Handball-Derby in Balingen Joker Primoz Prost rettet dem TVB Stuttgart den Sieg

Primoz Prost überzeugt in Balingen für den TVB Stuttgart. Foto: Baumann
Primoz Prost überzeugt in Balingen für den TVB Stuttgart. Foto: Baumann

Der Torwart-Routinier wird beim 30:28-Erfolg im Handballderby in Balingen zum Matchwinner – und hält dabei 45 Prozent der Bälle, die auf sein Tor kommen.

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Balingen - Der Torwart ist im Handball die halbe Miete. Gut, wenn man zwei davon hat mit der entsprechenden Qualität – so wie der TVB Stuttgart. Das hat sich am Samstag beim 30:28-Sieg im Derby in der Handball-Bundesliga beim HBW Balingen-Weilstetten gezeigt. Zunächst hatte HBW-Keeper Mike Jensen zwar das direkte Duell mit TVB-Star Johannes Bitter gewonnen – die Rechnung aber ohne dessen Vertreter Primoz Prost gemacht. Als die Gäste nach einer anfänglichen Führung plötzlich mit zwei Treffern zurücklagen (40. Minute) und das Spiel zu kippen drohte, zog Stuttgarts Trainer Jürgen Schweikardt seinen Joker aus dem Ärmel: Prost, der von den ersten sechs Würfen auf sein Tor fünf parierte (darunter einen Siebenmeter) und den TVB damit wieder in die Spur brachte.

Prost parierte von den ersten sechs Bällen auf sein Tor fünf

So sah es auch TVB-Nationalspieler Patrick Zieker: „Er konnte nochmals Akzente setzen, und wenn man die von hinten spürt, läuft es auch vorne.“ 30 Tore auswärts können sich jedenfalls sehen lassen (darunter elf des erneut starken Viggo Kristjannson). Wobei Schweikardt die Lorbeeren für die Einwechslung des Keepers nicht selbst einheimsen wollte. „Die gebühren meinem Co-Trainer Karsten Schäfer, der das mit den Torhütern ausgemacht hat.“ Mit Erfolg. 45 Prozent gehaltene Bälle jedenfalls sprechen für Prost, der in den Spielen zuvor kaum zum Einsatz gekommen war. Apropos Statistik: Im Vorjahr wies Bitter die meisten Paraden der Liga auf – 281. Darauf lässt sich bauen, wenngleich sicher nicht mehr ewig. Denn beide Schlussleute sind zusammen 75 Jahre alt.

Der ehemalige slowenische Nationaltorwart Prost kam vom Drittligaaufsteiger Wilhelmshaven zurück in den Süden, wo er einst schon bei Frisch Auf Göppingen gespielt hatte. Bitter will mit dem Nationalteam noch zur WM und zu Olympia. Und Schweikardt betont auch nach zuletzt zwei Siegen: „Der Klassenverbleib ist das oberste Gebot.“ Dafür war der Erfolg in Balingen zwar noch nicht die halbe Miete, aber ein wichtiges Mosaiksteinchen.

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