Göppingen-Hohenstaufen Baumhäuser für den Kaiserberg

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Die Jugendherberge auf dem Hohenstaufen bietet fantastische Ausblicke und soll jetzt noch atttrativer werden.

In Verlängerung der derzeit geschlossenen Jugendherberge Hohenstaufen  sollen demnächst auf der rechten Seite Baumhäuser zum Übernachten errichtet werden. Foto: Horst Rudel
In Verlängerung der derzeit geschlossenen Jugendherberge Hohenstaufen sollen demnächst auf der rechten Seite Baumhäuser zum Übernachten errichtet werden. Foto: Horst Rudel

Göppingen - Noch in diesem Jahr soll die Jugendherberge in Göppingen-Hohenstaufen mit kommunaler Unterstützung für rund 3,2 Millionen Euro saniert und erweitert werden. „Wir warten nur noch auf den roten Punkt für die Baugenehmigung und wollen so schnell wie möglich loslegen“, erklärte Karl Rosner vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) Baden-Württemberg. Der Geschäftsführer kündigte an, das natur- und umweltpädagogische Profil der Herberge auf dem Kaiserberg zu schärfen. Dazu passe sehr gut der geplante Bau von sechs Baumhäusern auf dem Gelände. Das Jugendherbergswerk betreibt neben den zwei Stuttgarter Häusern in der Region lediglich noch Herbergen in Ludwigsburg und eben in Göppingen-Hohenstaufen.

Göppingen gibt 900 000 Euro Zuschuss

Es sei vor allem der Begeisterung von Guido Till zu verdanken, dass die Göppinger Jugendherberge erhalten bliebe. Denn der Göppinger Oberbürgermeister habe sich für das Baumhauskonzept begeistern können, sagte Rosner. Die von Till zunächst ins Gespräch gebrachte Blockhausbebauung habe dagegen nicht ins DJH-Konzept gepasst. „Ich bin Göppingen vor allem sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung“, ergänzte Rosner. Ohne diese Beteiligung der Kommune hätte sein Verband die stark modernisierungsbedürftige Herberge schließen müssen. Nachdem der erste Antrag auf Förderung des DJH-Landesverbands Baden-Württemberg im Jahr 2010 mit Verweis auf die schlechte Haushaltslage abgelehnt worden war, hatte der Göppinger Gemeinderat im Dezember 2015 mit einem einstimmigen Beschluss grünes Licht für einen Zuschuss gegeben. Von den 900 000 Euro an den DJH-Landesverband sollen 500 000 Euro als zinsloses Darlehen mit einer Laufzeit von 27 Jahren gewährt werden. Bis zur anvisierten Wiedereröffnung im Frühjahr 2018 soll die Herberge runderneuert werden.

Familienzimmer erhalten ein eigenes Duschbad

Die Pläne sehen vor, dass die Küche und alle Sanitäranlagen sowie die Gästezimmer modernisiert werden. Ein Teil der Zimmer soll als Unterkünfte für Familien und Betreuer mit eigenem Duschbad und WC ausgestattet werden. Um dafür Platz zu gewinnen, werde sich die Zahl der Betten im Hauptgebäude von 116 auf 106 verringern, erklärte Rosner. Gleichzeitig erhöhe sich das Angebot künftig auf 134 Plätze, da zwei Baumhäuser mit je zwei Betten sowie vier weitere Baumhäuser mit jeweils vier Schlafplätzen neu dazu gezählt werden können.

Programm für Naturfreunde ist im Werden

Ausgestattet mit einem Waschbecken und eventuell auch einer Elektroheizung verspricht sich Rosner von diesen „Naturbaumhäusern in Zimmermannsqualität“ eine hohe Anziehungskraft auf Familien und Urlauber, die einen naturnahen Aufenthaltsort nahe den Streuobstwiesen am Hohenstaufen suchen. Gemeinsam mit Andreas Schweickert von der Agentur Saltico, der seit Jahren Führungen mit Erlebnischarakter und Feste auf dem Hohenstaufen anbietet, möchte Rosner ein natur- und umweltpädagogisches Programm für die Jugendherberge entwickeln. Dazu passe auch die angestrebte Zertifizierung als Umwelt-Jugendherberge, die Ökostrom verwende und biozertifizierte Ernährung anbiete, erklärte der Geschäftsführer.