Gift in der Luft PCB-Fund auch in der Realschule Oberesslingen

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Allerdings ist die Konzentration in der Luft bei weitem nicht so hoch wie in der Zollberg-Realschule. Dort haben die Mustersanierungen begonnen.

Anfang Mai werden die Eltern der Zollberg-Realschüler informiert. Foto: Ines Rudel
Anfang Mai werden die Eltern der Zollberg-Realschüler informiert. Foto: Ines Rudel

Esslingen - Das Problem mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) in Esslinger Schulen weitet sich aus. Bei Messungen sind auch in der Realschule Oberesslingen erhöhte PCB-Belastungen festgestellt worden. In einem Raum wurden 408 Nanogramm und in einem weiteren 1136 Nanogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Damit bewegen sich die Werte zwar oberhalb jenes 300-Nanogramm-Werts, bis zu dem die Belastung als ungefährlich eingestuft wird, sie liegen aber auch deutlich unterhalb der 3000-Nanogramm-Marke, die eine akute Sanierung vorschreibt.

Damit liegen die Werte in der Realschule Oberesslingen deutlich unter denen in der Zollberg-Realschule. Dort waren in einzelnen Zimmern weit mehr als 3000 Nanogramm und darüber hinaus auch das dioxinhaltig PCB 118 entdeckt worden. Dieser Giftstoff ist in Oberesslingen nicht entdeckt worden. Deshalb will die Verwaltung dort des Problems zunächst mit einem Lüftungskonzept Herr werden.

Der Anbau ist PCB-frei

Unterdessen gibt es von anderen Schulen erfreulichere Nachrichten: Alle Messergebnisse in der Adalbert-Stifter-Schule und in der Lerchenäckerschule, also den Einrichtungen, in denen die Schüler der Zollberg-Realschule untergebracht werden könnten, sollte es doch noch zu einer vorübergehenden Schulschließung kommen, liegen unter der Nachweisgrenze. Auch der Anbau der Zollbergschule, der an die Proberäume der Württembergischen Landesbühne angrenzt, ist PCB-frei. Zudem haben in den zwei Klassenräumen, die besonders hohe Belastungen aufwiesen, die Mustersanierungen begonnen.

Diese sollen vier Wochen dauern. Im Anschluss wird erneut gemessen. Erst danach, voraussichtlich Mitte Mai, wird es eine endgültige Entscheidung geben können, wie es in der Zollberg-Realschule weitergeht. In der dortigen Sporthalle ist mit 361 Nanogramm jetzt ein leicht erhöhter Wert ermittelt worden. Auch hier setzt die Stadt zunächst auf ausgiebiges Lüften vor Schulbeginn und Schocklüften alle 20 Minuten während des Unterrichts.

Zwölf Container sind bestellt

Aufgrund der aktuellen Raumnot in der Zollberg-Realschule wegen der Mustersanierung – und weil auch weitere Einschränkungen im Betrieb nicht ausgeschlossen werden können – hat die Stadt bereits zwölf Container auf Mietbasis bestellt. Die Container, die in vier Wochen geliefert werden können, sollen vier Klassen Unterschlupf bieten.

Die Verunsicherung bei Schülern und Eltern der Zollberg-Realschule ist groß. Deshalb wird es am 2. Mai in der Mensa der Schule eine Eltern-Informationsveranstaltung geben, an der nicht nur der Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht, sondern auch die Gutachter und Vertreter des Landesgesundheitsamts teilnehmen werden.

Messungen an Kitas und Schulen

Derweil wird an vielen Schulen und Kindertagesstätten in der Stadt weiter nach PCB gesucht. Besonderes Augenmerk gilt dabei jenen Schulen und Kitas, die zwischen 1965 und 1980 gebaut worden sind. Erklärtes Ziel der Verwaltung ist es, bis zu den Sommerferien diese Messungen abgeschlossen zu haben. Wenn neue Ergebnisse vorliegen, werden diese sofort auf der Homepage der Stadt unter www.esslingen.de veröffentlicht.