Das Unternehmen will in Sachsenheim (Kreis Ludwigsburg) einen Neubau errichten. Die drei bisherigen Dienstleistungs- und Logistikstandorte sollen gebündelt werden. Breuninger rechnet mit Kosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Lokales: Sven Hahn (hah)

Stuttgart/Sachsenheim - Breuninger geht neben dem Dorotheenquartier in der Stuttgarter Innenstadt ein weiteres großes Bauprojekt an. In Sachsenheim im Kreis Ludwigsburg soll in den kommenden Jahren ein mindestens 52 000 Quadratmeter großer Neubau entstehen. Breuninger bezeichnet das Projekt als Warendienstleistungszentrum. Dort sollen zahlreiche Tätigkeiten für den Onlinehandel sowie der Logistikbereich zusammengefasst werden. Der Verkauf von Waren ist nicht geplant. Die politische Entscheidung für oder gegen das Bauvorhaben soll noch im Juni fallen.

Der Neubau ist aus Sicht des Unternehmens dringend notwendig, um das aktuelle Wachstumstempo halten zu können. „Wir müssen das neue Zentrum im zweiten Quartal 2018 in Betrieb nehmen“, erklärt der Vorsitzende der Unternehmensleitung Willy Oergel. „Das ist der späteste Zeitpunkt, bis zu dem wir mit unserer aktuellen Struktur noch weiterarbeiten können.“

Aus drei Zentren wird eines

Breuninger betreibt derzeit drei Waren- und Logistikzentren – eines in Pleidelsheim, eines in Leinfelden-Echterdingen, wo hauptsächlich für den Onlinebereich gearbeitet wird, und eines am Breuningerland in Sindelfingen. „Das ist nicht zukunftsfähig, denn es entstehen etwa unnötige Warentransporte“, so Oergel. Das Tempo, das heute im Onlinehandel erwartet werde, könne man so nicht darstellen. Die bisherigen Standorte sollen aufgegeben werden. „Die Nachfrage nach derartigen Gebäuden und Flächen ist jedoch hoch“, erklärt der Breuningerchef. Das Zentrum in Sindelfingen ist an das dortige Einkaufszentrum angeschlossen. Wenn der Standort in Sachsenheim endgültig genehmigt sei, wolle man ein Konzept für die Zukunft des Gebäudes am Breuningerland entwickeln.

Das Unternehmen beschäftigt in den drei genannten Warenzentren derzeit rund 400 Mitarbeiter. In Sachsenheim sollen in einer ersten Phase bereits 500 Vollzeitstellen entstehen. Später könnten das laut Oergel noch deutlich mehr werden. Denn das Bauvorhaben sei von Beginn an auf eine künftige Erweiterung ausgelegt. In einem ersten Schritt soll ein zweistöckiges Gebäude mit einer Geschossfläche von rund 52 000 Quadratmetern entstehen. „Das ist ausbaufähig auf bis zu 75 000“, erklärt Oergel. Zum Vergleich: das Breuninger Stammhaus in Stuttgart hat eine Verkaufsfläche von etwas mehr als 40 000 Quadratmetern.

Buchhaltung und eigenes Fotostudio

In dem neuen Dienstleistungszentrum wird mehr als reine Logistik stattfinden. „Wir wollen dort die komplette Warenbearbeitung leisten“, sagt Oergel. Vom Etikettieren bis zum Bügeln der Kleidung vor dem Verkauf soll künftig alles in Sachsenheim gemacht werden. Zudem ist vorgesehen, dass neben der Warenbuchhaltung der gesamte Bereich in Sachsenheim unterkommt, der sich mit dem Inhalt der Internetseite und des Onlineshops beschäftigt – inklusive eines eigenen Fotostudios.

Der geplante Standort für das neue Warenzentrum ist der Gewerbepark Eichwald. Das Gebiet wird von einem Zweckverband entwickelt, den die Städte Sachsenheim, Oberriexingen, Bietigheim-Bissingen und die Gemeinde Sersheim bilden. Die Entscheidungen der jeweiligen Gemeinderäte und des Zweckverbands über das Projekt stehen noch aus. Horst Fiedler, der Vorsitzende des Zweckverbands und Bürgermeister von Sachsenheim, sagt: „Wir wollen vor der Sommerpause den entsprechenden Beschluss fassen. Das Interesse der Firma Breuninger ist für uns eine große Freude.“ Seitens der weiteren beteiligten Bürgermeister – Jürgen Scholz (Sersheim), Jürgen Kessing (Bietigheim-Bissingen) und Werner Somlai (Oberriexingen) – wurde am Mittwoch großes Interesse an der Breuninger-Ansiedlung signalisiert.