich ein regelmäßiger Badegast, dass er auch dieses Jahr eine Dauerkarte gekauft hat. „Ich rege mich ja selten auf, aber das nervt richtig“, sagt der Fellbacher. An die F3-Betreiber hat der ausgebremste Hobbysportler bereits eine geharnischte Protestmail geschickt – und steht mit der Beschwerde nicht allein.

Auch die vom Schreibtisch in Untertürkheim gern für ein paar auspowernde Bahnen nach Fellbach kommende Simone Richter ist höchst unglücklich über die Trennleine im Wasser. „Das F3 nennt sich zwar auch Sportbad. Aber Sport ist nun nicht mehr möglich. Ich gehe da nicht mehr hin“, klagt sie über die mittlerweile stark verkürzte Bahnlänge. Im F3 gibt es durchaus Verständnis für den Ärger der Stammgäste. Für Marketingfrau Birgit Steinegger steht außer Frage, dass die Trennleine im Wasser flüssigen Schwimmsport erschwert. „Mit Hochdruck“, so die Sprecherin des Fellbacher Badeparks, werde nach einer Alternative für das Hindernis gesucht. „Bis eine adäquate Lösung gefunden wurde, kann auf die Trennleine jedoch nicht verzichtet werden“ betont die Mitarbeiterin.

Grund für die Trennleine: Eine Häufung von Unfällen im F3

Begründet wird die Neuerung mit einem Sicherheitsproblem. Beim Betrieb eines Bads mit Kombibecken besteht die Pflicht, eine Gefährdung von Badegästen durch die unterschiedlichen Beckentiefen zu ver-hindern. Bisher wurde diese Aufgabe durch eine Trennleine erledigt, die in 1,50 Meter Höhe über der Wasseroberfläche gespannt war – ein Hinweisschild machte die Nichtschwimmer darauf aufmerksam, dass sich nur Menschen weiter wagen sollten, die das Seepferdchen erfolgreich absolviert haben.

Die durchaus auch in anderen Bädern übliche Lösung reichte aus, dass das F3 sowohl 2014 als auch 2016 die Auszeichnung „Sicheres Schwimmbad“ erhielt. Jetzt allerdings haben offenbar mehrere brenzlige Situationen ein Umdenken ausgelöst. „Aufgrund der Häufung von Un-fällen mit Nichtschwimmern in den letzten Monaten stellen wir leider fest, dass diese Lösung nicht mehr ausreicht“, schreibt Birgit Steinegger in einer Stellungnahme. Nur durch den beherzten Einsatz der F3-Mitarbeiter seien die Unfälle ohne schwerwiegende Folgen geblieben. Konkrete Zahlen über die Unfallhäufigkeit nennt der Badepark nicht, auch die Frage nach mög-lichen Auslösern bleibt unbeantwortet. „In diesem Fall geht Sicherheit vor, eine Gefährdung unserer Badegäste wollen wir nicht riskieren“, bittet die Sprecherin um Geduld, bis im F3 eine „endgültige und vor allem schwimmerfreundliche Lösung“ präsentiert werden kann.




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