Geburtenrate in Baden-Württemberg Zahl minderjähriger Mütter gestiegen

Von Maria Wetzel 

2015 sind in Baden-Württemberg 100.269 Babys zur Welt gekommen, das waren 4600 mehr als im Jahr davor. Auch der Anteil der minderjährigen Mütter ist gestiegen.

Wieder mehr Babys werden in Baden-Württemberg geboren. Foto: dpa
Wieder mehr Babys werden in Baden-Württemberg geboren. Foto: dpa

Stuttgart - Mit der Zahl der Geburten im vergangenen Jahr ist auch die Zahl derminderjährigen Mütterin Baden-Württemberg leicht gestiegen. Unter den 100.269 Neugeborenen 2015 waren 367 Kinder, die von Frauen unter 18 Jahren zur Welt gebracht wurden, ein Jahr zuvor waren es 359. Das geht aus einer neuen Auswertung des Statistischen Landesamtes hervor. 1481 Mütter waren jünger als 20 Jahre, 2014 waren es 1409.

Seit 2000 hat sich der Anteil der jungen Mütter im Südwesten aber deutlich verringert. Damals wurden noch 600 Kinder von Minderjährigen geboren, das waren 0,6 Prozent. 2015 lag der Wert bei 0,4 Prozent. Der Anteil der Mütter unter 20 Jahren sank in diesem Zeitraum von 2,7 auf 1,5 Prozent.

Bildung verringert Risiko von Jugendschwangerschaften

Die Verbreitung von Jugendschwangerschaften werde vor allem von der Schulbildung beeinflusst, so die Statistiker. Geringe Bildung, Arbeitslosigkeit und soziale Benachteiligung führten zu einem deutlich höheren Risiko von ungeplanten Schwangerschaften. So sei es bei einer Hauptschülerin etwa fünf- bis sechsmal so hoch wie bei einer Gymnasiastin. Die Zahl der Mütter unter 20 Jahren ist nur bei Frauen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit angestiegen. Inwieweit es sich um Schutzsuchende handelt, wird statistisch nicht erfasst.

Im Bundesvergleich haben Baden-Württemberg und Bayern den geringsten Anteil junger Mütter. Den höchsten haben Sachsen-Anhalt mit 3,7 Prozent, Bremen mit 3,3 und das Saarland mit 3,0. Große Unterschiede gibt es aber auch innerhalb des Landes. Die meisten Mütter unter 20 leben im Stadtkreis Pforzheim (3,1 Prozent), im Stadtkreis Mannheim und im Landkreis Waldshut (je 2,5 Prozent), am geringsten war dieser Anteil in Heidelberg, im Bodenseekreis sowie in den Landkreisen Tübingen und Böblingen mit jeweils 0,9 Prozent.

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr rund 4600 Kinder mehr zur Welt als 2014. Damit übertraf die Zahl der Lebendgeborenen erstmals wieder die Marke von 100.000. Zugleich stieg sie zum vierten Mal in Folge.

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