Hardy Krüger Geliebtes Afrika, geliebte Afrikanerin

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Für den Film "Familiengeheimnisse - Liebe, Schuld und Tod" kehrt Hardy Krüger nach langer Pause ins Fernsehen zurück.

Die Vergangenheit holt ihn ein: Hardy Krüger als Konzernchef Victor Frey in der ZDF-Familiensaga. Foto: ZDF
Die Vergangenheit holt ihn ein: Hardy Krüger als Konzernchef Victor Frey in der ZDF-Familiensaga. Foto: ZDF
Stuttgart - "Eigentlich", sagt er mit seiner wohltönenden Stimme, "bin ich ja ein Geschichtenerzähler." Und dann erzählt Hardy Krüger, 82 Jahre alt, immer noch blitzblauäugig mit einem bubenhaften Charme ausgestattet, sehr lebendig, warum es ihn nach zwanzig Jahren Abstinenz wieder zur Schauspielerei zog.

In Carlo Rolas Film "Familiengeheimnisse – Liebe, Schuld und Tod" gibt er am Sonntag Victor Frey, den kreativen Kopf eines Kosmetikkonzerns, Ehemann und Vater zweier erwachsener Kinder. Am Sterbebett seiner afrikanischen Exgeliebten Ayana erfährt er, dass deren Tochter Danah, gespielt von der in Äthiopien geborenen Dennenesch Zoudé, von ihm stammt, deshalb will er die Mittdreißigerin in seine Familie in Deutschland einführen.

140 Minuten geht es um Schuld und Lügen, um Gier und Geld, um Berechnung und Leidenschaft. Und nicht zuletzt spielt Afrika eine Hauptrolle, denn Ayana hatte in ihrer Heimat Kenia eine Stiftung für Kinder gegründet, deren Existenz nun durch Freys Auftauchen und sein patriarchalisches Gebaren ernsthaft gefährdet wird.

Krüger hat eigene Rolle modifiziert


Hardy Krüger, der zwanzig Jahre lang eine Farm in Tansania besaß, kannte die Arbeiten von Carlo Rola schon, als dieser ihn um sein Mitwirken bat. Vom Stoff, "der nah an einer griechischen Tragödie ist", war er von Anfang an fasziniert. Denn aus Mangel an guten Scripts habe er die Filmarbeit so lange ausgesetzt und sich lieber mit seiner Frau Anita der ARD-Dokuserie "Weltenbummler" und der Schriftstellerei gewidmet, "denn geschrieben habe ich schon mit dreizehn, nur drucken wollte das niemand".

Nebenbei lässt er fallen, dass er die Figur des Victor Frey im Drehbuch durchaus noch modifiziert habe. Ihm liege an vielschichtigen Figuren, sagt der für seinen Perfektionismus berüchtigte Krüger, "ich brauche bei Rollen einen doppelten Boden, kein Mensch ist ja nur gut oder böse".




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