Geschenktipps für Weihnachten Die besten Bücher für Reiselustige

Von von unserer Redaktion 

Für alle, die vom nächsten Urlaub träumen: Die Reiseredaktion hat sich durch einen Stapel Bücher gelesen und die sieben besten Tipps zum Verschenken und Selberlesen für Sie zusammengestellt.

Eine unserer Lese-Empfehlungen: Die Welt in Karten. Foto: dpa
Eine unserer Lese-Empfehlungen: Die Welt in Karten. Foto: dpa

Stuttgart - Klingonisch für Filmfans, Abenteuerreisen für Kinder, historische Karten für Literaturfreunde – wir stellen eine Auswahl schräger, schöner und spannender Bücher zum Verschenken oder zum Sofaschmökern vor.

Karten im Kopf

Sicher, Google Maps ist praktisch. Aber wer Karten liebt und sie nicht nur dann anschaut, wenn tatsächlich eine Reise bevorsteht, der braucht dieses Gefühl, einen schweren Atlas auf den Knien liegen zu haben und sich mithilfe einer Karte weit weg zu träumen: in andere Länder, Zeiten, Völker. Karten sind nicht nur ein Hilfsmittel, sie sind auch Literatur. Wer dieser These zustimmt, für den ist das wunderbar illus­trierte Buch „Verrückt nach Karten“ des Historikers Huw Lewis-Jones eine wahre Fundgrube. Das Buch versammelt Karten aus berühmten Klassikern der Literatur oder Geschichte; Karten, die Autoren erstellt haben; oder auch Karten, von denen Autoren inspiriert wurden. Die Kapitel widmen sich Joanne K. Rowling, Robert Louis Stevenson, John Ronald Reuel Tolkien und vielen anderen mehr und entfalten eine brillante Kulturgeschichte der Karte. Huw Lewis-Jones: Verrückt nach Karten Theiss-Verlag, 256 Seiten, 34 Euro

Italien als Überraschungsei

Was ist das? Ein Reiseführer? Nein. Ein Bildband? Nein. Ein Reisebericht? Nein. Aber doch von allem etwas. Der aufwendig und liebevoll illustrierte Atlas der Reiselust widmet sich der Natur Italiens, den Städten, dem Essen und den Kulturschätzen – und in einem eigenen Kapitel „Einmaligen Erlebnissen“. Darin finden sich unter anderem Touren für Auto-Fans, Wanderungen, Volksfeste und 20 besondere Orte zum Entdecken – zum Beispiel der große Friedhof von Mailand oder das märchenhafte Viertel Coppedè in Rom. Der Band ist ein Erinnerungsschmöker für Kenner des Landes, ein Überraschungsei für Italien-Einsteiger. Und so bonbonbunt geht es denn auch zu. Viele schmückende Vignetten, farbliche Unterlegungen, Rähmchen und Schriftenvarianten – je nach persönlicher Vorliebe kann man das reizend finden oder zu verspielt. Auf jeden Fall macht das Buch Lust auf Italien. Philippe Gloaguen: Atlas der Reiselust Italien Dumont, 368 Seiten, 34,95 Euro

Wunderbar reiche Welt

Dieses Buch ist eine opulente Neuauflage des bereits 2003 veröffentlichten Bestsellers. Viele der ausgewählten Sehenswürdigkeiten der Autorin sind zweifellos eine Reise wert, weil sie einzigartig sind wie etwa Positano an der Amalfiküste, die Serengeti in Tansania oder das Death Valley in Kalifornien. Trotzdem spiegelt die Auswahl auch die subjektive, nämlich angelsächsisch geprägte Sicht der Autorin auf die Welt. So bekommen Großbritannien und Irland 36 Seiten, Osteuropa mit 14 Ländern wird dagegen auf nur 24 Seiten abgehandelt. Letztlich ist das aber nebensächlich: Was auf der eigenen Bucket List steht, ist eine ganz individuelle Geschichte. Als Inspiration an grauen Wintertagen und zum Träumen von der nächsten Reise dienen die 1000 Tipps in jedem Fall. Beim Durchblättern wird einem mal wieder bewusst, wie wunderbar reich und vielfältig unsere Welt ist. Allein dafür lohnt sich der Kauf. P. Schulz: 1000 Places to see before you die Vista Point, 532 Seiten,49,90 Euro

Abenteuer im Kinderzimmer

Der „Atlas Obscura“ ist ein Wunschreisebuch für Kinder: Alle Orte sind auf eine Weise magisch, oft unerreichbar, aber in jedem Fall Sehnsuchtsziele, weil es die Abenteuerlust in jedem Kind (und hoffentlich vieler Erwachsener) anspricht. Von der Schlangeninsel in Brasilien über das Winkel-Haus in den USA bis zum Musikstein in Aserbaidschan nehmen die Autoren Dylan Thuras und Rosemary Mosco die Reisenden mit. Kindergerecht wird man mit „Du“ angesprochen: Man ist mittendrin und nicht nur dabei. Sehr nette Details: Zu jedem Reiseland gibt es lustige und kuriose Nachrichten wie etwa, welches Nationaltier ein Land hat. In Indien natürlich den Königstiger, aber wer weiß schon, dass der Riesenibis der Nationalvogel Kambodschas ist. So staunen Kleine und Große sich durch diese wunderbare Welt. Ein herrliches Buch zum Lesen und Vorlesen und Pläneschmieden für ein ganz großes gemeinsames Abenteuer. Thuras/Mosco: Atlas Obsura Loewe Verlag, 109 Seiten, 19,95 Euro

Für Filmfans und Astronauten

Ein Sprachführer Klingonisch? Das klingt schräg, macht aber durchaus Sinn: Zigtausende von „Star Trek“-Film- und Serienfans kennen zumindest einige Ausdrücke in dieser Sprache. Denn ja, Klingonisch sind nicht nur unartikulierte Laute, die dank diverser Blockbuster berühmt wurden. Klingonisch ist eine offiziell anerkannte Sprache. Dieser Kauderwelsch-Band richtet sich aber weniger an Weltall-Touristen als an irdische Filmfans. Ihnen empfiehlt der Kurzknigge: „Man sollte nicht versuchen, sich wie ein Klingone zu benehmen.“ Mit Ehre und Kraft zu sprechen, heiße nicht, „dass man sich dabei wie ein Gorilla auf die Brust trommelt und wie eine Death-Metal-Band grölt“. In Rubriken wie Fluchen und Schimpfen oder Flirt und Liebe findet der Sprachschüler Klingonisch für wichtige Lebenslagen. Wer seine Lernerfolge überprüfen will, besorgt sich „Hamlet“ oder „Der kleine Prinz“. Beides gibt es in klingonischer Übersetzung. Lieven L. Litaer: Klingonisch Reise Know-How, 144 Seiten, 9,90 Euro

Historische Dschungeltour

Der schön gemachte Band entführt nicht nur in die Welt des frühen 19. Jahrhunderts, sondern auch in die Geisteswelt von Alexander von Humboldt, dem Berliner Forscher und Abenteurer. 1799 startete der Freiherr zu einer fünfjährigen Reise nach Südamerika, wo er den Chimborazo fast erstbestieg (in 5800 Meter Höhe schlugen mangelhafte Ausrüstung und Höhenkrankheit zu), die Dschungel mehrerer Länder durchquerte und die dortige Tier- und Pflanzenwelt kategorisierte, Amazonas und Orinoko per Einbaum befuhr und andere für diese Zeit unvorstellbare Dinge tat. Das Buch lädt ein, ihn zu begleiten bei seinen Begegnungen mit Moskitowolken, freundlichen Eingeborenen, feindlichen Besatzern und wilden Tieren. Ulli Kulke: A. v. Humboldt Reise nach Südamerika Frederking & Thaler, 138 Seiten, 19,99 Euro

Durch Deutschland schmökern

Dieses Buch ist für alle Deutschland-Liebhaber, die sich für die kleinen Anekdoten am Rande erwärmen, die nicht in jedem Reiseführer stehen. Wolfgang Rössig hat zu 100 Orten eine solche Geschichte ausgegraben. Sie alle zeugen von der reichen kulturellen und historischen Vielfalt Deutschlands. Zum Beispiel, dass das Sprichwort „Das geht auf keine Kuhhaut“ aus Soest in Westfalen stammen könnte, wo einst das Stadtrecht anno 1123 tatsächlich auf einer Kuhhaut geschrieben wurde. Wir lesen auch von klugen Frauen wie etwa der Markgräfin Wilhelmine in Bayreuth, deren Talent es war, aus wenig das Beste zu machen, und die damit Weltkulturerbeorte schuf. Jede Geschichte wird ergänzt durch Tipps für Hotels und Restaurants. Kein Buch zum schnellen Durchblättern, sondern zum ausführlichen Schmökern und Festlesen.W. Rössig: Eine Reise durch Deutschland Merian Verlag, 336 Seiten, 29,90 Euro




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