Gastroführer 10 x 10 Schwäbisch essen in Stuttgart

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Für die zweite Ausgabe des Gastronomieführers 10 x 10 haben wir die 100 besten Restaurants der Stadt getestet. Darunter auch die zehn besten Lokale für schwäbisches Essen. Kritisch beäugt haben wir unter anderem einen schwäbischen Klassiker.

Unter die besten schwäbischen Restaurants in unserem Gastroführer 10 x 10 hat es unter anderen das Lokal Zum Ackerbürger (Bild) geschafft. Foto: Martin Stollberg 10 Bilder
Unter die besten schwäbischen Restaurants in unserem Gastroführer 10 x 10 hat es unter anderen das Lokal Zum Ackerbürger (Bild) geschafft. Foto: Martin Stollberg

Stuttgart - Mit den Vorspeisen beim Schwaben ist das so eine Sache: Sind sie in internationalen Küchen nicht wegzudenken, ist der Schwabe diesbezüglich – sagen wir mal – traditionell sparsam. Vielfalt und Kreativität halten sich in Grenzen. Dabei kann eine klassische Vorspeise die Seele der Landesküche genauso gut abbilden wie ein Hauptgericht, dieses geschmacklich sogar um Längen schlagen und so richtig Lust auf den Hauptgang machen, was schließlich die eigentliche Aufgabe einer Vorspeise ist.

Denkt man nur an italienische Bruschetta, spanische Tapas, asiatische Suppen oder portugiesischen Oktopussalat, wirkt die schwäbische Vorspeisenkarte mit Hirn-, Maultaschen- und Flädlesuppen bescheiden bis öde. Gäbe es da nicht den unscheinbaren Klassiker, den jedes schwäbische Restaurant – mal besser mal schlechter – anbietet und der in den allermeisten Restaurantkritiken viel zu kurz kommt: den kleinen gemischten Salat. Wenn er mit Herz und Verstand gemacht ist, führt er den Gast direkt ins kulinarische und landwirtschaftliche Herz der Region. Zeigt er doch, was Schwaben zu bieten hat: eine reichhaltige Auswahl an heimischen Gemüsesorten, und was der Schwabe daraus zuzubereiten weiß. Zudem macht er Lust auf mehr.

Der kleine Gemischte für das große Glück

Ein guter kleiner gemischter Salat beim Schwaben ist also nicht einfach ein Salat. Ein guter kleiner gemischter Salat besteht aus einem bunten Mix. Etwa aus Gurkensalat, Möhrensalat, Rettichsalat, Krautsalat, grünem Salat, Ackersalat und nicht zu vergessen: einem ordentlichen Klacks Kartoffelsalat. Dekoriert mit Tomaten und frischer Kresse macht der kleine Gemischte sogar optisch was her. Dabei kann, muss aber nicht jede Sorte zu einem eigenen Salat verarbeitet worden sein – die Mischung macht’s. Klar, er ist keine Luxusvorspeise wie etwa Jakobsmuscheln oder Gänseleber. Gerade deshalb spiegelt er aber die Seele des Landes so gut wider. Vielleicht war es die Bescheidenheit, die die erfinderischen Schwaben zu ihrem kleinen, bunten Salattellerchen inspiriert hat.

Im Gegensatz zum Soßenfetisch, den man hierzulande pflegt, ist beim Salat allerdings weniger mehr. Dressing ja, aber schwimmend sollte der kleine Gemischte nicht daherkommen. Apropos Salatsoße: Die hat in der traditionellen schwäbischen Küche ihren unverwechselbaren Charakter. Eine der wichtigsten Zutaten hierfür ist ein würziger Kräuteressig. Der Rest ist wie so oft das Geheimnis der Küche. Erst recht beim Kartoffelsalat – aber das ist eine andere Salatgeschichte.

 

Der Gastroführer 10 x 10

Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten haben für die zweite Ausgabe des Gastronomieführers wieder Restaurants in Stuttgart getestet und die 100 besten für „10x10 – Stuttgarts beste Restaurants“ ausgewählt.

Neben schwäbischen, italienischen und exotischen Klassikern sind viele neue Adressen und neue Rubriken wie Frühstück, Bars und Kneipen, Essen nach 22 Uhr sowie kinderfreundliche Gastronomie hinzugekommen.

Die neue Auflage von 10 x 10 - Stuttgarts beste Restaurants gibt’s in Stuttgart und der Region seit dem 4. Juni 2016 am Kiosk.

 

 

 

 




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